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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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200 Die Organisierung der Kriegsbeschädigten wortlicher Redakteur der Vereinszeitung wurde.20 Auch ein SdAP-Abgeordneter  – Au- gust Forstner, Obmann des Freien Gewerkschaftsverbandes  – wohnte dem Treffen bei und sprach dort „namens der Arbeiterschaft und der neuen Nationalversammlung“.21 Die meisten Teilnehmer waren Kriegsbeschädigte aus den Wiener Spitälern und Schulungs- einrichtungen.22 Am 18. November folgte eine weitere Massenversammlung im Vereins- heim des Verbands der Genossenschaftskrankenkassen Wien im 6. Bezirk.23 Die Wahl eines Präsidenten  – sie fiel auf Johann Jakob Hollitscher24  –, der Bericht über erste Erfolge der Bewegung, die Verabschiedung eines Forderungskatalogs25 und die Präsentation der ersten Nummer der Vereinszeitung Der Invalide standen auf der Tagesordnung.26 Der Name des Vereins wurde nicht von ungefähr so gewählt. Von Anfang an ver- stand sich der Zentralverband nämlich als Dachorganisation ; er wollte „Zentrale der Standesvertretung der Kriegsbeschädigten“ sein und „die in Deutschösterreich gebil- deten Kriegsbeschädigten-Gesellschaften“27 vertreten ; diese sollten ihrerseits über ein 20 Burger war bis November 1919 Redakteur des Invaliden ; vgl. Tabelle 5 im Anhang. 21 Rupert Kainradl, Wie wir die Ortsgruppe Wien gründeten. Aus alten Protokollen, in : Der Invalide, Nr. 11 v. November 1928, S.  14 und S.  16, hier S.  14. Die Provisorische Nationalversammlung für Deutsch- österreich war erstmals am 21.10.1918 zusammengetreten. AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1364, 995/ 1918, „Die Forderungen der Invaliden“ (Zeitungsartikel ohne Quellenangabe). August Forstner (*1876, †1941), 1907–1934 Abgeordneter (zuerst im Reichsrat, nach 1918 in Nationalversammlung und Natio- nalrat) ; http://www.parlinkom.gv.at/WWER/PAD_00373/index.shtml (Abfrage : 19.7.2011). 22 „Die Soldatenräte und Vertrauensmänner dieser Spitäler waren die eigentlichen ersten Gründer und treibenden Kräfte des Verbandes. Sechs große Kriegsspitäler, zwei Garnisonsspitäler, Grinzing, Sensen- gasse, Schleiergasse, Spital und Schulen, das orthopädische Spital in der Gassergasse, die Rekonvales- zentenheime Sofiensaal und Ruckergasse, Rainer-Spital, dazu eine Menge kleinere Reservespitäler und die Spitäler in der nahen Umgebung, viele Spezialheilstätten für Tuberkulöse, Kopfverletzte, Lupus- kranke, Kieferschußstation usw. beherbergen große Massen Invalide, die der Stimme ihrer Vertreter Gewicht geben“ ; Rupert Kainradl, Wie wir die Ortsgruppe Wien gründeten. Aus alten Protokollen, in : Der Invalide, Nr. 11 v. November 1928, S.  14 und S.  16, hier S.  14. 23 Siehe auch Staatsamt für soziale Verwaltung, Amtliche Nachrichten, Wien 1919, S.  45. Hier ist vom 17.11.1918 die Rede. An der Adresse Wien VI, Königseggasse 10 hatte der Verband der Genossenschafts- krankenkassen Wien 1905 ein Vereins- und Versammlungszentrum errichtet ; heute ist das Gebäude ein Haus der Begegnung der Gemeinde Wien. 24 Zu Hollitscher siehe FN 79 in Kapitel 7.2.2. 25 Bei der Gründungsversammlung wurden folgende Forderungen aufgestellt : Mitwirkung der Kriegsbe- schädigten bei allen sie selbst betreffenden administrativen und legislativen Arbeiten, Schaffung eines Invalidenversorgungsgesetzes, Regelung der Gebühren der in Spitalspflege befindlichen Kriegsbeschä- digten, Regelung der Prothesenbeschaffung, Möglichkeit späterer Nachbehandlung, Bevorzugung der Kriegsbeschädigten bei Anstellungen im Staatsdienst, Schaffung von Invalidenheimstätten, Verleihung von Tabaktrafiken ausschließlich an Kriegsbeschädigte, Vereinigung sämtlicher Invalidenfonds in einem Zentralamt ; Staatsamt für soziale Verwaltung, Amtliche Nachrichten, Wien 1919, S.  45. 26 Der Invalide, Nr. 2 v. 15.1.1919, S.  1. 27 Ebd., Nr. 1 v. 1.1.1919, S.  2.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Die Wundes des Staates
Subtitle
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Authors
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
586
Categories
Geschichte Nach 1918
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