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Ferrari, Jakob Gottfried (Compo
fitenr, geb. in Siidtyrol in der zweiten
Hälfte des vor. Jahrhunderts, gest.?).
Stammt ans einer Familie in Südtyrol,
aus welcher mehrere Personen als Mu
siker sich einen Nuf gemacht haben. Doch
sind die hie und da zerstreuten Daten so
verworren, daß sich nichts mit Sicherheit
angeben läßt. Tas Folgende ist ans Fer-
rari's Lebensbeschreibung, worin wie-
derholt Tvrol seine Heimat genannt wird.
Schon 1786 befand er sich in Paris im
Orchester dcs Theaters äu. HIoilZieur an
gestellt. Den Orund feiner Berühmtheit
legte er damit, daß er die poetische Er
zählung des Abb6 G arron, welche mit
folgendem Verse anfängt: „Huknä 1
moui- uayiiit 2. 0^tü6i-6" in Musik
setzte. Der Stoff des Gedichtes ist: Der
Liebesgott, von der Unschuld gesäugt,
wird von der Sinnlichkeit mit zu vielen
Leckereien gespeist und gibt endlich in
den Armen der Letzteren seinen Geist
auf. F.'s Composition machte in Paris
Furore. Sein Lob stoß
von Aller Lippen.
Nun begab er sich nach Neapel, nrn bei
Paefiello Unterricht zu nehmen. Dort
lebte er einige Zeit, bewunderte die be-
rühmte Lady Hamilton, die Venus des
18. Jahrhunderts, schwärmte zugleich
für die 4 Schwestern: Celeste, Con-
stantine, Annette und Nosine Co-
fellini, nahm auch Unterricht bei dem
berühmten Contrapunctisten Latil la,
verkehrte mit vornehmen Dilettanten
und kehrte wieder nach Paris zurück, wo
er nunmehr Unterricht im Gesänge gab,
die größere Zeit aber zur Composition
verwendete. Im I. 1788 begab er sich
nach London und hielt
sich
dort als Ge-
sangslehrer bis 1805 auf, dann unter-
nahm er mit seinen Kindern Kunstreisen,
war im I. 1807 in Deutschland, ging
dann nach Petersburg und von dort nach
Schweden, Dänemark, Norwegen, wo er
sich mn das I. 1810 niederließ. Seine zahlreichen Compositionen hat Gerber
mit großem Fleiße zusammengestellt. Er
schrieb außer einer komischen Oper: ,.^a
Mlanölla 9-apita") viele Romanzen, Duet-
ten, Canzoncttcn und Sonaten im leichten
gefälligen Style; mehrere davon für das
Piano kamen in Wien herans, als: „ I I I
Fonatn av. 7^." (0p. 3); — ^ 1 1
^6t. ^6665" (0P. 4); — „ I I I Honat.
av. ^. obl. et ö." (0p. 5); — .Foncert
m c-lllil" (op. 6). Die übrigen erschienen
in Paris, in Offenbach, Berlin bei
Hummel und Leipzig beiKühne l. Das
letzte Zeichen seiner Thätigkeit war die
Herausgabe zweier Bändchen Anecdoten,
in denen die meisten Musiker und Dilet-
tanten der letzten vierzig Jahre eine Rolle
spielen und worin er, wie ein Kritiker
schreibt: „die musikalische Welt von Rom,
Neapel und London treffender charakte-
rifirt, als mancher gelehrte pedantische
Kunstkritiker in seinen musikalischen Ab-
handlungen". — Von seinen Kindern
war sein Sohn Jakob Flötist, der auch
Einiges für sein Instrument geschrieben
hat, aber bald verschollen ist. — Seine
Tochter Franciska (geb. zu Pariij
1786, gest. Zu Gro ß - Salzbrnnn in
Schlesien 3. Oct. 1828) war cine aus-
gezeichnete Harfenspielerin, welche anf
dem Pariser Conservatoire ihre musika-
lische Ausbildung erhalten hatte, aber
auf einer 1826 von Christiania aus untcr^
nommenen Knnstreise starb.
if6 of Ferrari, tlie OoinpoLOr (I^ouäou 1839).
— Magazin für die Literatur des Auslandes
(Berlin, kl. ssol.) 1839, Nr. 61: „Aus dem
Leben des Componisten Ferrari." — Gerber
(Ernst Ludwig), Neues histor.-biogr. Lexikon
der Tonkünstler (Leipzig 1812, Kühnel, gr. 8".)
II. Bd. Sp. 10? lmit einer reichen Uebersicht
seiner Compositionen für Gesang und Piano-
forte). — Ersch (I . S.) und Grub er ( I .
G.), Allgem. Encyklopädie der Wissenschaften
und Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4".)
I. Sect. 43. THI. S. 226.
Ferrari, Johann Baptist (Literar>
Historiker und Biograph, geb. zu
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon