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in seinem Hanse antrug, und ihn selbst
mit den nöthigen Geldmitteln unterstützte.
Er hatte nun in seiner Ausbildung so
große Fortschritte gemacht, daß er von
dem Maler Alexander Thiele eine Ein-
ladung erhielt, zu ihm nach Dresden zu
kommen. F. säumte nicht, seine Kunst-
reise anzutreten. 18. Oct. 1718 verließ
er Wien. Mehrere Jahre hatte F. in
Sachseu verlebt und große Fortschritte in
der Kunst gemacht, als er eine Wande-
rung nach London zu machen beschloß.
In London verliebte
sich F. in die Toch-
ter eines armen Porträtmalers und diese
Liebe war die Quelle aller seiner künfti-
gen Leiden. Kaum ward das Mädchen
seine Gattin, als sie ihm durch ihre
Ränkesucht und unerträglichen Launen die
bittersten Stunden bereitete nnd durch
ihren Hang zur Verschwendung ihn dem
Bettelstäbe nahe brachte. F. verlor durch
diese Verbindung das dem Künstler so
nöthige Gut einer knmmerlosen Lage.
Er mußte nun schnell arbeiten, und, um
Geld zu gewinnen, seine Arbeiten tief
unter ihrem Werthe verkaufen. Dieser
nagende Kummer, der mit ihm zu Bette
ging und mit ihm erwachte, untergrub
seine Gesundheit und führte im Alter
von 51 Jahren seinen Tod herbei, den
er sich,
wie er an seinen Freund Thiele
schrieb, sehnlichst gewünscht hatte. Nach
dem „Neuen Zeitungs- und Conversa«
tions-Lexikon" (Wien 1812, gr. 8°.),
wurde er vor seinem Hause todt liegend
gefunden. Seine Oelgemälde sind
selten.
Die Belvedere - Gallerie besitzt von ihm
zwei Oelbilder auf Kupfer gemalt, italie-
nische. Jahrmärkte vorstellend mit vielen
kleinen Figuren und Gruppen. Er malte
Landschaften, Marinen, Fischereien,
Marktscenen, Stillleben u. d. m. Die
Landschaften feines Lehrers und Freun-
des A. Thiele staffirte er mit Figuren,
und besitzt deren mehrere die Dresdner
Gallerie. Viele seiner Bilder wurden 185
von tüchtigen Kupferstechern als Wag-
uer, Th. Major, Couchs, Kei l l ,
Geyser, Bivarez u. A. in Kupfer
gestochen. F. selbst gab eine kleine Suite
radirter Blätter: „ 6^7-ici /a t t i ^ ^.^."
(I^onäon 1726, 8 Vlätt.) heraus, welche
äußerst selten sind, und Landschaften,
Ruinen, Fontainen mit niedlichen Figu-
ren vorstellen.
Wiener Modezeitung, herausgeg. von Schickh
1835, S. 1209: „Franz Ferg. Ein Beitrag
zu Oesterreichs Kunstgeschichte" von Bubik
lmit der unrichtigen Bemerkung, daß Fergs
Biographie in Graf fers Oestr. National-
Encyklopädie fehle, sie befindet sich daselbst,
wie die folgende Nachweisung zeigt). — Oestr.
National-Encyklopädie (von Gräffer und
Czikann), (Wien 1835) VI. Bd. und
Suppl. S. 436. — Dlabacz (Gottfried
Johann), Allg. historisches Künstler-Lexikon
für Böhmen (Prag 1815, 4".) I. Bd. Sp. 388
lnach diesem 1698 geb., was unrichtig und
überhaupt schwer zu erklären ist, wie der in
Wien geborne und gebildete Ferg in das
Lexikon böhmischer und mährischer Künstler
kommt). — Nagler (G. K. Dr.), Neues
allgemeines Künstler - Lexikon (München
1835 u. f., 8°.) IV. Bd. S. 280. — Fio-
r i l lo ( I . D.), Geschichte der zeichnenden
Künste in Deutschland und den vereinigten
Niederlanden (Hannover 1815 u. f., gr. 8".)
lnennt den Künstler zu wiederholten Malens.
— Mül ler (Fr. Prof.), Die Künstler aller
Zeiten u. Völker (Stuttgart 1857, Ebner und
Seubert, Lex. 8°.) I I . Bd. S. 30 lmit Bei-
fügung feines Monogrammes!. — Annalen
der bildenden Künste für die österr. Staaten,
herausg. von H. Rud. Fueßl i (Wien 1801,
Schaumburg) I. Thl. S. 7. — /lu^stloT^,
I^6ttro ä nn ainäwur p. 180—88. — De§-
oamFsi Vi65 äs5 reineres ükmauäs, »He-
maucls s«. IV. Lä. 8.269 u. 5. sD e s camp s
charakterisirt F. wie folgt: „F. stellte wie
Berghem und Wouwermann ländliche
Feste dar. Seine Gemälde sind mit Ruinen
und schöner Baukunst geziert; der Marmor
und die Steine sind weder trocken noch kalt.
Das Colorit hatte auf früheren Bildern ita-
lienische Warme und Gluth, aber dann be-
obachtete er die Natur genauer und folgte
ihrem Rathe. Seine Figuren sind mit Geist
behandelt, ohne jedoch die Zartheit N5ouw er-
mann s zu besitzen.") — Porträt. Unter«
schrift: ^rkueisous li'erg natus Vinäooouas
ävn. I^ouäwi AVOOXI. UN«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon