Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Page - 260 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 260 - in Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938

Image of the Page - 260 -

Image of the Page - 260 - in Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938

Text of the Page - 260 -

9 Die Invalidenbewegung Wenn im vorigen Kapitel wiederholt davon die Rede war, dass der Zentralverband an der Entstehung des Invalidenentschädigungsgesetzes maßgeblich beteiligt war, so zeigt ein neuerlicher Blick auf die österreichische Invalidenbewegung, dass die große Kriegsbeschädigtenorganisation, die sich in den Verhandlungen mit den Staatsstel- len bis zum April 1919 tatsächlich erst formiert hatte, nun  – nach der Erlassung des Gesetzes  – mit internen Zerreißproben konfrontiert war und keineswegs mehr so monolithisch dastand, wie das anfangs noch der Fall war. Die Konstituierungs- und Konsolidierungsphase des Zentralverbandes blieb von den politischen Kämpfen jener Zeit nicht unberührt. Die Jahre 1919 und 1920 waren von Spaltungsbewegungen und Einigungsversuchen geprägt, während es dann bis 1923 zu einer gewissen Festigung der Position des Zentralverbandes kam, neben dem sich aber nun auch Konkurrenzver- eine etabliert hatten. 1923 markierte schließlich in jeder Hinsicht einen Wendepunkt. Während auf gesamtstaatlicher Ebene die im Oktober 1922 unterzeichneten Genfer Protokolle massive Einsparungen und das Ende der Hyperinflation brachten, war die Kriegsbeschädigtenversorgung spätestens durch die im Juli 1922 in Kraft getretene 7. Novelle1 des Invalidenentschädigungsgesetzes im Jahr zuvor de facto neu organisiert worden. Der kämpferische Geist der Anfangsjahre war schon in den beiden vorange- gangenen Jahren einer ansteigenden Teilnahmslosigkeit gewichen  – oder besser gesagt : hatte sich auf eine kleinere Gruppe konzentriert. Bei zwar noch anhaltend hohem Niveau engagierten sich nun weniger Kriegsbeschädigte in der Interessenvertretung als in der ersten Zeit nach dem Krieg. Die folgenden zehn Jahre bis zur Etablierung des autoritären Regimes 1933/1934, das dann die Zerschlagung des Zentralverbandes brachte, waren von einer gewissen Stagnation, aber auch einer thematischen Neuori- entierung und merkbaren Internationalisierung des Vereins gekennzeichnet. 9.1 Spaltungen und Einigungsversuche : 1919–1920 Die erste Phase in der Geschichte des Zentralverbandes vom Beginn des Jahres 1919 bis zur Mitte des Jahres 1920 verlief bewegt : Harte Auseinandersetzungen innerhalb der 1 BGBl 1922/430.
back to the  book Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938"
Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Die Wundes des Staates
Subtitle
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Authors
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
586
Categories
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Wundes des Staates