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Ch. die „Negeöten der mährischen Archive" (auf
Kosten des Domesticalfondes Brunn 1856,
Nitsch und GroĂźe) herausgegeben und in
der Beilage die Correspondenz des Hof-
kriegsraths - Präsideuten Grafen Col-
lalto und des.Herzogs von Friedland
veröffentlicht. Eine Skizze der Verfassung
der Dorf- und Herrengerichte im 13. u.
14. Jahrhundert, als Beitrag zur Ge-
schichte des deutschen Rechtes und seines
Einflusses auf die Gesittung des Landes,
ist in der Einleitung der vonChlumecky
herausgegebene „NllrtwkisZMmer" im 17.
Bande des „Archives der kais. Akademie
der Wissenschaften" erschienen. Es ist dies
das erste Ergebniß größerer Studien über
die Geschichte des Grundeigeuthnms und
der Agrar - Verfassung im 13. und 14.
Iahrhund. I n den Schriften der hist.-stat.
Section der k.k. mähr.schl.Ges.(5.u.7.Heft)
sind zwei Abhandlungen Chlumecky's
erschienen: die eine umfaßt „Archäologische
Untersuchungen ĂĽber ein bei Brunn bloZgelegtes
tatarisches Grab", und die andere enthält
„Nie öffentliche und Prilllltconespanilenz, t>ie Ga-
gebiicher und Arknndensammlungen Karls des
Aelteren, Herrn mn Deratin", dieses bedeu-
tenden Mannes, dessen Wirksamkeit im
Jahre 1608 während des Zwistes zwischen
Kaiser Rudolph I I . und dem Erzherzog
(nachmal. Kaiser) Mathias, fĂĽr Oester-
reichs Geschichte so erheblich ist. Aus
diesen Studien Ch.'s ergibt sich die Wich-
tigkeit einer Darstellung der Geschichte
Oesterreichs von Ferd inandI . an bis
zum westphälischen Frieden, in welche
Periode die Grundlage der einheitlichen
Gestaltung Oesterreichs fällt. Da die
Tageszeit den Amtsgeschäften ganz und
gar gewidmet ist, verwendet Ch. die spär-
lichen MuĂźestunden, diese Periode der
österreichischen Geschichte ausführlicher zu
bearbeiten. Neben den erwähnten Wer-
ken sind mehrere Aufsätze historisch-stati-
stischen u. staatswissenschaftlichen
Inhalts
in scientifischen Journalen erschiene:^. Auch hat er Landescnlturfragen zum Ge-
genstande seiner Studien gemacht. Von
diesen ist nur eine größere Abhandlung:
„Neber die Theilung der Gemeinde-Hnwriden"
(Brunn 1848, Wimmer) selbständig er-
schienen. Im Jahre 1855 wurde er stän-
diges Mitglied der k. k. m. schl. Grund-
lasten ablösungs- u. Negulirungs-Landes-
commission. Die Könige von Dänemark
und Sachsen zeichneten Ch.'s wissenschaft-
liche Bestrebungen durch Verleihung ihrer
Orden, mehrere gelehrte Akademien des
In- und Auslandes durch Uebersendung
ihrer Diplome aus.
d'Elvert , Geschichte des BĂĽcher- und Stein-
drucks in Mähren. I. Bd. (oder 6. Heft der
Schriften der histor. - statistischen Section der
k. k. mähr. schief. Gesellschaft des Ackerbaues,
der Natur- und Landeskunde u. f. w.) S. 315.
Chmel, Adam Mathias (Professor
der Mathematik und Physik, geb. zu
Teschen 27. August 1770, gest. zu
Linz 12. März 1832). Er legte seine
Humanitätsstudien zum Theil im gräfl.
Tenczin'schen Convicte in Teschen un-
ter der Leituug des gelehrten Schersch-
nik in den 1.1781—86 zurück. Dann
ging er auf die Universität nach Wien nnd
absolvirte daselbst die philosophischen Ge-
genstände, dann die Rechts-und die poli«
tischen Wissenschaften, zugleich aber hörte
er, auf Veranlassung des Freiherrn van
Swieten, auch die höhere Mathematik
in den vorgeschriebenen Surfen. 1794
bewarb er
sich um die Genie-Lehrerstelle
an der mährisch-ständischen Akademie zu
OlmĂĽtz, und erhielt sie noch im August
desselben Jahres. 9 Jahre verblieb er da-
selbst, bis er 1803 die Lehrkanzel der Ma-
thematik und später der Physik am Linzer
k.k. Lyceum erhielt. Seine Schriften sind:
„Herstellung der Begriffe Acht unk Wicht"
(in den 6 ersten Heften des in Brunn
bei Traßler erschienenen „Allgemeinen
europäischen Journals" Jahrg. 1797);
Nifferrnzilllien" (in dem«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon