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Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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457Entwicklung nach 1934 alle Absichten des Vizekanzlers „auf das freudigste“161 und gab umgehend seine Selb- ständigkeit auf. 1935 wurde er aus dem Vereinsregister gelöscht.162 Der Verband der Kriegsblinden, der sich dem zum „Frontkameraden und Schicksals- genossen“ der Kriegsopfer hochstilisierten „Vizekanzler Fey“163 ebenfalls  – wenngleich unfreiwillig  – untergeordnet hatte,164 bestand bis zu seiner Auflösung im Jahr 1937165 nur mehr auf dem Papier.166 Seine Aufgaben  – vor allem die aufwendige Betreuung der blinden Inhaber von Tabaktrafiken, deren Buchführung der Verein besorgt hatte  – wurden bald von einer Fachgruppe des Kriegsopferverbandes wahrgenommen.167 Viele andere kleinere Vereine unterstellten sich dem neuen Verband ebenfalls. Emil Fey konnte sich nun damit brüsten, dass sein Kriegsopferverband nicht nur die Nachfolge des Zentralverbandes angetreten hatte, sondern dass sich ihm auch die meisten anderen Kriegsopfervereine angeschlossen hatten. Die endgültige Liquidierung des Zentral- verbandes wurde übrigens 1935 in die Wege geleitet,168 als in einem formal korrekten Verfahren im Rahmen eines außerordentlichen Verbandstages, an dem auch der wieder enthaftete ehemalige Wiener Landesvorsitzende Maximilian Brandeisz teilnahm, die „freiwillige“ Auflösung des Wiener Landesverbandes beschlossen wurde.169 Rechtlich vollzogen wurde die Auflösung des großen Wiener Zweiges erst zwei Jahre später, als auch das Ende des gesamtösterreichischen Zentralverbandes kam.170 161 „XVI. ordentliche Vollversammlung (Verbandstag) am 6. April 1934“, in : ebd., S.  2–6, hier S.  5 ; vgl. auch die übrigen Artikel dieser Nummer, z. B. „Die Eingliederung unseres Verbandes“, in : ebd., S.  7. Die Eingliederung des Intellektuellen-Verbandes in den Kriegsopferverband erfolgte per 1.6.1934. 162 AT-OeStA/AdR BKA BKA-I BPDion Wien VB, VIII 2910 (Reichsverband der kriegsbeschädigten Intellektuellen Österreichs). 163 „Auf dem Weg zum Einheitsverband aller Kriegsopfer“, in : Der Invalide, Nr. 2/3 v. Februar/März 1934, S.  2f, hier S.  2. 164 Am 8.3.1934 wurde Oberleutnant Rudolf Leckel, Verwaltungsdirektor des Österreichischen Kriegs- opferverbandes, von Fey zum neuen Leiter des Blindenverbandes bestimmt ; AT-OeStA/AdR BKA BKA-I BPDion Wien VB, VIII 2818 (Verband der Kriegsblinden Österreichs), Leckel v. 26.5.1936. 165 Ebd., Fahringer an VB v. 24.5.1937. 166 Die letzte Nummer der Zeitung des Verbandes der Kriegsblinden erschien im März 1934 ; „Der Kriegsblinde“, in : Österreichische Kriegsopfer-Zeitung, Nr. 7 v. Dezember 1934, S.  14. 167 Ebd. Es gab auch andere Fachgruppen, z. B. eine für Schwerkriegsbeschädigte ; z. B. „Der Schwerkriegs- beschädigte“, in : ebd., S.  13. Vgl. zu den Tabaktrafiken Kapitel 12.2. 168 AT-OeStA/AdR BKA BKA-I BPDion Wien VB, VIII 2648/1 (Landesverband für Wien, Nieder- österreich und Burgenland des Zentralverbandes der Landesorganisationen der Kriegsinvaliden und Kriegerhinterbliebenen Österreichs), LV für Wien, Niederösterreich und Burgenland an PDion Wien/ VB v. 2.4.1935. 169 Der am 31.3.1935 abgehaltene Verbandstag fasste den Auflösungsbeschluss ; ebd., Notariatsurkunde des Notars Dr. Eugen Schenk, angezeigt am 3.4.1935. 170 Die Löschung des Landesverbandes für Wien, Niederösterreich und Burgenland aus dem Vereins- kataster erfolgte am 3.5.1937 ; ebd., Amtsbestätigung v. 12.1.1972 (erst mit dieser Antwort auf eine
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Die Wundes des Staates
Subtitle
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Authors
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
586
Categories
Geschichte Nach 1918
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