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seine Heimat zurĂĽck, trat in den Orden
der Dominikaner und widmete sich wis-
senschaftlichen Forschungen. Mit beson-
derem FleiĂźe sammelte er Urkunden, die
auf die Geschichte seines Baterlandes Be-
zug hatten, und brachte davon 12 Folio-
bände, welche er „^ re^ana^ betitelte,
zusammen. Auf Grundlage derselben
schrieb er auch mehrere Werke, welche
doch ungedruckt geblieben, u. z. ..
Mt7'0H)0li^agTlMa"^ in deren ,.
nilni^ er mehrere Streitfragen der Kir
chengeschichte erörtert; — ^
eine
kritisch-historische Analyse von 500 aus
Nagusa gebĂĽrtigen Autoren; und. ,M-
K. Doms-
worin die Geschichte
der Klöster, Kirchen und Genossenschaften
seines Ordens mit Zugrundelegung einer
ans Urkunden geschöpfteuChronologie aus-
führlich erzählt wird. Auch übersetzte er
aus dem Italienischen in's Lateinische den
,, OoM'MsN'ta'l'io ci^mo Fc '^ttOT'e
i c?iiia v ssimsans
2i2, (WiLU 1856, I^ sodnoi-, unĂĽ
N, 3°.) 8. 82.
Cesari, Antonio (Philolog, geb.
zu Verona 16. Jänner 1760, gest. bei
Ravenna 1. Oct. 1828). Er trat sehr
jung in die Oou^ 6^9.210116 ä.6l? ora-
toi'io seiner Vaterstadt, und widmete sein
ganzes Leben dem Studium der italien.
Sprache, über die er mehrere geschätzte Ar-
beiten veröffentlicht hat; hätte C. in sei-
nem Eifer, alle Neuerungen in derSprache
zn entfernen, sich mit dem Gedanken be-
freunden können, daß lebende Sprachen,
als der vollendete Ausdruck der Gesit-
tung und des Wissens eines Volkes, nicht
auf einer Stufe stehen bleiben können,
sondern mit der steten Entwicklung des Volkes selbst sich immer entwickeln und
vervollkommnen mĂĽssen, so wĂĽrden seine
mĂĽhsamen und rastlosen, und nach einer
Seite hin auch verdienstlichen Forschun-
gen ein gĂĽnstigeres Resultat gehabt ha-
ben, und nicht von Männern, wie Gior»
dani, Orassi, Monri, Perticari,
Nomaui, Tomaseo, Gherardini
u. A., welche auch den Geist der italieni-
schen Sprache studirteu, und an deren
Veredlung arbeiteten, angefochten worden
sein. Sprachliche Forschungen mĂĽssen
stets dem BedĂĽrfnisse der Nation entspre-
chen und die philosophische Entwicklung
einer jeden lebenden Sprache soll bei phi-
lologischen Forschungen berĂĽcksichtigt wer-
den. Der Styl in C.'s Schriften, analog
den strengen Grundsätzen der Sprach-
reinigung, die er in seinen philologischen
Schriften aufstellte, ist correct und das
Verdienst, eben durch feinen Eifer der
durch französischen Einfluß herbeigeführ-
ten Entartung der Sprache einen Damm
gesetzt zu haben, bleibt ihm unbenommen;
als Poet ist Cesari weniger glĂĽcklich.
Außer einigen religiösen Schriften, eini-
gen Ausgaben der italienischen Classiker
und insbesondere des Dante, mehreren
Uebersetzungen der alten lateinischen Clas-
siker, u. z. der Oden und 9.rs p06tio3. des
H 0 raz (Verona 1788, neue Aufl. 1817);
der Comödien des Terenz (Verona
1806, Neapel 1834); und der Familien-
Briefe des Cicero (Mailand 1826, in
9Bdeu., 1845 in 3Bden.) gab Cesari
noch heraus eine neue Auflage des
rona. 1806—1809) 4".)^ bereichert mit
vielen tausend völlig veralteten Wörtern
nnd Wendungen, dessen Erscheinen Mon-
ti's „?i-Op03tg." veranlaßte; — „^lctms
Novells« (V6U6H13 1810, 4°.); — „öel-
clelia Dwma OommsHa cli Fants;
" 4 Zcle. (Ndeuäk 1824—26) ,
worin die Sprachschönheiten Dante's
weitläufig erörtert werden; — „
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon