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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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452 Von der Offensive in die Defensive  – Der Zentralverband 1923 – 1938 den ordneten bereits am 15. Februar 1934 seine Auflösung an,123 ließen seine Büros versiegeln, Bargeld, Inventar und die Mitgliederverzeichnisse beschlagnahmen.124 Ma- ximilian Brandeisz, Obmann des Wiener Landesverbandes, sowie Josef Foscht, Vize- präsident und Leiter der Sterbekasse, wurden unter dem Verdacht der Veruntreuung verhaftet.125 Brandeisz blieb für sieben Monate inhaftiert.126 Anton Jorgo, Vorsitzender des niederösterreichischen Landesverbandes und Gemeinderat von Baden,127 floh ins Ausland.128 Der Verband der Kriegsblinden wurde geplündert.129 Zudem intervenierte der christlichsoziale Bund der österreichischen Kriegsblinden130  – in der Hoffnung, sich nun des ungeliebten Konkurrenzvereins entledigen zu können  – schon fünf Tage nach den Februarkämpfen bei der Vereinspolizei und verlangte, dass der „Bruderverband des aufgelösten sozialdemokratischen Zentralverbandes“131 ebenfalls verschwinden müsse. Tatsächlich zog die Polizei daraufhin Erkundigungen über den Obmann ein, erhob die politische Ausrichtung des Verbandes der Kriegsblinden und stufte den Verein schließlich als „rein sozialdemokratische Organisation“132 ein. Eigentlich hätte nun 123 AT-OeStA/AdR BKA BKA-I BPDion Wien VB, VIII 2648 (Zentralverband der Landesorganisatio- nen der Kriegsinvaliden und Kriegershinterbliebenen Österreichs), Bescheid der Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit v. 15.2.1934. 124 Siehe z. B. den genauen Bericht der bei der Ortsgruppe Wien XIV durchgeführten Beschlagnahmung ; ebd., Bericht. 125 AT-OeStA/AdR BKA BKA-I BPDion Wien VB, VIII 2648/1 (Landesverband für Wien, Nieder- österreich und Burgenland des Zentralverbandes der Landesorganisationen der Kriegsinvaliden und Kriegerhinterbliebenen Österreichs), „Verhaftung des Präsidenten des Invalidenverbandes“, in : Neue Freie Presse v. 6.3.1934 (Zeitungsausschnitt) ; ebd., „Wie die roten Invaliden ein Millionenvermögen verloren“, in : Österreichischer Beobachter, Mittag-Ausgabe v. 8.3.1934 (Zeitungsausschnitt). Brand- eisz war als sozialdemokratischer Abgeordneter schon in der zweiten Februarwoche verhaftet worden, der Vorwurf der Untreue kam dann noch hinzu. Er war jedenfalls Ende Juli 1934 noch in Haft ; ebd., Wieser an BPDion/VB v. 30.7.1934 ; vgl. auch „Strafuntersuchung gegen ehemalige Funktionäre des Zentralverbandes“, in : Der Invalide, Nr. 2/3 v. Februar/März 1934, S.  7. 126 AT-OeStA/AdR E-uReang Hilfsfonds, 19386 ; ebd., 5243 ; ebd., 13072. 127 Anton Jorgo, Kriegsopferpolitik und Parteipolitik, in : Der Invalide, Nr. 11 v. November 1928, S.  11–14, hier S.  11. 128 AT-OeStA/AdR BKA BKA-I BPDion Wien VB, VIII 2648/1 (Landesverband für Wien, Nieder- österreich und Burgenland des Zentralverbandes der Landesorganisationen der Kriegsinvaliden und Kriegerhinterbliebenen Österreichs), Wieser an BPDion/VB v. 30.7.1934. 129 Der Verband wurde von der Heimwehr, einer der politischen Rechten nahe stehenden paramilitäri- schen Organisation, geplündert ; AT-OeStA/AdR ZNsZ Stiko Wien, Kt. 697, 38A-1 1 (Einheits- verband der Kriegsopfer Österreichs), Bericht über die bei der Bundesgruppe der Kriegsblinden im Einheitsverband der Kriegsopfer Österreichs, Wien durchgeführte Revision, v. 14.10.1938. 130 Zu diesem Verein vgl. Kapitel 9.1.2.1 131 AT-OeStA/AdR BKA BKA-I BPDion Wien VB, VIII 2818 (Verband der Kriegsblinden Österreichs), Bund der österreichischen Kriegsblinden an VB v. 17.2.1934. 132 Ebd., Aktenvermerk der BPDion Wien v. 22.2.1934 ; ebd., Meldung v. 23.2.1934. Der Obmann Hans
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Die Wundes des Staates
Subtitle
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Authors
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
586
Categories
Geschichte Nach 1918
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