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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Volume 2
Page - 373 -
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Page - 373 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Volume 2

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373 gestand seine Liebe zur Musik ein. Ap rile verwendete sich für den talentvollen Kna- ben, der bald Unterricht von tüchtigen Meistern erhielt und auch Proben seines glänzenden Talentes gab. Er zählte kaum 25 Jahre, als sein Ruhm auf allen Thea- waren schon 1785 in Deutschland bekannt; 1787 folgte er einem Rufe nach Peters- burg , wo er bis 1790 blieb, dann nach Italien zurückkehrte, aber schon 1791 auf eine Einladung des Kaisers Leopold I. nach Wien kam, wo er an Salieri's Stelle Kapellmeister wurde, und für die Hofopernbühne heroische und komische Opern schreiben sollte. In dieser Stellung schuf er sein eigentliches Meisterwerk, die komische Oper: „II m.atT'imon.io Fe^sto" (1791), welchem solchem Grade des Kai- sers Wohlgefallen erhielt, daß sie auf des- sen Befehl an einem Abende zweimal hintereinander gegeben wurde. In Nea- pel wurde dieselbe später an 57 aufein- anderfolgenden Abenden gegeben. Als sein Gönner Kaiser Leopold starb, verlor Cimarosa seine Kap ellmeisterstelle; er begab sich nach Italien, u. z. nach Neapel zurück, wo er sich verleiten ließ, an den politischen Bewegungen der parthenopei- schen Republik Theil zu nehmen. Als die alte Verfassung wieder hergestellt wurde, ward C. verhaftet und nur mit Hilfe eines russischen Generals entging er durch die Flucht dem furchtbaren Lose des Henkertodes, welches die übrigen Freiheit- fchwärmer getroffen. Er kam Ende 1300 nach Venedig, aber — wie es heißt — in Folge der im Gefängnisse erlittenen Miß- handlungen starb er schon nach wenigen Wochen in der Blüthe seines Lebens, im Alter von 46 Jahren. Ueber seinen Tod gingen mannigfache Gerüchte. Es hieß sogar, er sei vergiftet worden, so daß sein Arzt Giovanni Picciati das Gerücht öffentlich widerlegen mußte. C. hat Opern, Cantaten, Oratorien, Messen u. drgl. m. geschrieben. Von ersteren allein soll er mehr als 120 componirt haben, unter denen die komischen besonders gelungen sind. ^Gerber und die yAonvsiis Vio- Frkpkis Fsusrkis zählen einen großen Theil derselben auf). Für Wien ins- besondere componirte er außer der er- wähnten „II matn'mowio Fs^eto" noch „^.mo^ ?sn^6 sagaes" 0p. duW (1793); ^ op.d. (1796) und s" 0p. s^ria. (1798); — für Cremoua ^?-ta5e^56" op. ssr. (1765); — für Mailand: „1,6 t»-ams op. d. (1787); — für Venedig: 0p. d. (1789); — „6tt 09.8. (1797); — für Verona: „ l i convitato H^istra" op. d. (1790);— u.fürBrescia: «Icia- k'cle 0 la vsT-FMs clsl 50?s" 0p. s. (1790). C.'s eigentliche Stärke war die komi- sche Oper; einen Augenblick lang schien es, als sollte er Mozart übertreffen. Bemerkenswerth ist Gretry's Ansicht, die dieser gegen Napoleon aussprach, als er Cimarosa und Mozart verglich: „Cimarosa, bemerkte Gretry, stellt die Statue auf das Theater und das Pie- destal in'sOrchester; Mozart aber stellt umgekehrt die Statue in's Orchester und das Piedestal in's Theater". Auf die ihm von Kaiser Leopold erwiesene Huld war C< nnd mit Recht stolz, und trug die gol- dene mit Diamanten besetzte mit dem Porträt des Kaisers versehene Dose, ob- wohl er nicht schnupfte, stets bei sich. Auf einer Fahrt nach Versailles, wo ihm Je- mand eine Prise Tabak anbot, die C. ausschlug, zeigte er dem Schnupfer das kais. Geschenk mit den Worten: „Obwohl ich nicht schnupfe, trage ich doch eine schöne Dose beständig bei mir. Sie ist ein Geschenk des Kaisers von Oesterreich". Als er an den Ort seiner Bestimmung angelangt war und in einer Weile nach seinem Kleinod sah, fand er statt dessen in der Tasche ein Blättchen Papier, worauf ge-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Bninski-Cordova, Volume 2
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Bninski-Cordova
Volume
2
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1857
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
470
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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