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Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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476 Statistik der Kriegsopfer 14.1 Die Nachkriegsjahre 14.1.1 Die Kriegsbeschädigten Gezählt wurden Kriegsbeschädigte ab Mitte 1915.2 Die Agenden der Kriegsbeschä- digtenversorgung lagen zu dieser Zeit noch beim Ministerium des Innern ; mit der Gründung des Ministeriums für soziale Fürsorge ging die Führung der Kriegsbeschä- digtenstatistik Anfang 1918 an dieses über.3 Praktisch war die Zählung so organisiert, dass die Militärverwaltung für die Erfassung der Kriegsbeschädigten verantwortlich war, die in den Kriegsspitälern untergebracht waren, während die Zählung jener, die in zivilen Spitälern behandelt wurden, den Landesverwaltungen der jeweiligen Kronlän- der oblag.4 Der deklarierte Zweck der Statistik war, wie die Anleitung zum Ausfüllen der Zählkarten festhielt, „einen Überblick über jene kriegsbeschädigten österreichischen Staatsangehörigen zu gewin- nen, die einer besonderen Heilbehandlung oder eines Unterrichtes bedürfen, um der bürgerlichen Erwerbstätigkeit, wenn auch mit verminderter Erwerbsfähigkeit, wieder zugeführt zu werden. Diese Personen sollen auf diese Weise nicht nur gezählt, sondern auch nach Art und Umfang des Bedürfnisses nach einer spezifischen Fürsorge gruppiert werden.“5 Wie nicht anders zu erwarten, ging es den Behörden also nicht bloß um die schlichte Erhebung der Zahl von Verwundeten (und Erkrankten), sondern vielmehr um eine möglichst detaillierte Aufstellung, die eine staatliche Gesamtplanung des Bedarfes an Einrichtungen im Rahmen der sozialen Kriegsbeschädigtenfürsorge6 erlaubte. 2 Der ungarische Teil der Monarchie begann mit der Erhebung der Zahlen bereits Anfang 1915, das österreichische Innenministerium griff die Idee, auf Basis der erhobenen Zahlen einen statistischen Überblick auch für Cisleithanien zu erstellen, erst auf Anregung des Kriegsministeriums auf. Kurzfristig wurde dann im Oktober 1916 angedacht, die Zählung aufgrund der hohen Kosten wieder einzustellen, nun aber ersuchte das Innenministerium das Kriegsministerium, die Zählung fortzuführen, weil es für die Planung von Fürsorgemaßnahmen auf die Daten nicht verzichten konnte ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1363, 24911/1918, Bericht Sektionschef Haan über den Hintergrund der Statistik. 3 An der Aufbereitung der Statistik nach ihrer Übernahme durch das Sozialministerium waren anfänglich bis zu 30 Personen beschäftigt. Im Ministerium wurde eine Kartothek angelegt, in der die Zählkarten nach Kronländern getrennt alphabetisch abgelegt wurden ; über den Verbleib der Kartothek ist nichts bekannt ; ebd. 4 K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen über Fürsorge für Kriegsbeschädigte, Wien 1915, S.  20. 5 Anleitung zur Ausfüllung der Ausweise über die kriegsbeschädigten Militärpersonen österreichischer Staatsangehörigkeit, abgedruckt in : ebd., S.  22. 6 Vgl. Kapitel 3.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Die Wundes des Staates
Subtitle
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Authors
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
586
Categories
Geschichte Nach 1918
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