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falle mindestens zum Märtyrer gestempelt wor-
den). —Böckh (Franz Heinr.), Wiens lebende
Schriftsteller, KĂĽnstler und Dilettanten im
Kunstfache (Wien 1321, B. PH. Bauer, 8".)
S. 92 lenthält eine gedrängte Beschreibung
der Sammlung vou TheaterstĂĽcken?c., welche
C. besM. — In Schlot»tmanns Deut-
sches Stammbuch schrieb C. das Folgende:
Viel große deutsche Männer
Sie Haben's nicht weit getrieben,
Und sind meist in der Schule
Im Schreiben zurĂĽckgeblieben;
Es war wohl nicht die schönste,
Die Schrift von Goeth e's Hand,
Beethoven machte Haken,
Die gar kein Mensch verstand.
Ich schreibe rein und zierlich,
Verwirre die Buchstaben nie,
Doch wäre mir's lieber, ich schriebe
So schlecht und so gut wie sie.
Wien, "/z 852. Dr. Castelli.
— Por t rä te : 1) Facsimile der Unterschrift
s^. V. OksteUi. v. Saar xinx. F. Stöber so.
^vortreffliches Bild.) — 2) Ein anderes vor
dem I. Bde. seiner in Berlin bei Duncker und
HumÜlot 183Z in 6 Bdn. erschienenen „Ge-
dichte". Einzige IdamaW vollständige Samm-
lung. — 3) Facsimile der Unterschrift: I . F.
Castelli (G. Decker piux. Stahlstich von
Karl Mayer K. A. in Nürnberg). — 4) Li-
thographie von Prinzhofer (Wien 1850) ssehr
ähnNU.
Casti, Johann Baptista (Dichter
und P06t2 0685560 zu Wien, geb. zu
PratoinToscana1721, gest. zu Paris
im Februar 1803). Studirte am Sem'mar
zu Montefiascone, wo er später auch Pro-
fessor und au der Cathedrale dieser Stadt
Canouicus wurde. Seinem Hange zu
Reiseu folgend, begab er sich nach Paris,
uud auf seiner RĂĽckkehr ĂĽber Florenz
lernte ihn der FĂĽrst NoseĂĽberg, der
Erzieher des Prinzen Leopold, nach-
herigen GroĂźherzogs uud Kaisers keuuen,
fand an ihm Gefallen und brachte ihn
nach Wien. Der FĂĽrst stellte ihn dem
Kaiser Io s eph II. vor, der au demgeist»
reichen Prälaten Gefallen faud. C. blieb
nun längere Zeit iu Wien, uud faud Ge-
legenheit seiner Reiselust als Begleiter
österreichischer Gesandtschaften ^- doch
ohne Rang uud Titel — zu genügen. Auf diese Weise kam er uach Petersburg,
Berlin, Madrid. In Petersburg nahm
ihn die Kaiserin Katharina II. mit
Auszeichnung an ihrem Hofe auf. Nun
kehrte er wieder uach Wien zurĂĽck, und
1782 wurde er an der Stelle des ver-
storbenen Metastasio zum ?06tk as-
82.r60 ernannt. Als solcher schrieb er 2
komische Opern: »I,a 6^otta H I>o/onio")
worin seine Satire die Philosophen vom
Haudwerk geiĂźelt;Paisiello uud S a-
l ier i setzten diese Oper in Musik; — uud
den ))Ss^ ^6ixHo)-o") eine Episode aus
dem „Caudide", wozu Paisiello seine
lieblicheMusik componirte.Die dritte komi-
sche Oper: „Oen-cme") die Verschwörung
des Catalina behaudelud, uud worin
Cicero's berühmte Rede: „
tg.n6.sm akutere Oktiling.
Qostrg/ in eine ^rig. duM umgestaltet
ist, ist nicht zur AuffĂĽhrung gekommen.
Als Ioseph II. , der dem italien. Dich-
ter persönlich gewogen war, u. ihn oft in
seine vertrauten Unterhaltungen gezogen
hatte, starb,
kehrte C a sti in sein Baterland
zurĂĽck, wo er der Poesie huldigte. Im
hohen Alter — im I . 1798 — begab er
sich nach Paris, um seine ,^ »nm.<M H?a^>
i" zum Drucke zu bringen. Nicht die
vorgenannten Operntexte sind es, welche
Casti's literarischeu Ruhm begrĂĽndet,
sonderu zwei andere Werke; eines da«
von sind die: ^^o^slls galamti, in, ottavs
(?aris 1793, Noiwi, s°.)
, darin waren 12 Novellen
enthalten. Später wurdeu sie von ihm bis
auf 48 fortgesetzt ftme Ausgabe, Paris
än IX (1801) 6 Bde,, 18°.; 1604,3 Bde.
8"., u. 1829,5 Bde. 32°.) Mert 3663).
Es sind bald größere bald kleinere Erzäh-
lungen iu flieĂźenden 0tt>g.v6 rirnb z voll
Witz, Laune und Spott, namentlich gegen
deu Staud, dem er selbst angehörte, aber
auch frivol, ja unstäthig. Man hat die
" mit Boccaccio's ^vsoHme-
verglichen, aber während jem
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon