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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 332 -
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332 Wissensch. u. Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) I. Sect. 51. Thl. S. 256. — Familie. Die Franlenberge sind ein altes schlesi- sches, noch jetzt blühendes Geschlecht svergl. iiber dasselbe von Strambergs Artikel in Ersch und Grubers „Allg. EncyNopädie" I. Sect. ZI. Thl. S. 2551. Es theilte sich in mehrere Aeste und Zweige. Hanns Wolf (gest. 1682), Sproß der Ludwigsdorfer Linie, wurde 1655 in den Ireiherrftand, Johann Wolsgang, laiserl. wirN. Geheimrath und Bicelanzler für das Königreich Böhmen, von Kaiser Leopold 1700 in den Reichsgrafen- stand erhoben. Seit 1716 schrieb er sich: Frankenberg-Schellendorf, weil seine Gemalin die Erbin deren von Schellendorf auf Klitsch- dorf gewesen. Johann Wolfgang (gest. 11. Oct. 1719) hatte in erster Ehe 12 Kinder, darunter 7 Söhne: Jakob Fran;, Karl Friedrich, Philipp Christian, Max Joseph, Aranz Joseph, Joseph Ignaz u. Qtto Ve- nantius. Jakob Franz war Domherr zu Olmütz, zuletzt Pfarrherr zu St. Nicolaus in Breslau (gest. 5. April 1763). — Karl Friedrich stand als Hauptmann bei der lais. Armee in Italien, unter Kommando des Für- sten Loblowitz. Mit dem Sohne des Für- sten, mit dem Prinzen Loblowitz, geriech er in Rimini beim Spiele in Streit, es erfolgte ein Duell, in welchem F. blieb (Dec. 1743). — Joseph Ignaz, vermalt (seit 17. Mai 1722) mit Eva Ralffarina Gräfin Rollonicz, trat im Laufe des 7jähr. Krieges zu.Oester- reich über, in Folge dessen wurden seine angesehenen Güter von der Kriegs- und Do- mänen-Kammcr zu Breslau confiscirt und am 5. Iänn. 1761 öffentlich versteigert. — Otto Venantius (geb. 1700) war erst Assessor bei der Regierung in Glogau. Nachdem er das ihm bei der brüderlichen Theilung zugefallene Gröditzberg mit großem Aufwande gebaut, gerieth er in solche Schulden, daß er feinen Gläubigern die Güter abtrat und nach Wien ging. Daselbst wurde er Kämmerer, geh. Rath, am 2. Nov. 1748 übergab er sein Creditiv bei der Reichsversammlung als kurböhm.Comitial- gesandter u. wurde im Nov. 1752 Viceprasident beim hohen Iuftizcollegium in Wien. Er starb II. Mai lnach A. Wolf : Aus dem Hofleben Mar. Theresia's, 2. Aufl. S. 375 am 12. Mai) 1753. Aus feiner ersten Ehe mit Agnes yel.-ne Gräfin von Chlirschwandt hatte er einen Sohn IohannHeinrich, nachmal. Erzbifchof von Mechelu (s. die obige Biogr.); aus der zweiten Ehe mit Iosepha Maria von Fernemont 6 Töchtsr. Seine Witwe ging am 24. Nov. 1754 eine zweite Ehe ein mit Michael Ioyann IV. Grafen Althann. Die Gräsin besuchte öfter die Althann- sche Besitzung Csakatornya am Zusammenflusse der Dräu und Mur; eines Tages besichtigte sie mit ihrer ältestenTochter Henriette dieGold- wäschereien an der Dräu und wurde von einem heftigenGewitter ü'berrascht.In Folge desselben schwoll der Strom mächtig an, die tobende Fluth riß mehrere Personen, darunter die Gräsin mit ihrer Tochter, mit sich fort. Wohl wurden beide Damen wie durch ein Wunder gerettet, aber beide erkrankten in Folge dieses Unfalls so schwer, daß die Tochter schon in wenigen Tagen u. die Mutter bald darnach (23.Spt.1758) starb. Zur Erinnerung an dieses Ereigniß wurde am jenseitigen Ufer der Dräu, an der Stelle, wo Mutter u. Tochter an's Land gebracht wurden, ein Denkmal errichtet, dessen Inschrift diesen Vorfall erzählt. — Ueber den gegenwärtigen Stand der Familie vergl,^ Kneschl e,E.H. Dr.) Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart (Leipzig 1852, Weigel, 8°.) I. Bd. S. 239 ldaselbft Abbildung und Beschreibung des Wappens!. Frantenburg, Adolph (ungar. No- vell i st, geb. zu K r e u z im Oedenburger Comitat 21. Nov. 1812). Sein Vater war Herrschaftsbeamter zu Kreuz. Der Sohn besuchte die Schulen zu Oedenburg, Fünfkirchen, Raab, Steinamanger und Erlall; und ging als Inrat nach Preß- burg. In Keszthely hörte er die ökono- mischen Borträge. Spater trat er als Cadet in ein Kavallerie - Regiment, ver- ließ aber dasselbe bald wieder und wurde Pächter; doch auch dieses Geschäft sagte ihm nicht zu; und er zog nach Pesth, wo er 1836 bei der ungar. Akademie als Kanzellist diente und 1838 zumAerarial- Concipiften ernannt wurde. 1847 erhielt er in Wien bei der ungar. Kanzlei eine Anstellung als Registrator und deutsch- ungar. Uebersetzer. 1848 bekleidete er dasselbe Amt bei dem ungar. Ministe- rium des Aeußern. 1850 erhielt er bei dem obersten Gerichtshofe in Wien eine provisorische Anstellung. In der Literatur trat er zuerst in Garay's „RkFäio", d. i. Erzähler, auf; dann war er Mit- arbeiter der ,k^20lat0k« , d. i. Schil- derungen, der „lei-iuegLet«, d.i.Natur, und des „?bgti llirlap«, d. i. Pchher Zeitung, und schrieb auch einige Schau«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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