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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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158 Platzierung auf dem Arbeitsmarkt : Die k. k. Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide weisen“  – aufsetzen, die nun auch für die Kriegsbeschädigtenfürsorge benutzt wurden. Die k. k. Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide war  – und das macht sie auch in einem größeren Zusammenhang beachtenswert  – der erste Versuch einer flächendeckenden und zentral organisierten Arbeitsvermittlungsstelle innerhalb der Monarchie. Sie ging der als Reichsstelle für Arbeitsvermittlung erst 1917 installierten allgemeinen und nicht auf kriegsbeschädigte Arbeitnehmer beschränkten Arbeitsvermittlung voraus.6 Als erstes wurde die k. k. Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide in Niederösterreich installiert, wo die „Landesarbeitsnachweisstelle für Niederösterreich (Zentralstelle für Arbeitsvermittlung in Wien und Niederösterreich)“ einfach zur „Amtlichen Lan- desstelle für Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide“ umdefiniert wurde.7 In einem Büro am Wiener Neubaugürtel8 untergebracht, entwickelte sie sich rasch zu einer allseits bewunderten Mustereinrichtung,9 die mit dem Österreichischen Arbeitsnachweis für Kriegsinvalide10 auch eine überregionale Zeitschrift herausgab. Außerhalb Wiens schlossen sich die Bezirksarmenräte der Landesstelle als Amtliche Bezirksstellen an.11 6 Karl Forchheimer, Arbeitslosenfürsorge und Arbeitsvermittlung, in : Wilhelm Exner (Hg.), 10 Jahre Wiederaufbau. Die staatliche, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Republik Österreich 1918–1928, Wien 1928, S.  273–275, hier S.  275. Zwar war schon 1915 für die gesamte Monarchie eine Zentralisierung der Arbeitsvermittlung angeordnet worden, doch diese Anordnung führte nur zu ei- nem länderweisen und freiwilligen Zusammenschluss bereits bestehender Einrichtungen, die zudem von ganz anderen Voraussetzungen als die k. k. Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide ausgingen : Nicht die Unterbringung schwer vermittelbarer Personen war ihr Zweck, sondern die Versorgung von Kriegsbe- trieben mit Arbeitskräften ; diese „Kriegsorganisation der Arbeitsvermittlung“ (S. 265) bewährte sich vor allem bei der Vermittlung von qualifizierten Metallarbeitern bzw. von Hilfskräften für Schanzarbeiten ; Denkschrift über die von der k. k. Regierung aus Anlaß des Krieges getroffenen Maßnahmen, Bd. 1 : Bis Ende Juni 1915, Wien 1915, S.  264f. Auch der bereits 1906 mit Unterstützung des Arbeitsstatistischen Amtes (1898 im Handelsministerium eingerichtet) geschaffene Verein Reichsverband der allgemeinen Ar- beitsvermittlungsanstalten Österreichs ist als ein solcher Vorläufer zu nennen ; Margarete Grandner, Staat- liche Sozialpolitik in Cisleithanien 1867–1918, in : Helmut Rumpler (Hg.), Innere Staatsbildung und gesellschaftliche Modernisierung in Österreich und Deutschland 1867/71 bis 1914. Historikergespräch Österreich  – Bundesrepublik Deutschland 1989, Wien-München 1991, S.  150–165, hier S.  162. 7 Dienstvorschrift der „Amtlichen Landesstelle für Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide“ in Niederöster- reich ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1915, S.  28f. 8 Das Büro in Wien VII, Neubaugürtel 32, war das Vermittlungsinstitut. Die Landesstelle selbst war in Wien I, Stock im Eisen-Platz 3, untergebracht ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1916, S.  152–157 ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1915, S.  76. 9 K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen über Fürsorge für Kriegsbeschädigte, Wien 1917, S.  279. 10 Die ab Dezember 1915 zweimal wöchentlich erscheinende Zeitschrift enthielt nicht nur ein Verzeichnis offener Stellen, sondern auch „volkstümlich gehaltene Aufsätze“ und war für Kriegsinvalide gratis ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1915, S.  76. 11 Büros der k. k. Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide auf Bezirksebene gab es anfangs sonst nur in Gali- zien, Böhmen und Mähren  – dort wegen der dezentralen Industriestruktur ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1916, S.  156.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Die Wundes des Staates
Subtitle
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Authors
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
586
Categories
Geschichte Nach 1918
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