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schiedsbesnch machte, erhielt er zum An
denken das Gedicht: „Hermann und Do-
rothea", in welchem von Goethe eigen-
händig die Worte geschrieben stehen: „zum
freundlichen Andenken an den Aufent-
halt im Saalthale". Im I . 1818 kehrte
F. nach Hause zurück, und ward zuerst
Caplan beim Superintendenten Lowich
in Neusohl, im I . 1820 Prediger in
Szügy, wo er
sieben Jahre als Seelsor-
ger wirkte. Im I . 1827 wurde er zum
Prediger nach Iolsva berufen. Hier ent-
wickelte sich seine Thätigkeit für Kirche
und Schule. Dreimal stand er an den
Stufen des Thrones, um Hilfe bittend
für seine Kirche. Er setzte sich mit den
Vorstehern des Gustav Adolf-Vereins in
Verbindung und empfahl ihnen arme
durch Unglück heimgesuchte Gemeinden
Ungarns. Endlich begab er
sich im Jahre
1851 zur Hauptversammlung dieser Ge-
sellschaft nach Hamburg. abgesandt und
unterstützt vom District der Theißer Su-
perintendenz, und im Jahre 1852 nach
Wiesbaden. Als Schriftsteller seines Fa-
ches schrieb er: „Ideen tiir die künftige Gesetz-
gebnng der Protestanten in Ungarn" (Wien
1851, Sommer), welche Schrift seiner
Zeit mehrfach besprochen wurde. In
weitern Kreisen war er unter dem Na-
men des „Wetterpropheten von Iolsva"
bekannt, aber als Meteorolog, der auch
die Grenzen seiner Wissenschaft kannte
und würdigte, den Männern des Faches
als fleißiger und genauer Beobachter
nicht fremd. F. wurde ein Opfer der
Cholera, die den zwar 62jährigen aber
noch rüstigen Mann in 18 Stunden
dahinraffte.
Erscheint bald als Ferjentsek, Ferjentsik,
Ferjencsik. — Protestantische Jahrbücher
für Oesterreich, herausgeg. von Victor Hor-
nyanßky (Pesth, 8°.) 1855, 7. Hft. S. 512:
„Nekrolog" Iworin insbesondere F.'s Ver-
dienste als Naturforscher gewürdigt Werdens
— Pesth - Ofner Zeitung 1855, Nr. 176:
„Samuel Ferjencsik, der Iolsvser Wetter-
prophet." — Ungarische Post (Pefther Blatt) 1855, Nr. vom 31. Oct. — Blätter f. Geist,
Gemüth und Vaterlandskunde. Beilage zur
Kronstädter Zeitung 1856, Nr. 7, S. 28 ftach
diesen geb. 4. Dec. 17931. -^ Lioveusks Ao-
viu?, d. i. slovenische Neuigkeiten (Wien,
Fol.) 1855, Nr. 90 ftach diesen geb. 1795).
— Der Pesther Bote. Großer gemeinnütziger
Kalender f. b. 1.1857 (Pesth, Landerer, 4°.)
III. Jahrg. S. 62.
Ferlendis, Joseph (Virtuos auf
der Hoboe, geb. zu Bergamo 1755,
gest.?). Sein Vater war zu Bergamo
Professor des Violin- und Violoncello-
Spiels. Von früher Kindheit zeigte Io-
s ep h großes Talent für Musik und na-
mentlich im Spiel der Hoboe. Nachdem
er
sich ausgebildet, folgte er einem Nufe
als erster Hoboist an der damals berühm-
ten erzbischöflichen Hofcapelle in Salz-
burg. Nach zweijährigem Aufenthalt da-
selbst ging F. nach Venedig, 1793 nach
England u. z. mit dem berühmten Con-
trebassisteu Dragonetti (s. d. III. Bd.
S. 376), war aber 1800 wieder im Or-
chester des Triester Theaters und unter-
nahm dann mit seiner Frau und seinen
zwei Söhnen Knnstreisen. F. hat meh-
rere Duette, Terzette, Quartette und
Concerte componirt, welche den Bei-
fall der Kenner gefunden haben; auch ist
er der Erfinder eines Blasinstrumentes,
welches unterdemNamen deseuglischeu
Hornes im Concerte
sich
als sehr wirk-
am beurkundet hat und das er übrigens
selbst meisterhaft spielte. F.'s Gemalin,
des römischen Architekten Barberi Toch-
ter, betrat als Sängerin zuerst in Lissa-
bon dieBühne und feierte große Triumphe,
namentlich mit Crescentini (der sie
auch unterrichtete) in der Oper „Pygma-
lion"; 1803 sang sie
in Madrid, 1804 in
Mailand, wo sie in der Oper „II Vstto-
1ino" Furore machte; 1805 in Paris
anf dem Theater der Kaiserin, wo sie
namentlich in Fioravanti's „Okpi-ie-
sH peutita" sehr gefiel. Aus dieser
Ehe gingen zwei Söhn^ hervor, welche
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon