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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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127Die „Invalidenschulaktion“  – Administration, Einrichtungen, Partner bei den Landesausschüssen,86 was dazu führte, dass sich diese Schulung regional sehr unterschiedlich gestaltete. Der oberösterreichische Landesausschuss beispielsweise wehrte sich beharrlich und erfolgreich, praxisbezogene landwirtschaftliche Kurse für Kriegsinvalide zuzulassen, und unterstützte ausschließlich die theoretische Ausbil- dung, die für sich allein freilich wenig sinnvoll war.87 In Niederösterreich jedoch, wo der Landesausschuss schon im April 1915 eine eigene „Amtsstelle zur Fürsorge für die der Landwirtschaft angehörenden Kriegsinvaliden“88 einrichtete, konnten Kriegsbe- schädigte bald in Ausbildungsstätten an zehn verschiedenen Orten landwirtschaftlich geschult werden.89 Eine der wichtigsten dieser Schulen war jene in Edelhof im nieder- österreichischen Waldviertel ; sie verzeichnete die meisten Teilnehmer, bot aber auch die kürzesten Kurse an.90 Als Besonderheit ist die landwirtschaftliche Kriegsblinden- schulung im Straßertal bei Krems hervorzuheben.91 86 So war die Situation jedenfalls in Niederösterreich ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1916, S.  162. 87 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1554, Sa 24. 88 Johann Mayer, Die Fürsorge des niederösterreichischen Landesausschusses für die Kriegsverletzten land- wirtschaftlicher Berufe. Tätigkeitsbericht, umfassend die Zeit vom Kriegsbeginn bis 1. Juli 1916 (= Sonder- abdruck aus dem „Landes-Amtsblatt des Erzherzogtumes Österreich u.d. Enns“), o. O. 1916, S.  3. Siehe auch Johann Mayer, Die Fürsorge des niederösterreichischen Landesausschusses für die Kriegsverletzten landwirtschaftlicher Berufe. Zweiter Tätigkeitsbericht, umfassend die Zeit vom 1. Juli 1916 bis 30. Juni 1917 (= Sonderabdruck aus dem „Landes-Amtsblatt des Erzherzogtumes Österreich u.d. Enns“), o. O. 1917 ; Johann Mayer, Die Fürsorge des niederösterreichischen Landesausschusses für die Kriegsverletzten land- wirtschaftlicher Berufe. Dritter Tätigkeitsbericht, umfassend die Zeit vom 1. Juli 1917 bis 30 Juni 1918 (= Sonderabdruck aus dem „Landes-Amtsblatt des Erzherzogtumes Österreich u.d. Enns“), Wien 1918. 89 Obst- und Weinbau wurden in Retz, Krems sowie Mistelbach, Gebirgswirtschaft in Phyra bei St. Pölten gelehrt ; in Feldsberg wurden ein Winzer- und Kellermeisterkurs, in Oberhollabrunn ein Melkerkurs, in Tulln ein Waldbaukurs und in Traismauer ein Fischerlehrkurs angeboten. Hinzu kamen noch verschie- dene Kurse in Obersiebenbrunn, Edelhof bei Zwettl und zeitweise in Mödling ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1917, S.  274. Obersiebenbrunn und Mödling waren dem Reservespital Nr. 11 in Wien unterstellt  – wie übrigens auch zwei Schulen in Waidhofen a. d. Thaya und in Groß-Hollenstein, in denen forstwirtschaftlicher Unterricht angeboten wurde ; Franz Fahringer/Karl Friedrich Büsch/Hans Liebl (Hg.), Kriegsbeschädigtenfürsorge in Wien, Niederösterreich und Burgenland von 1914 bis 1929, Wien 1929, S.  41. Edelhof unterstand dem Vereinsreservespital Nr. 1 in Wien, die übrigen verschiedenen (Vereins-)Reservespitälern Niederösterreichs ; siehe auch die Auflistung in AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1360, 11941/1918, S.  25f. Die Schulung in Gartenwirtschaft in Mödling war über zwei Jahre hin- durch unterbrochen und wurde erst im Herbst 1917 wieder aufgenommen ; ebd., S.  26 ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1917, S.  333 ; Mayer, Fürsorge, 1916, S.  3f. 90 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1360, 11941/1918, S.  26. Landwirtschaftliche Schulungen dauerten mit durchschnittlich fünf bis sechs Monate besonders lang ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1917, S.  274. 91 K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1916, S.  122–124 ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilun- gen, 1917, S.  275.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Die Wundes des Staates
Subtitle
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Authors
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
586
Categories
Geschichte Nach 1918
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