Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Page - 518 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 518 - in Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938

Image of the Page - 518 -

Image of the Page - 518 - in Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938

Text of the Page - 518 -

518 Statistik der Kriegsopfervereine Zuweisung eines Fixbetrages zufrieden geben, den er nicht überprüfen, geschweige denn beanstanden konnte.77 Ein letzter Zahlenvergleich soll die Ausführungen über die Mitglieder der Kriegs- opferverbände abschließen. Die aus den Jahren des autoritären Regimes stammenden Angaben sind zwar mit Vorsicht zu betrachten, doch es ergäbe keinen Sinn, davon auszugehen, dass die Organe der regierungstreuen Verbände ihre Mitgliederzahlen absichtlich untertrieben hätten. Der 1934 als Einheitsverband geschaffene, letztlich aber gescheiterte Österreichische Kriegsopferverband vertrat 1935 eigenen Angaben zufolge österreichweit 60.000 Mitglieder.78 Der schließlich seit seiner Einrichtung im Juli 1936 das Feld wirklich allein beherrschende Einheitsverband zählte Mitte 1937 73.000 Mitglieder.79 Stellt man dieser letzten Zahl jene 198.000 Mitglieder gegenüber, die allein der Zentralverband Anfang 1922 in seinen Reihen versammelt hatte, so kann man die vor- sichtige Behauptung formulieren, dass sich die Gruppe der in Vereinen organisierten Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen innerhalb von 15 Jahren auf ein Drittel verringert hat. 15.3 Resümee Zusammenfassend lässt sich trotz der problematischen Quellenlage sagen, dass sich Kriegsbeschädigte, die sich in der unmittelbaren Nachkriegszeit in großer Zahl in Vereinen organisierten, vor allem dem Zentralverband anschlossen. Er vertrat Anfang 1922 198.000 Personen, was wahrscheinlich auch als Höchststand gelten kann. Der Organisierungsgrad war in Ostösterreich bedeutend höher als im Westen des Landes, und er nahm im Laufe der Jahre wieder stark ab. Die Öffnung der Vereine gegenüber den Witwen begann erst in den ersten Monaten des Jahres 1919. Insgesamt dürften die weiblichen Mitglieder des Zentralverbandes ein Drittel des Mitgliederstandes aus- gemacht haben. Nur in Tirol und Vorarlberg gab es eigene Witwenvereine. 77 „Eine Niederlage des ‚Reichsbundes‘. Dennoch ungerechte Entscheidung gegen den Landesverband“, in : Der Invalide, Nr. 6/7 v. Juni/Juli 1933, S.  1f. 78 Von 61.000 ist Ende 1935 die Rede ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1505, 52201/1935, Denkschrift der Landesführer v. 28.11.1935. Der Aufteilungsschlüssel, der jetzt diesen Verband vor dem Reichsbund bevorzugte, wurde willkürlich mit 80 zu 20 festgesetzt ; „Der neue Schlüssel 80 :20“, in : Oesterreichs Kriegsopfer, Nr. 5/6/7 v. Mai/Juni/Juli 1934, S.  13 ; „Zahlen beweisen“, in : ebd. S.  15. 79 „Ein Jahr Einheitsverband“, in : Österreichische Kriegsopferzeitung/ Einheitsverband, Nr. 7 v. Juli 1937, S.  1f. 44.700 waren es angeblich noch im Herbst 1936 gewesen ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1511, 96366/1936, Bericht über die dritte Tagung der Bundesleitung am 24./25.9.1939.
back to the  book Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938"
Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Die Wundes des Staates
Subtitle
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Authors
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
586
Categories
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Wundes des Staates