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von Schliengen und Würzburg
auszeichnete, zum Oberlieutenant und
1797 zum Hauptmanne im Corps vor>
rückte und mit der Leitung der Einschif-
fung der zur Einnahme von Istrien
und Dalmatien bestimmten Truppen
beauftragt ward. 1798 begleitete er den
Prinzen Ferdinand von Würtemberg
nach Petersburg, wurde bei seiner Rück-
kehr Major und dessen Flügeladjutant,
im Jahre 1800 Oberstlieutenant, dann
Oberst und General-Adjutant des Erz-
herzogsKarl und Chef des Marine-De-
partements nnd 1805 außer der Tour
Generalmajor mit Beibehaltung des De-
partements im Hofkriegsrathe. Im April
d. I . vollendete er die Ausführung eines
selbstentworfeneu Planes zur Vertheidi-
gung Venedigs, kam als aä laws des
General-Quartiermeifters der Armee in
Deutschland unter Commando des Erz-
herzogs Ferdinand, nahm die Feste
Oberhaus bei Passau mit 400 Mann
nach 24stündiger Berennung mit Sturm
ein, und wurde später nach Berlin gesen-
det, um im Einklang mit dem damaligen
Gesandten, Grafen Metternich, die Mit-
wirkung der preuß. Armee zu beschleuni-
gen, welches glücklich eingeleitete Project
durch den Verlust der Schlacht bei Au ster-
- itz vereitelt wurde. 1806 war er Bri-
gadier in Kroatien, 1807 Commandant
von Fiume und später Brigadier zu
Klattau in Böhmen. Im Feldzuge von
1809 commandirte er die Avantgarde
des unter Grafen Kolowrat's Befehle
stehenden Armeecorps. Im I. 1813 rückte
er zum Feldmarschall-Lieutenant vor
und zeichnete sich durch Wegnahme des
Plauen'schen Grundes bei Dresden
aus, wo er am 26. Aug. mit besonderer
Kaltblütigkeit den Feind durch einen hal-
ben Tag, ohne zu weichen, beschäftigte,
und seine Armeedivision als Arrieregarde
mit sehr geringem Verluste bis nach Böh-
men zurückführte. Er machte die Schlacht von Leipzig mit, nahm bei Hochheim
eine feindliche Redoute sammt der Artil-
lerie , und zeichnete
sich in den Gefechten
von Paris aus, worauf er mit Hand-
billet ääo. Paris am 1. Juni 1814 den
Mar. Theresien - Orden und die zweite
Inhabersstelle des Regimentes Erzherzog
Franz- Kürassiere Nr. 2 erhielt. Nach
dem Friedensschlüsse ward er Divisionär
in Vicenza, suchte aber schon 1817 wegen
seiner angegriffenen Gesundheit die Pen-
sionirung an. Obgleich seine Bitte erfüllt
wurde, erhielt er später doch den Auftrag,
die k. k. Kriegsmarine in Venedig zu orga-
nisiren. 1823 ward er zum geh. Rath und
Obersthofmeister Sr. kais. Hoheit desErzh.
Vicekönigs ernannt und fungirte 9 Jahre
in dieser Stelle. 1831 wurde er General
der Cavallerie, 1832 Oberlieutenant der
1. adeligen Arcieren - Leibgarde, 1835
Eapitänlieutenant in derselben. In dieser
Epoche begleitete er den Kaiser im Jahre
1833 zu der Zusammenkunft der Monar-
chen in Prag und Münchengräz und 1834
in's Lager bei Brunn. F. unterlag einem
langwierigen Lungenleiden, welches er
sich während seines Aufenthaltes in Ve-
nedig, als er daselbst die kaiserl. Kriegs-
marine organisirte, zugezogen hatte. Mit
rücksichtsloser Aufopferung und unbe-
grenzter Ergebenheit für seinen Kaiser
und seine Pflicht, verband er ritterlichen
Sinn; das, was er für Necht erkannte,
sprach er stets offen aus und führte es,
nie sich selbst oder Privatverhältmsse be-
rücksichtigend , durch. Ein wohlwollendes
Herz und die feinste Urbanität milderte
seine sonst strenge
Haltung. — Ans der
im Jahre 1810 mit seiner Nichte Victo-
ria, Neichsfreiin von Pout et, ge-
schlossenen Ehe leben drei Söhne: die
Grafen Franz, Karl und Ludwig
(siehe die Folgenden). — Graf Franz
(Feldmarschall-Lieutenant, geb.
22. März 1815). War im Jahre 1839
Hauptmann im Infanterie - Regimente
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon