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l- (Nd6näQi786). Alle diese
Abhandlnngen in den verschiedenen Jahr-
gängen der „NsssllieriHi ^tronoiuicIiS"
abgedruckt; — „ O '^si-vaIione ^ l clima
I,c)mbcl?-ciia" im 18. Bande der
5t3.1i3.n3." (6. 57);
cie/la I,omba?-<iia" in der „
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clei pi'6m^ ä'in6.u3ti'
4"; — und „
FF^ in den ^
des I . 1806. FĂĽr den Stich einer Karte
der Lombardie machte er die trigonome-
trischen Berechnungen. Nachdem er erster
Astronom des Mailänder Observatoriums
und Director deZ k. k. lomb. Institutes der
Wissenschaften u. KĂĽnste geworden, erlag
er einer langen n. schmerzlichen Krankheit.
, , 8°.) 8. 284^
338. — Meyer (I.), Das große Conversa-
tions-Le i^kon für gebildete Stände (Hildburg-
hausen 1845, Bibl. Inst., Lex. 8°<) VII. Bd.
1. Abtheil. S. 987.
Cesarotti, Melchior (Schriftstel-
ler nnd Dichter, geb. zn Padna 15.
Mai 1730, gest. ftach Ugoni^j zu Sel-
vaggiano 4. Nov. 1808). Entstammt
einer adeligen aber unbemittelten Fami-
lie. Die Begierde sich zn belehren war
frĂĽh in ihm erwacht und als ihn einst
sein Oheim, ein Franziseanermönch, in die
Klosterbibliothek einsperrte, kehrte er von
seinem Wissensdurste getrieben freiwillig
in diesesOefängniß zurück, das seiner Wiß-
begierde so viele Nahrung bot. In Pa-
dua vollendete C. seine Studien uud
nahm später die Stelle eines Erziehers
im Hanse Grimani in Venedig an. Dnrch
seine Bekanntschaft mit dem Engländer
Charles Sackville lernte C. die Dich-
tungen Ossians kennen, die ihn so anreg-
ten, daĂź er sie ĂĽbersetzte. Lord John
Stuart Graf von Bute, dem C. diese Uebersetzuug gewidmet, lieĂź sie in einer
schönen Ausgabe erscheinen. Mit dieser
Uebersetzung hatte C. seinen Ruhm be-
grĂĽndet; er erhielt einen Nnf als Pro-
fessor der griechischen Sprache und Lite-
ratur an die Universität nach Parma, aber
die venetianische Nepnblik wollte sich
den
so schnell berĂĽhmt gewordenen Mann
nicht nehmen lassen und verlieh C. 1768
eine Professur der griechischen und hebräi-
schen Sprache an der Universität zu P a-
dua. Im Herbste besuchte C. gewöhnlich
Venedig, nur im 1.1786 machte er eine
Reise nach Florenz, Nom u. Neapel uud
bekanut ist die treffende und lakonische
Charakteristik, die C. von den 3 Städten
entwarf ^Lx. Win. II. 5. 209); „Florenz
ist das Cabinet des Geschmackes, Rom
die Königin der Künste, Neapel der Gar-
ten der Natur". Nur noch einmal unter-
nahm C. eine Reise nach Mailand, als
ihn die Paduaner, gegen welche Napo-
leon aufgebracht war, dahin schickten,
um sie mit dem Kaiser zu versöhnen. Der
Kaiser nahm C. huldvoll auf. Sonst brachte
er seine ganze Zeit in Padna oder anf
feinem Land gute Selvaggiano, immer
mit seinen literarischen Arbeiten oder mit
der Pflege feines Gartens beschäftigt zu.
In Betreff des letztern war C. nicht sehr
glücklich uud sein Gärtner pflegte zu sa-
gen: „jede Pflanze zittere von oben bis
unten, so oft der Herr mit aufmerksamen
Blicken an ihr vorĂĽbergehe". Sein Bio-
graph Barbieri schreibt über ihn: „C.
studirte ohne UnterlaĂź Tag und Nacht
und was noch mehr ist, nach Tische, und
zwar mehrere Stunden hintereinander,
auch in seinem Alter, so daĂź er mit erhitz-
tem Gesichte nnd wie träumend davon
aufstand. Nie setzte er
sich zum Schreiben,
bevor er nicht deu Bau seiner Arbeit um«
rissen, die einzeluen Theile derselben be-
zeichnet und sogar die Perioden schon ins-
geheim in seinem Kopfe verarbeitet hatte."
Als Mensch war C. wenngleich ein Gelehr-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon