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Fischer-Schwarzböck, Beatrix (Sän-
gerin,geb.zuTemesvar6.Febr.18O8).
In Wien erzogen, betrat sie im Sept.
1823 —' 16 Jahre alt — nnter dem
Namen ihres Stiefvaters Schwarzböck
znm ersten Male das Theater an der
Wien, als Käthchen von Hei lbronn, sie
gefiel, wie auch in andern Rollen, dann
versuchte sie sich bei Erkrankung einer
Sängerin, deren Partie in der Operette,
die „Ochsenmenuette", übernehmend, in
der Oper (1825) und wnrde durch den
glücklichen Erfolg bestimmt, sich ausschließ-
lich der Oper zu widmen. Im I.1825
vermalte sie sich mit dem Schauspieler
Karl Fischer, sang in Brunn, im Kärnt-
nerthor-Theater, ohne jedoch durchzudrin-
gen, was ihr erst in Aachen gelang, wo
sie unter des Gesanglehrers Röckel An-
leitung solche Fortschritte im Spiel und
Gesang machte, daß sie
bald der Liebling
des Pnblicums wurde. 1829 und 1830
sang sie
in Paris — die erste in deutscher
Sprache — und feierte als Agathe, Fi-
delio, Königin der Nacht, Kuni-
gunde in „Faust", Bibiana von Pi-
xis und Räuberbraut von Nies
große Triumphe. 1830 gastirte sie in
Köln, Karlsruhe, Hamburg und folgte
1832 einem Rufe nach London an's
Kwgstheater, wo sie neben der Schrö-
der-Devrient, mit welcher
sie abwech-
selte, sich
auf das entschiedenste behauptete.
Nach einer 1833 begonnenen Reise zu
Gastrollen auf deutschen Bühnen, kam
sie im Juli 1834 nach Wien, wo sie
einst als nicht ganz glückliche Anfängerin
ausgeschiedene, aus dem Auslande als
vollendete Sängerin zurückgekehrt, allge-
mein sehr gefiel. 1835 ging sie nach
Karlsruhe, wo sie lebenslänglich als
großherzoglich baden'sche Hofopern-Sän-
gerin engagirt wurde. Ihre Stimme
umfaßt zwei Octaven vom tiefen 6 zum
zweimal gestrichenen c. Außer den schon
genannten Rollen nennen wir noch die Bestalin, die Prinzessin von Na-
varra, Sargines, Marie ^„Blau-
bart". Als Elvira im „Don Juan" er-
reichte sie das Höchste und wurde von
Kennern neben die Pasta gestellt; als echt
dramatische Sängerin verband sie Spiel^
mit dem Gesänge und Leidenschaft in der
Darstellung mit der Virtuosität ihrer
Kehle.
Pietznigg (Franz), Mittheilungen aus Wien
(Wien 1834) III. Bd. S. 41. — Meyer
(I.), Das große Conversations - Lexikon
(Hildburghausen 1845, Bibl. Inft., Lex. s°.)
X. Bd. S. 366, Nr. 58 lnach diesem geb.
1809). — Porträte. 1) bei Gropius in Berlin.
— 2) bei Velten in Karlsruhe.
Fischer-Bermer, Iosepha, siehe im
Artikel: Fischer, Joseph I. (S. 240).
Fischer.
Außer den bisher angeführten bestehen noch
mehrere denkwürdige Familien mit dem Namen
Fische« in Oesterreich, welche theils von Adel,
theils bürgerlicher Abkunft sind. Megerle
v. Müh l fe ld führt in seinem Adels-Lexiton
sammt Supplement (1822 u. 1824) 3'Fischer
mit dem Freiherrn-, 4 mit dem Ritterftande
und 13 mit dem einfachen Adel an.
Fischhof, Adolph (ArztundNeichs-
tags-Deputirter imI . 1848, geb. zu
Ofen 8. Dec. 1816). Studirte die Medi-
cin, nach deren Vollendung er als Secun-
dararzt im allgem. Krankenhaufe in Wien
fnngirte, bis er am 13. März 1848 zum
ersten Male die Aufmerksamkeit auf sich
lenkte. Mit dem Rufe: „Der Freiheit
eine Gasse", durchschritt er an jenem
Tage den Ständehof, um den versam-
melten Ständen die Wünsche der Univer-
sität vorzutragen und war der Erste, wel-
cher an jenem Tage im Ständehause sprach.
Eine nachhaltigere Rolle spielte er als
Präsident des Sicherheit-Ausschusses,
welcher in jenem Jahre eine denkwürdige
Stellung zwischen den regellosen auf jedes
Zeichen gewärtigen Massen und den
gesetzlichen Gewalten einnahm. Als der
Reichstag zusammentrat, wurde Fisch>
Hof vom Matzleinsdorfer Bezirke der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon