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mit dem Freunde und jung verstorbenen
Dichter Julius v. Ribiö (s. d.) und die
Aufnahme im Hause eines gebildeten
Ungars, in welchem sich
öfter geistreiche
Männer und Frauen versammelten, we<
sentlich beitrugen. Eine Ferienreise in's
Salzkammergut, deren Naturreize das
Herz des jungen Lyrikers entfesselten,
rief eine Reihe von Gedichten in's Leben,
von denen mehrere einzeln im Drucke
erschienen. Der alte Balladen-Vorrath
wurde nun auch durchgemustert, umge-
arbeitet, gefeilt und da die meisten ihrem
Stoffe nach der vaterländischen Geschichte
angehörten, zu einem Ganzen vereint.
So entstand 1832 das „Habsburgslied",
eine Folge chronolog.angereihter Balladen,
welche die Thaten der Habsburger besin-
gen. Das Buch brachte F. mit den Ko-
ryphäen der Wiener Schriftsteller, n. A.
mit Hammer-Purgstall und Karo-
line Pichler in bleibende Berührung,
und machte den Namen des jungen Poe-
ten, der damals noch nicht volle 22 Jahre
zählte, in weiten und in den besten Krei-
sen bekannt. Nun folgten mehrere poeti-
sche Arbeiten: „Die epischen und lyri-
schen Dichtungen"; — die „Morgen-
ländischen Sagen"; — und „Christo-
phoro Colombo"; das Erscheinen dieses
letzteren traf nahezu mit dem Zeitpuncte
seiner Promotion zum Doctor der Me-
dicin (Jänner 1837) in Padua zusam-
men und einer seiner Freunde: Faustino
Canas aus Cagliari, einer allgemein
verbreiteten Sitte in Italien huldigend,
benutzte diesen Anlaß, den Candidaten
als zweifachbelorberten Arzt und Dichter
in Versen zu feiern. Nun bereiste F.
Italien, an den Kunstwerken Roms sei-
nen Geschmack läuternd und durch Mä'n-
uer wieMezzofanti,Thorwaldsen,
Leopardi, Nicol in i u. A., welche er
tennen lernte, mannigfach angeregt.
Auf seiner Rückkehr über Mailand lernte
er Joseph Emanuel Hilscher (s. d.) kennen, der, damals schon leidend, balv
darauf starb, worauf F. seinen Nachlaß
mit einer Biographie des Verblichenen
1837 herausgab. Nach Wien zurückge-
kehrt, galt es für seine Zukunft sorgen,
und F. nahm 1838 die ihm angebotene
Stelle eines Secretärs der Wiener israe-
litischen Gemeinde an, und lebte, dem
ärztlichen Berufe ganz entsagend, fortan
der Literatur und seinem Amte. In diese
Zeit fällt die Uebernahme der Redaction
des „Oefterr. Morgenblattes" nach Oe-
sterleins Tode, und die Herausgabe
seiner gesammelten Gedichte. 1842 begann
er die Redaction und Herausgabe der
„Sonntagsbl älter", eines vielfach anre-
genden, mit Geist, Tact und Geschmack
redigirten, noch jetzt in den Tagen der
Preßfreiheit nicht ersetzten Blattes, mit
welchem später ein Kunstblatt verbunden
ward, worin bereits damals jene Refor-
men beantragt und motivirt wurden,
welche die Kunst im Kaiserstaate in der
Gegenwart erfährt. Im Intere,,e seinrs
Blattes unternahm er 1845 eine Reise
nach ganz Deutschland, um init den Ko-
ryphäen der Literatur Verbindungen
anzuknüpfen. Im I . 1846 war sein Epos-
„DoNt/uan.<i^n5t/'ia", das letzte größere
Gedicht F.'s, so wie früher die „Hakel">
erschienen. Ueber solcher Beschäftigung
traten die Märzereignifse 1848 ein.
Das elegante, die Interessen der Kunst
u. Literatur vertretende Salonblatt wurde
nun die Chronik der denkwürdigen Er-
eignisse jener Tage, in deren Aufzeichnung
sich den Ansichten der demokratischen.
Partei hinneigend. Im October dess. I .
nahm das „Sonntagsblatt" nach nichr
ganz vollendeter Iahreswoche ein Ende.
Nach längerer Pause trat er theils mit
ernsteren Arbeiten hervor, als mit einer
Uebersetzung serbischer Gesänge, Beiträgen
zur Geschichte der Juden, zur Biographie
seines Freundes Nicolaus Leu au, theils
betrat er ein neues Gebiet, nämlich jenes»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon