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Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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173Inspektion und Werbekampagne 1916 anderen Orten, etwa in Laibach, trotz bestehender Einrichtungen Arbeitsplätze nicht offiziell, sondern unter der Hand vermittelt wurden. Ortsstellen gab es in den von ihm besuchten Regionen entweder überhaupt keine, oder sie funktionierten schlichtweg nicht. Offensichtlich motiviert durch die enttäuschenden Berichte des Konsulenten, star- tete das Innenministerium im Sommer 1916 eine Offensive, um den Anordnungen des Erlasses vom Vorjahr2 durch eine Werbekampagne mehr Nachdruck zu verleihen : Das Armee-Oberkommando stellte dem Innenministerium den Kriegsberichterstatter Rudolf Peerz, der schon 1915 durch eine einschlägige Publikation zu den Kriegsin- validen auf sich aufmerksam gemacht hatte,3 als Wanderredner zur Verfügung. Peerz reiste in seiner neuen Funktion zunächst durch Oberösterreich, das man „als Muster- beispiel einzurichten“ suchte, und warb für den Ausbau der k. k. Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide auch „auf das flache Land hinaus“.4 Zu diesem Zweck hielt er in verschiedenen Provinzstädten Lichtbildervorträge, in deren Folge dann die lokalen Fürsorgeausschüsse gegründet werden sollten. Die Vorträge thematisierten nicht nur die Invalidenversorgung, sondern enthielten auch Kriegsberichte.5 Dieser „kriegeri- sche Hintergrunde und die Darbietung von Bildern vom Kriegsschauplatze“ wirkten  – wie sich bald zeigen sollte und wohl auch beabsichtigt war  – im ersten Kriegsjahr noch „als ein ausserordentliches Anziehungsmittel“.6 Rudolf Peerz, der seine Propagandareisen im August und September 1916 in Salz- burg7 und im Oktober und November desselben Jahres in der Steiermark8 fortsetzte, berichtete dem Ministerium regelmäßig und detailliert von jeder einzelnen dieser Veranstaltungen,9 die anfangs tatsächlich eine gewisse Wirkung gehabt hatten und 2 Gemeint ist der Erlass, mit dem die k. k. Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide geschaffen wurde : Erlass des MdI v. 28.6.1915 ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen über Fürsorge für Kriegsbeschädigte, Wien 1915, S.  26–28 ; vgl. Kapitel 5.1. 3 Rudolf Peerz, Unsere Sorge um die Kriegsinvaliden. Eine sozialpolitische Studie, Wien 1915. 4 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1358, 4821/1918. 5 „Unsere Erzherzoge und Armee-Kommandanten an der Front“, „Meine Erlebnisse beim k. k. o.-ö. Schüt zenregimente“ ; ebd. 6 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1553, Sa 10, 2700/1918, Bericht über die Fortsetzung der Vortragsreise zur Errichtung von Fürsorgeausschüssen der k. k. Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide in Oberöster- reich, v. 17.8.1916. 7 Ebd., Kt. 1553, Sa 11, 4812/1918. Im Juli 1917 wartete Peerz immer noch auf den Kostenersatz für diese Reisen. 8 Ebd., Kt. 1357, 2698/1918 ; ebd., Kt. 1365, 7880/1919, Bericht über die vom 12.–20. Okt 1916, bezw. vom 6.–18. November 1916 in Steiermark unternommene Vortragsreise im Interesse der k. k. Arbeits- vermittlung an Kriegsinvalide und der Kriegerwaisenfürsorge (Erstattet von Dr. Rudolf Peerz). 9 Die Einträge zu zwei oberösterreichischen Gemeinden lesen sich so : „9. August : Vortrag in Steyr : […] Ort der Veranstaltung in Steyr : Grünmarktkino. Besuch gut, Eröffnung durch Ansprache seitens des
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Die Wundes des Staates
Subtitle
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Authors
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
586
Categories
Geschichte Nach 1918
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