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Wissensch. u. Künste (Leipzig 1822, Gleditsch,
4°.) I. Sect. 51. Thl. S. 256. — Familie.
Die Franlenberge sind ein altes schlesi-
sches, noch jetzt blühendes Geschlecht svergl.
iiber dasselbe von Strambergs Artikel in
Ersch und Grubers „Allg. EncyNopädie"
I. Sect. ZI. Thl. S. 2551. Es theilte sich in
mehrere Aeste und Zweige. Hanns Wolf
(gest. 1682), Sproß der Ludwigsdorfer Linie,
wurde 1655 in den Ireiherrftand, Johann
Wolsgang, laiserl. wirN. Geheimrath und
Bicelanzler für das Königreich Böhmen, von
Kaiser Leopold 1700 in den Reichsgrafen-
stand erhoben. Seit 1716 schrieb er sich:
Frankenberg-Schellendorf, weil seine Gemalin
die Erbin deren von Schellendorf auf Klitsch-
dorf gewesen. Johann Wolfgang (gest. 11.
Oct. 1719) hatte in erster Ehe 12 Kinder,
darunter 7 Söhne: Jakob Fran;, Karl
Friedrich, Philipp Christian, Max Joseph,
Aranz Joseph, Joseph Ignaz u. Qtto Ve-
nantius. Jakob Franz war Domherr zu
Olmütz, zuletzt Pfarrherr zu St. Nicolaus
in Breslau (gest. 5. April 1763). — Karl
Friedrich stand als Hauptmann bei der lais.
Armee in Italien, unter Kommando des Für-
sten Loblowitz. Mit dem Sohne des Für-
sten, mit dem Prinzen Loblowitz, geriech er
in Rimini beim Spiele in Streit, es erfolgte
ein Duell, in welchem F. blieb (Dec. 1743).
— Joseph Ignaz, vermalt (seit 17. Mai
1722) mit Eva Ralffarina Gräfin Rollonicz,
trat im Laufe des 7jähr. Krieges zu.Oester-
reich über, in Folge dessen wurden seine
angesehenen Güter von der Kriegs- und Do-
mänen-Kammcr zu Breslau confiscirt und am
5. Iänn. 1761 öffentlich versteigert. — Otto
Venantius (geb. 1700) war erst Assessor bei
der Regierung in Glogau. Nachdem er das
ihm bei der brüderlichen Theilung zugefallene
Gröditzberg mit großem Aufwande gebaut,
gerieth er in solche Schulden, daß er feinen
Gläubigern die Güter abtrat und nach Wien
ging. Daselbst wurde er Kämmerer, geh. Rath,
am 2. Nov. 1748 übergab er sein Creditiv bei
der Reichsversammlung als kurböhm.Comitial-
gesandter u. wurde im Nov. 1752 Viceprasident
beim hohen Iuftizcollegium in Wien. Er starb
II. Mai lnach A. Wolf : Aus dem Hofleben
Mar. Theresia's, 2. Aufl. S. 375 am 12. Mai)
1753. Aus feiner ersten Ehe mit Agnes yel.-ne
Gräfin von Chlirschwandt hatte er einen Sohn
IohannHeinrich, nachmal. Erzbifchof von
Mechelu (s. die obige Biogr.); aus der zweiten
Ehe mit Iosepha Maria von Fernemont 6 Töchtsr.
Seine Witwe ging am 24. Nov. 1754 eine
zweite Ehe ein mit Michael Ioyann IV. Grafen
Althann. Die Gräsin besuchte öfter die Althann- sche Besitzung Csakatornya am Zusammenflusse
der Dräu und Mur; eines Tages besichtigte sie
mit ihrer ältestenTochter Henriette dieGold-
wäschereien an der Dräu und wurde von einem
heftigenGewitter ü'berrascht.In Folge desselben
schwoll der Strom mächtig an, die tobende Fluth
riß mehrere Personen, darunter die Gräsin mit
ihrer Tochter, mit
sich
fort. Wohl wurden beide
Damen wie durch ein Wunder gerettet, aber
beide erkrankten in Folge dieses Unfalls so
schwer, daß die Tochter schon in wenigen Tagen
u. die Mutter bald darnach (23.Spt.1758) starb.
Zur Erinnerung an dieses Ereigniß wurde am
jenseitigen Ufer der Dräu, an der Stelle, wo
Mutter u. Tochter an's Land gebracht wurden,
ein Denkmal errichtet, dessen Inschrift diesen
Vorfall erzählt. — Ueber den gegenwärtigen
Stand der Familie vergl,^ Kneschl e,E.H. Dr.)
Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart (Leipzig
1852, Weigel, 8°.) I. Bd. S. 239 ldaselbft
Abbildung und Beschreibung des Wappens!.
Frantenburg, Adolph (ungar. No-
vell i st, geb. zu K r e u z im Oedenburger
Comitat 21. Nov. 1812). Sein Vater
war Herrschaftsbeamter zu Kreuz. Der
Sohn besuchte die Schulen zu Oedenburg,
Fünfkirchen, Raab, Steinamanger und
Erlall; und ging als Inrat nach Preß-
burg. In Keszthely hörte er die ökono-
mischen Borträge. Spater trat er als
Cadet in ein Kavallerie - Regiment, ver-
ließ aber dasselbe bald wieder und wurde
Pächter; doch auch dieses Geschäft sagte
ihm nicht zu; und er zog nach Pesth, wo
er 1836 bei der ungar. Akademie als
Kanzellist diente und 1838 zumAerarial-
Concipiften ernannt wurde. 1847 erhielt
er in Wien bei der ungar. Kanzlei eine
Anstellung als Registrator und deutsch-
ungar. Uebersetzer. 1848 bekleidete er
dasselbe Amt bei dem ungar. Ministe-
rium des Aeußern. 1850 erhielt er bei
dem obersten Gerichtshofe in Wien eine
provisorische Anstellung. In der Literatur
trat er zuerst in Garay's „RkFäio",
d. i. Erzähler, auf; dann war er Mit-
arbeiter der ,k^20lat0k« , d. i. Schil-
derungen, der „lei-iuegLet«, d.i.Natur,
und des „?bgti llirlap«, d. i. Pchher
Zeitung, und schrieb auch einige Schau«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon