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lichen Dienst als Schullehrer versehen uud
sich große Verdienste als solcher erworben.
Nach seinem Tode hinterließ er dem Chor
der Achenthaler Kirche eine sehr bedeutende
Sammlung musikalischer Werke, darunter
nicht wenige seiner eigenen Compositionen.
Volks- und Schützen-Zeitung für Tyrol und
Vorarlberg 1855. Beilage Nr. 4, Ersatzblatt
für den Monat Jänner: „Aus dem Achen-
thale. Ein wackerer Lehrer."
Fllllmerayer, Jacob Philipp (Ge-
lehrter, geb. zuTschötsch im Bezirk
Brixen 10. Dec. 1790). Sohn eines
armen Landmanns, kam er 1803 in das
Casstaneum, ein Chorknaben-Institut,
das unter der Leitung des Priesters Val.
Forer trefflich gedieh. I n Salzburg,
später in Landshut setzte F. seine Stu-
dien fort, sich besonders auf Sprachen,
Geographie und Archäologie verlegend.
Die Ereignisse des Jahres 1813 riefen
den Jüngling zu den Waffen; als zweiter
Adjutant des Generals Spret i that er
sich besonders bei Hanau hervor und
zog mit den
siegreichen
Heeren nach Paris.
1815 aus Frankreich rückgekehrt und mit
seiner Compagnie nach Lindau verlegt,
setzte er nun seine Studien fort, erhielt
1818 eine Professur am Gymnasium zu
Augsburg. 1821 zu Landshut, 1826 die
Lehrkanzel der Geschichte an der Univer-
sität der letztern Stadt. Die Beantwor-
tung der zu Kopenhagen 1823 gestellten
Preisfrage über die Geschichte des Groß-
komnenischen Kaisertums Trapezunt,
lenkte zuerst die allgemeine Aufmerksam-
keit auf den Gelehrten. F. erhielt den
Preis in einer 40 dänische Ducaten schwe-
ren Medaille. Im I . 1831 bereiste er
als Begleiter des russ. Generals Grafen
Oftermann-Tolstoh den Orient, an
Ort und Stelle jene Studien vervollstän-
digend, welche er in seinen spätern Wer-
ken veröffentlichte. 1833 kehrte er über
Italien nach Deutschland zurück. Nun
wurde er ordentliches Mitglied der histo- rischen Classe der Akademie der Wissen-
schaften zu München. 1840 unternahm
er seine zweite Reise nach dem Orient,
von welcher er 1842 heimkehrte; und
1847 seiue dritte. Im Mai 1848 erhielt
er den Ruf an Görres'Stelle als Pro-
fessor der Geschichte an die Hochschule von
München. Von München wurde F. in's
Frankfurter Parlament gewählt und 1849
wegen Theilnahme an den Stuttgarter
Beschlüssen seines Lehramtes enthoben.
Den Winter 1849 auf 50 lebte F. in
Appmzell und St. Galleu, dann einige
Zeit in München, seit 1851 in Südtyrol.
Außer zahlreichen Correspondenzen in
der allgemeinen (Augsburger) Zeitung,
welche sich durch ihre Tüchtigkeit und
Freimüthigkeit unter der Chiffre F. be-
merkbar machen, gab F. selbständig her-
aus : „Geschichte des Nmserthnms zu Grapejnnt"
(München 1827, 4".), die obenerwähnte
Preisschrift; — „Geschichte der Halbinsel
Muren mährend des Mittrlaltrrs", 2 Theile
(Stuttgart 1830 und 36, gr. 8".); —
„Velchen Ginßnss lMe die Besetzung Griechen-
land« durch die Alanen ant das Schicksal der Stallt
Men nnd der VandschaN Httika?" (Stuttgart
1835, gr. 8".); — „Fragmente ans dem
Grient", 2 Bde. (Ebenda 1845, gr. 8°.);
— „Nenkschriit über chulgutha und das heilige
Grak" (München 1852, gr. 4". mit einer
Tafel). Auch enthält das Wiener Blatt
„Donau" (1857 eingegangen) im Jahr-
gange 1855 zwei bemerkenswerthe Ar-
beiten Fal lmerayers: „Ueber die mien-
wisch.deutsche Frage" (Nr. 394, 396, 398)
und „Ueber die.Snknntt des nsmanischrnAeichez"
(Nr. 544. 546, 548, 552, 556). F. hat
eine bisher nicht gekannte Ansicht über
die neugriechische Nationalität, u. z. sie
als eine slavische erklärend, aufgestellt,
welche Behauptung mehrere, darunter
wissenschaftliche Gegenschriften znr Folge
gehabt, wodurch dieselbe einer endgiltigen
Fassung offen geblieben ist.
Staffler (Ioh. Jakob), Das deutsche Tyrol
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon