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Rechtswissenschaften im Seminar von
Padua, später wurde er Professor der
Geometrie und Physik am Collegmm von
St. Marcus zu Venedig und zuletzt Uni-
versitäts-Bibliothekar, welchen Posten er
bis an seinen Tod bekleidete, mit dem-
selben zugleich unter Napoleon anfäng-
lich die Lehrkanzel der Geschichte und
Diplomatik, später jene des bürgerlichen
Rechtes versebend. 1808 wurde er zum
Rector Magnificus gewählt. In seinen
Abhandlungen erörtert er Fragen aus den
Gebieten der Mathematik, Physik und
Mechanik, erfand auch mehrere Physika-
lische Apparate u. vervollkommnete einige
ältere; ferner schrieb er über Philologie,
Alterthumskunde, dichtete in italienischer
und lateinischer Sprache und war als
Bibliograph nicht minder ausgezeichnet
als Morell i . Eine gesammelte Aus-
gabe seiner zahlreichen Schriften ist nicht
erschienen.
F'eclsl-ioi (5oftuna.to), Notl-io intoruo I» vita e
3U gtuäH deli' 2,d2,tu V. ^ranceLC^Qi (Ve-
necli? 1836, 8".). — Oanclolo
p
i «uoi ultilni oiu<zu2nt' anni. 8tu6ü «torici
(Vsuetlig 1856, Nai-atovieb, L°.) Hppeuäicb
6. 49. — Nach osttinFs^ (L?. H/.), Vib1i«'3l-2>
pliis biogrHplticzus (üi-uxellss 1854, Ltienon,
I.ex. «°.) I. Lä. 8p. 551 ist F. am 1. März
1761 geboren.
Franchi, Joseph (Bildhauer, geb.
zu Carrara 1730, gest. zu Mailand
1806). Den ersten Unterricht in seiner
Kunst erhielt er zu Hause, dann ging er
nach Rom, wo er
sich
an den Werken des
Alterthums bildete. Als 1776 Maria
Theresia zu Mailand eine neue Aka-
demie der Hünste in's Leben rief, erhielt
er einen Ruf dahin als Professor der
Bildhauerkunst, und wirkte sein ganzes
Leben hindurch auf diesem Posten mit
allem Eifer. Der größte Theil feiner
Arbeiten befindet sich in Mailand. So
sind die zahlreichen Statuen der Göttin-
nen im Ballfaale des diceköniglichen Pa-
lastes Werke seines Meißels; ferner die! beiden Sirenen am Brunnen der Piaza
della Fontana; auch wurde ihm die Aus-
führung des dem Grafen Karl Firmian
in der Kirche S. Barthelemy aufgestell-
ten Monumentes (s. d. S. 232 d. Bds.)
übertragen. F. war ein wissenschaftlich
gebildeter Mann, der gan^ seiner Kunst
und dem Berufe, andere Talente darin
auszubilden, lebte. Die Erzherzoge Fer-
dinand und Maximilian waren seine
Schüler, der Dichter Parini unterhielt
bis an seinen Tod innige Freundschaft
mit dem Künstler.
äi Aiiano. — Nagler (G. K. vr.),
Neues allg. Künstler-Lexikon (München 1835,
8°.) IV. Bd. S. 439. — 5lonv. Lioxrkpbik
Tsusrals . . . xubliös «ous la. äireotioQ äo
2l. Is Dr.Üostsr (?aris 1853) XVIII. V6.
8p. 444.
Franck, Moriz von (Mitglied der
deutschen Reichsversammlung 1848 und
1849, geb. zu Wien 26. Sept. 1814).
Studirte in Wien und hatte bereits die
Philosophie beendet, als ihn die 1830 in
Italien ausgebrochenen Unruhen veran-
laßten , in die österr. Armee zu treten.
Bis 1836 blieb er in derselben, in wel-
cher er bis zum Oberlieutenant vorgerückt
war, kam im genannten Jahre nach Un-
garn, trat aber mit Beibehaltung der
Charge wieder aus,
sich ausschließlich der
Landwirthschaft widmend. Er verwaltete
nun selbst sein Gut Finken egg in Steier-
mark, betheiligte sich an den wissenschaft-
lichen Arbeiten der
steirischen Landwirthe,
deren Wirken unter dem belebenden Ein-
flüsse des Erzherzogs Johann einen so
gedeihlichen Fortschritt nahm, und über-
nahm 1841 die Leitung der Sparcasse
in Graz. Im nämlichen Jahre wurde er
zum Landstande in Steiermark und 1846
zum ständigen Ausschußrathe ernannt.
In allen diesen Stellungen gewann ihm
sein energisches zweckbewußtes Handeln
so sehr die Simpathien seiner Mitbürger,
baß ihn diese im I . 1843 als Stellvev-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon