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eine Universität des Auslandes. F. wählte
Jena und kehrte dann in seine Heimat
zurück, wo er in seiner Vaterstadt die
Würde eines Rectors des evangel.-luther.
Gymnasiums bis an seinen Tod — durch
24 Jahre — bekleidete. Er beschäftigte
sich mit geschichtlichen Studien, deren
größerer Theil in Handschrift verblieben.
Im Drucke erschien: „
1743) 4°.); in Handschrift hinterließ er:
/ i tnmAs" und „Geograph, und
histar. Anmerkungen van dem FärZtenthum Sie-
benbnrgen".
Seivert (Ioh.), Nachrichten von siebenbürgi-
fchen Gelehrten . . . S. 91. — Oeftr.Natioual-
Encytlopädie (von Gräffer u. Czikann),
(Wien 183Z) ll. Bd. S. 139. — Ueber die
siebenbürgische Familie Filstik (Filftich) ver-
gleiche: Hovän/ s^äsHlo)) Nräsl^- usv62!6te-
5sdb Q8a1ääki, d. i. Siebenbürgische Adels-
familien (Klausenburg 18Z4, 3°.) S. 86 §. 59.
Filtsch, Karl (Clavier-Birtuose,
geb. in Wien um das Jahr 1834, gest.
in V enedig 11. Mai 1845). Erhielt in
Wien seine musikalische Ausbildung und
zeigte ein Talent, das Großes zu leisten
versprach. Besonders waren es die Com-
positionen Ch o pi ns, welche er mit unver-
gleichlicher Genialität vortrug, so daß
Meyerbeer das Verlangen eines Mu-
sikfreundes, ChoPin'scheCompositionen im
Geiste des Meisters spielen zu hören, nur
dadurch erfüllen konnte, daß er den jun-
gen Filtsch einlud, ihn zu diesem Zwecke
zu besuchen. Die von ihm in Paris (1843)
und in Wien (1844) gegebenen Concerte
waren glänzend ausgefallen. Ein Brust-
leiden, das seit längerer Zeit an des Kna-
ben Gesundheit nagte, nöthigte ihn nach
Venedig zu gehen, um im milderen Clima
dieser Stadt Genesung zu suchen, die er
leider nicht fand. Wohl wurde sein meh- rere Wochen vor dessen Eintritt gemel-
deter Tod widerrufen, endlich aber war
die Nachricht, daß der geniale junge Cla-
vier - Virtuose seinem langwierigen Lun»
genleiden erlegen, traurige Wahrheit.
Frankl (L. A.), Sonntagsblätter (Wien, gr.8.)
1843 (II. Iayrg.) S. 1124: „Ein Königreich
für den Sinn" a^us Anlaß einer Begleichung
zwischen F. und feinem Lehrer Chopin).—
Ebenda S. 1^12. — Ebenda 1844 (III. Jahrg.)
S. 240: „Meherbeer und Lißt an Filtsch"
lzwei, das schöne Talent des jugendlichen
Virtuosen ehrenvoll bestätigende Briefe). —
Wg. Wiener Musikzeitung, herausgeg. von
August Schmidt (1844) S. 620. — Ebenda
1845, S. Z6 (Widerruf der über ihn m dem-
selben Blatte vom 24. Iänn. 1845 gebrachten
Todesnachricht). — Ebenda S. 2ö6. Todes-
nachricht. — Porträt. Unterschrift: Okri
?M«cIi Eybel 1841 (lith.), gedr: bei A. Ley-
kum. Eigenthum u. Verlag von Ios. Wagner
in Pefth. Fol.
Filz, Fidel, mit seinemKlofternamen
Michael (Geschichtforfcher, Prior
und Bibliothekar des Benedictiner-
Stiftes zu Michelbeuern, geb. zuPassau
12. April 1777, gest. inMichelbeuern
19. Febr. 1854). Sein Vater war Kutscher
am fürstbischöstichen Hofe zu Paffan, seine
Mutter aus Traiskirchen im k. k. Inn-
viertel gebürtig, eine sehr gottesfürchtige
Frau, welche den ärmlichen Verhält-
nissen des Haushalts durch ihre Hände-
arbeit aufhalf. Die Eltern gaben den
Bitten des lernbegierigen Knaben nach,
er besuchte das Gymnasium zu Passau
und brachte es unter allen Entbehrungen
dahin, seinen Wunsch, in ein Kloster zu
treten, zu erfüllen. 1796 fand er als
Novize im Benedictinerstifte Michelbeuern
Aufnahme, vollendete die theologischen
Studien auf der Universität in Salzburg
und wurde 1800 zum Pnester geweiht.
Im I. 1805 kam F. als Gymnasial-Pro-
fessor nach Salzburg und bekleidete diese
Stelle bis 1819, in welchem Jahre er
die Professur der allgemeinen Welt-
geschichte und classischen Philologie am
Lyceum zu Salzburg erhielt, bis 1835
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon