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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 194 -
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194 Ferrari, Jakob Gottfried (Compo fitenr, geb. in Siidtyrol in der zweiten Hälfte des vor. Jahrhunderts, gest.?). Stammt ans einer Familie in Südtyrol, aus welcher mehrere Personen als Mu siker sich einen Nuf gemacht haben. Doch sind die hie und da zerstreuten Daten so verworren, daß sich nichts mit Sicherheit angeben läßt. Tas Folgende ist ans Fer- rari's Lebensbeschreibung, worin wie- derholt Tvrol seine Heimat genannt wird. Schon 1786 befand er sich in Paris im Orchester dcs Theaters äu. HIoilZieur an gestellt. Den Orund feiner Berühmtheit legte er damit, daß er die poetische Er zählung des Abb6 G arron, welche mit folgendem Verse anfängt: „Huknä 1 moui- uayiiit 2. 0^tü6i-6" in Musik setzte. Der Stoff des Gedichtes ist: Der Liebesgott, von der Unschuld gesäugt, wird von der Sinnlichkeit mit zu vielen Leckereien gespeist und gibt endlich in den Armen der Letzteren seinen Geist auf. F.'s Composition machte in Paris Furore. Sein Lob stoß von Aller Lippen. Nun begab er sich nach Neapel, nrn bei Paefiello Unterricht zu nehmen. Dort lebte er einige Zeit, bewunderte die be- rühmte Lady Hamilton, die Venus des 18. Jahrhunderts, schwärmte zugleich für die 4 Schwestern: Celeste, Con- stantine, Annette und Nosine Co- fellini, nahm auch Unterricht bei dem berühmten Contrapunctisten Latil la, verkehrte mit vornehmen Dilettanten und kehrte wieder nach Paris zurück, wo er nunmehr Unterricht im Gesänge gab, die größere Zeit aber zur Composition verwendete. Im I. 1788 begab er sich nach London und hielt sich dort als Ge- sangslehrer bis 1805 auf, dann unter- nahm er mit seinen Kindern Kunstreisen, war im I. 1807 in Deutschland, ging dann nach Petersburg und von dort nach Schweden, Dänemark, Norwegen, wo er sich mn das I. 1810 niederließ. Seine zahlreichen Compositionen hat Gerber mit großem Fleiße zusammengestellt. Er schrieb außer einer komischen Oper: ,.^a Mlanölla 9-apita") viele Romanzen, Duet- ten, Canzoncttcn und Sonaten im leichten gefälligen Style; mehrere davon für das Piano kamen in Wien herans, als: „ I I I Fonatn av. 7^." (0p. 3); — ^ 1 1 ^6t. ^6665" (0P. 4); — „ I I I Honat. av. ^. obl. et ö." (0p. 5); — .Foncert m c-lllil" (op. 6). Die übrigen erschienen in Paris, in Offenbach, Berlin bei Hummel und Leipzig beiKühne l. Das letzte Zeichen seiner Thätigkeit war die Herausgabe zweier Bändchen Anecdoten, in denen die meisten Musiker und Dilet- tanten der letzten vierzig Jahre eine Rolle spielen und worin er, wie ein Kritiker schreibt: „die musikalische Welt von Rom, Neapel und London treffender charakte- rifirt, als mancher gelehrte pedantische Kunstkritiker in seinen musikalischen Ab- handlungen". — Von seinen Kindern war sein Sohn Jakob Flötist, der auch Einiges für sein Instrument geschrieben hat, aber bald verschollen ist. — Seine Tochter Franciska (geb. zu Pariij 1786, gest. Zu Gro ß - Salzbrnnn in Schlesien 3. Oct. 1828) war cine aus- gezeichnete Harfenspielerin, welche anf dem Pariser Conservatoire ihre musika- lische Ausbildung erhalten hatte, aber auf einer 1826 von Christiania aus untcr^ nommenen Knnstreise starb. if6 of Ferrari, tlie OoinpoLOr (I^ouäou 1839). — Magazin für die Literatur des Auslandes (Berlin, kl. ssol.) 1839, Nr. 61: „Aus dem Leben des Componisten Ferrari." — Gerber (Ernst Ludwig), Neues histor.-biogr. Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1812, Kühnel, gr. 8".) II. Bd. Sp. 10? lmit einer reichen Uebersicht seiner Compositionen für Gesang und Piano- forte). — Ersch (I . S.) und Grub er ( I . G.), Allgem. Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4".) I. Sect. 43. THI. S. 226. Ferrari, Johann Baptist (Literar> Historiker und Biograph, geb. zu
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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