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fahrbare Wege und Straßen anlegen
u. s. w. Im I . 1743 ernannte ihn die
große Kaiserin Maria Theresia zu
ihrem wirkl. geheim. Rathe. Um Allen
Alles zn werden und Niemand Noth lei-
den zu lassen, lebte er selbst wie ein Ar-
mer und starb fast wie ein Heiliger ver-
ehrt, allgemein betrauert.
ronoloFica. ssrieg H.5d2.tnin et No-
1777). — Hagn lTheodorich), Das Wirken
der Benedictiner - Abtei Kremsmünster für
Wissenschaft, Kunst und Iugendbildung (Linz
1848, 8°.). — Ehrentempel der katholischen
Geistlichen (Wien 1845, Dirnböck) S. 69.
Fixlmillner, irrig auch Fixmiiller,
Joseph, mit dem Klosternamen Placidus
(Astronomu.Benedietiner-Prior,
geb. zu Achleiten bei Kremsmünster
28.Mai1721,gest. zuKremsmünfter
27. Aug. 1791). Neffe des Vorigen. Be-
suchte die Klosterschule zu Kremsmünster,
wo sich frühzeitig sein Talent für Mathe-
matik beurkundete. In Salzburg hörte
er die Philosophie und erhielt daselbst die
philosophische Doctorswürde. 1737 trat
er in's Kloster und 1738 legte er das
feierliche Gelübde ab. Sein Oheim, der
Abt, schickte ihn nun nach Salzburg, wo
er neben Jurisprudenz und Theologie
vorzugsweise Mathematik studirte, sich
nebenbei in Sprachen und in der Musik
ausbildete. Nachdem er die theologische
Doctorwürde erlangt, ging er in's Klo-
ster nach Kremsmünster zurück und wurde
1745 zum Priester geweiht. Nun lehrte
er an der adeligen von seinem Oheim
begründeten Ritterschule des Stiftes das
Kirchenreckt, wurde dann Decan der
höhern Schulen und zwei Jahre später
erster Regens über die adelige Jugend.
Sein gründliches Wissen in den theolo-
gischen Fächern veranlaßte auch seine
Ernennung zum Notarius äpOLtolions
w Onrig. romana. Seine schriftstelle-
rische Thätigkeit nach dieser Richtung be- schränkt
sich
nur auf Ein Werk: „
1756, 4°.), das in zweiter Auflage 1750
erschien. Ungleich Größeres und Be-
deutsameres leistete er als Astronom
der Kloster-Sternwarte, welchen Posten
er 1762 nach Eugen Dobner erhielt.
Nun studirte er mit besonderem Eifer
Lalande's: ^Vx^ositioQ äu. ckloul
gHtroiwllijHUk") und fand an dem
Abte Berthold Vogel einen Gelehrten,
der ihn auf das Emsigste unterstützte.
Schon im dritten Jahre seiner neuen Stel-
lung erschien die Schrift:
Zehn Jahre später seine zweite: „
a. ^765 acl a. ^775 in
nFi/aetaH« (ohne An-
gabe des Druckortes 1775, 4°.). — Sein
Hauptwerk aber „^.cta asti-onomica Oe^-
nn/anenna . . ." (Sts^r 1791- 4°., mit
Tafeln, neue Aufl. 1793, gr. 8".), wel-
ches er in den letzten Jahren feines Lebens
ausgearbeitet, erschien erst nach seinem
Tode. F. hat wesentliche Verdienste um
die Astronomie, seine genauen Beobach-
tungen des Mercur, welche er sorgfältig
aufzeichnete, setzten Lalande in den
Stand, seine Mercurtafeln anzufertigen.
Aehnliche Tafeln verfertigte F< für die
Bahn des Uranus. Der ausgezeichnete
Astronom Zach rühmt namentlich F.'s
vortreffliche Arbeit über die Parallaxe
der Sonne (Allgem. geogr. Ephemeriden
1799, Nov., S. 486 u. f.), welche er mit
vielem Fleiße aus sämmtlichen im Jahre
1769 in allen Theilen der Welt aufge-
stellten Beobachtungen des Vorbeiganges
der Venus vor der Sonnenscheibe berech-
net hat. Auch die Beobachtung der Son-
nenstecken beschäftigte ihn sehr, er beob-
achtete
sie in den I . 1767, 1776, 1777,
1778 und 1782, zog daraus die Schlüsse
auf eine Umdrehung der Sonne, bestimmte
den Ort des Knotens des Sonnenäqua-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon