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übersetzt, erhielt er die Professur der Ge-
schichte nnd Geographie an der Olmützer
Cadetencompagnie, avancirte 1820 zum
Major, kam später in's Inf.-Reg. Nr. 9
nach Galizien, nnd trieb namentlich hö-
here Mathematik. Im Drucke erschien
von ihm: „Nrm5 Vlwtignngz - Sqstem, vder
dü2 Gleichgewicht zwischen Angreifer nnd Verthu-
digrr" (Wien 1828, Schaumburg, gr. 8.
mit 24 lith. Plan in gr. qu.-fol.). I m I .
1832 wnrde er Oberstlieutenant nud trat
im Sept. 1834 in den Ruhestand. I m I .
1841 wählte ihn die Commnne Zengg
zum Stadtrichter, welcher Stelle er dnrch
acht Jahre vorstand. C. hatte auch für
die große Kettenbrücke über die Donau
zwischen Pesth und Ofen einen Entwurf
ausgearbeitet und vorgelegt, worin er
Beweise seiner seltenen Kenntnisse in der
höheren Mechanik u. Baukunde gegeben.
Oestr. Militär-Konversativns-Lexikon. Herausg.
von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien
1851) I. Bd. S. 690.
Valentin (Schrift-
steller, geb. im Marktflecken Iasl iska
im Sanoker Kreise Galiziens 13. Februar
1798, gest. auf seinem GuteWietrzna,
Iasloer Kreises 23. Dec. 1846). Er
studirte zuerst in Przemvsl, später in
Lemberg, wo er die höheren Studien ab-
solvirte. Vom 1.1816 bis 1819 unter-
stützte er seinen älteren Bruder in der
d. i. Lemberger Gedenkblatt, des ersten
wissenschaftlichen und für jene Zeit sehr
gediegenen Journals in Galizien. Als
später dieses Zeitblatt zu erscheinen auf-
hörte , und Ch.'s Bruder nach Warschau
übersiedelte, gab er selbst im I . 1820 in
Lemberg ein ähnliches Blatt, uuter dem
Titel „I>52020tg. I^owskk") d. i. Lem-
berger Biene, heraus, die mannigfaltigen
Localschwierigkeiten besiegend. Später
ließ er seine Artikel im „kkinitztuil^
Halio^iski", d. i. Galizisches Gedenkblatt,
in den yNosra^tosoi") d. i. Miscellen, und anderen periodischen Schriften er-
scheinen. Znletzt im 1.1830 veröffent-
lichte er das Sammelwerk ^llä1io2g.uin")
welches in der polnischen Literatur in
Galizien einigermaßen Epoche macht.
Mit fremden Literaturen und besonders
mit der deutschen vollkommen vertraut,
nahm er sich vor, seine Landsleute vor
Allem mit dem Wesen der deutschen Phi-
losophie (gegen welche zu jener Zeit eine
Antipathie in Polen herrschte) bekannt zn
machen. Zn diesem Ende schilderte er in
einer Abhandlung ihre Nothwendigkeit,
den aus ihr entspringenden Nutzen und
gab später auch einen Abriß derselben von
Kant bis auf die neueste Zeit heraus.
Ueberdies ließ er in zwei Bänden
werthvolle Abhandlungen über Aesthetik
und Philologie, sowohl eigene als auch
Arbeiten des Johann Nep. Kaminski ;
die schönen Gedichte des Alexander Graf
Fredro und kleinere Arbeiten in Ver-
sen und in Prosa der jüngeren galizisch en
Schriftsteller drucken, welche er an sich
zu ziehen, durch sein Beispiel anzueifern
und zn einem wissenschaftlichen Ziele zu
vereinigen verstand. Ch. selbst besaß eine
vielseitige Bildung, seine Arbeiten zeich-
nen sich durch Leichtigkeit und Klarheit
in der Darstellnng, durch gründliches
Urtheil, scharfen Witz und wahren Humor
aus. I u seinen jüngeren Jahren schrieb
er kleinere Gedichte, oder übersetzte deren
aus den deutschen Dichtern Gel l ert,
Mathisson, Herder, Schil ler und
anderen. Später arbeitete er auf dem
Felde der Aesthetik und verfaßte in diesem
Fache ein Werk, welches bisher ungedruckt
geblieben. Seine humoristischen Artikel,
unter diesen: „0sio^ d. i. Der Esel,
eine historisch-psychologische Skizze, abge-
druckt im „Album für die Rzeszower
Abgebrannten" im Jahre 1844, und
andere, welche größtentheils noch unge-
druckt geblieben, sind einzig in ihrer Art.
Seine Reisen durch Europa beschrieb er
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon