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Armen»Anwalt; zwei Jahre später Ober-
aufseher über die stebenbürg. Normal-
schulen. 1332 kam er als Schulinspector u.
Eeusor nach Klausenburg, aber schon 1833
als Hofcaftlan und Director der theolog.
Studien an die Wiener theolog. Anstalt
zu St. Augustin. In dieser Zeit ver-
faßte er zur Vertheidigung der bürgerl.
Rechte des siebenbiirg. Bischofs seine Ab-
handlung: „^2 ssM^Ms/lökT-o^HDolgiisi
tekintstbsn." , d. i. Vom siebenbürgischen
Bischof in bürgerlicher Beziehung. Schon
früher Titular-Domherr von Carlsburg,
wurde er 1833 zum wirklichen Domherrn
von Großwardein und zum Vicedirector
der dortigen königl. Akademie erwählt.
In Großwardein war die geistig-sittliche
Ausbildung der ihm anvertrauten Jugend
das Hauptziel seines Bestrebens. Er er-
richtete eine Handbibliothek für die Ju-
gend, bestellte Musik-, Gesangs-, deutsche
und französische Sprachlehrer, um die
Jugend auf nützliche Weise zu beschäfti-
gen und war als Domherr auf politischem
Gebiete, sowohl im Comitats-Saale, als
auch auf den Landtagen in so verdienst-
licher Weife thätig daß man feinen Na-
meu in der ungar. Kirche, wie im ganzen
Lande, voll Anerkennung nannte. In
Preßburg war er die Seele der kirchlichen
Conferenzen und ein energischer jedoch
gemäßigter Vertheidiger der heil. Rechte
der Kirche. Das Programm des jetzt blü-
henden St. Stephans«Bereines hat er in
der Christnacht 1842 zu Großwardein
niedergeschrieben und den Bischöfen,
Freunden und später in der ^Neii^io 6s
Nbveiös^ d. i. Religion und Erziehung,
öffentlich mitgetheilt, damit, bevor der-
selbe in's Leben treten würde, auch An-
dere , die
sich
dazu berufen fühlten, ihre
Meinung darüber aussprechen konnten.
1845 ernannte ihn der Fürst Primas
KopHcsy zum Titular-Bischof und zum
Director der Pesther theolog. Facultät,
welches Amt er am 10. Iänuer 1846 antrat. Zugleich versah er in Pesth die
Stelle einesOberdirectors desPefth-Ofner
Lehrbezirkes, als welcher er die vorgefun-
denen Mängel entfernte, den religiösen
und wissenschaftlichen Geist im Unterrichte
hob und allenthalben Ordnung und Zucht
begründete. Ueberdies in dem von ihm
begründeten Vereine für Herausgabe gu-
ter und wohlfeiler Bücher rastlos thätig,
hat er denselben in den schwierigsten Zeit-
Verhältnissen (1848) aufrechterhalten.
Im 1.1853 übertrug er dessen Leitung
anderen Händen und zog sich
selbst nach
Großwardein zurück. Das Ergebniß der
bischöflichen Conferenzen auf dem Land-
tage von 1847/8 hat er in dem Werke:
„Sm-lsk^at', d. i. Denkschrift, veröffent-
licht. In Pesth begründete er auch den
heil. Kindheits - Verein und wohnte m
Wien der General-Versammlung der
katholischen Vereine bei. Im Oct. 1853
kehrte er nach Großwardein zurück, wo
er gegenwärtig die Pflichten eines Erz-
diacons ausübt.
Ungr. Schriftsteller. Sammlung von Lebens-
beschreibungen» Von Jakob Ferenczy und
Joseph Danielik (Pefth 1853, Gust. Emich)
S. 143. — Porträt. Unterschrift: A'oearz««?'
Lkrabäs 1353
Foglar, Adolph (Schriftsteller,
geb. zu Wien 7. März 1823). Beendete
die.Rechtsstudien in Wien und trat dann
in öffentliche Dienste; im August 1848
jedoch in das k. k. 3.
steiermärk.
Schützen-
Frei-Bataillon, welches bis März 1849
die Belagerung von Venedig mitmachte.
NachAusiösung des s.Bataillons zuAnfang
1850 nahm er Dienste in der kais. Armee,
aus welcher er im Sept. 1854 als Ober-
lieutenant austrat, um Civilftaatsdienste
zu leisten, in denen er gegenwärtig
die Stelle eines Rathssecretärs bei dem
t. k. Comitatsgerichte zu Trentschin in
Ungarn betleidet. Seit dem Jahre 1842
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon