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Für die Kirche seines Geburtsortes zeich-
nete er die Pläne und vollendete die Mo-
delle und für die Gemeinde zeichnete er
eine genaue Karte für die Eigenthums-
waldungen. Er starb, 80 Jahre alt, ehe
die Nassereither Kirche vollendet war, für
welche er den Hochaltar unentgeltlich zu
arbeiten vorhatte.
Volts- und Schützen-Zeitung (Innsbruck, 4«.)
1854 (IX. Jahrg.) Nr. ö4: „Erinnerung an
Joseph Falbesoner von Nassereith."
Flllger, Anton (Zeichner und Li-
thograph, geb. zu Elbigenalp in
Tyrol 1791). Zeigte früh großes Talent
für Kunst und ging in's Ausland, wo er
sich so ausbildete, daß seine Arbeiten Auf-
sehen erregten und er sogar einen Ruf
nach London erhielt. F. arbeitete meh-
rere Jahre in München und in Weimar,
besonders werden seine Copien nach
Callots Kupferstichen gerühmt. Nach»
dem er sich
durch seine Arbeiten ein Ver-
mögen erworben, kehrte er in seine Hei-
mat zurück und lebt seit vielen Jahren
wieder zu Elbigenalp im Lechthale, wo
er sich theils mit dem Unterricht im Zeich-
nen beschäftigt, welchen er fähigen Söh-
nen seiner Landsleute ertheilt; theils aber
seine reichen Sammlungen verschiedener
Art vermehrt und ordnet. In Falgers
Sammlungen ist ganz Lechthal vertreten,
alle Schmetterlinge, Holzarten, Minera-
lien , Versteinerungen u. f. w. kurz alle
Merkwürdigkeiten seines Vaterlandes in
den besten und seltensten Exemplaren be-
finden sich
darin. Ein berühmter Schwei-
zer Naturforscher hat Falg er zu Ehren
eine Versteinerung nach ihm benannt.
Dann hat F. die ehemaligen Thaltrach-
ten theils in zufällig noch vorhandenen
einzelnen Stücken, theils durch Zeichnun-
gen nach Beschreibung der Alten oder nach
Votivtafeln gesammelt. Auch hat er 2 treff-
liche Reliefkarten von Tyrol und dem Lech-
thal mit großer Genauigkeit angefertigt.
Volls- und Schützen-Zeitung für Tyrol und Vorarlberg 1856 (XI. Jahrg.) Nr. 35: „Aus
dem Lechthale. Graveur Falger und fein Haus."
— Bozner Zeitung 1856, Beilage zu Nr. 25.
— Tirottsches Künstler - Lexiton (Innsbruck
1830, F. Rauch) S. 46. — Nagler (G. K.
Dr.), Neues allg. Künstler-Lexikon (München
1835 u. f., 8°.) IV. Bd. S. 237.
Falter, Giovanni (Knnftmäcen,
geb. zu Venedig 1710, gest. ebenda 2l).
Juli 1808). Aus einer vornehmen Pa-
trizier-Familie stammend, bekleidete er
selbst hohe Staatswürden, war Senator
und Einer des Rathes der X. Mehr je-
doch als diese Verdienste sichern ihm die
Gönnerschaft und Unterstützung, welche
er dem großen Canova (s. d. II. Band
S. 251) augedeihen ließ, die Erinnerung
der Nachwelt. Falier wurde auf das
seltene Talent des Knaben, damals Kü-
chenjunge, aufmerksam, brachte ihn zu
Gius. Bernardi, genannt i l Toretto
in die Lehre und behielt ihn nun sorg-
fältig im Auge. Als Canova später mit
seinem Meister nach Venedig übersiedelte,
nahm ihn Falier in sein Haus wie einen
Angehörigen auf, sorgte für seine fernere
Ausbildung und erwarb ihm denZutritt in
derGallerieFarfetti(s.d.), welche reich
an Sculpturen war, wodurch Canova
sich nach den besten Mustern bilden konnte.
So unterstützte er mit Rath und That
den aufstrebenden Künstler. AlsCanova
nach Rom ging, empfahl er ihn an den
venezianischen Gesandten in Nom, Giro-
lamo Zulian, und mit diesem vereint
erwirkte er vom Senat für Canova die
Unterstützung von jährlichen 300 Duca-
ten auf die Dauer von 3 Jahren. Ca-
nova wechselte mit seinem Gönner Briefe,
welche
sich im Besitze von Em. Ant. Ci-
cogna befinden. Canova's für Falier
gemeißeltes Monument kam erst 1822,
nach Canova's Tode, nach Venedig (siehe:
Canova II. Bd. S. 260 „Sculpturen
C.'s aus dem I. 1803").
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon