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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 336 -
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336 mit dem Freunde und jung verstorbenen Dichter Julius v. Ribiö (s. d.) und die Aufnahme im Hause eines gebildeten Ungars, in welchem sich öfter geistreiche Männer und Frauen versammelten, we< sentlich beitrugen. Eine Ferienreise in's Salzkammergut, deren Naturreize das Herz des jungen Lyrikers entfesselten, rief eine Reihe von Gedichten in's Leben, von denen mehrere einzeln im Drucke erschienen. Der alte Balladen-Vorrath wurde nun auch durchgemustert, umge- arbeitet, gefeilt und da die meisten ihrem Stoffe nach der vaterländischen Geschichte angehörten, zu einem Ganzen vereint. So entstand 1832 das „Habsburgslied", eine Folge chronolog.angereihter Balladen, welche die Thaten der Habsburger besin- gen. Das Buch brachte F. mit den Ko- ryphäen der Wiener Schriftsteller, n. A. mit Hammer-Purgstall und Karo- line Pichler in bleibende Berührung, und machte den Namen des jungen Poe- ten, der damals noch nicht volle 22 Jahre zählte, in weiten und in den besten Krei- sen bekannt. Nun folgten mehrere poeti- sche Arbeiten: „Die epischen und lyri- schen Dichtungen"; — die „Morgen- ländischen Sagen"; — und „Christo- phoro Colombo"; das Erscheinen dieses letzteren traf nahezu mit dem Zeitpuncte seiner Promotion zum Doctor der Me- dicin (Jänner 1837) in Padua zusam- men und einer seiner Freunde: Faustino Canas aus Cagliari, einer allgemein verbreiteten Sitte in Italien huldigend, benutzte diesen Anlaß, den Candidaten als zweifachbelorberten Arzt und Dichter in Versen zu feiern. Nun bereiste F. Italien, an den Kunstwerken Roms sei- nen Geschmack läuternd und durch Mä'n- uer wieMezzofanti,Thorwaldsen, Leopardi, Nicol in i u. A., welche er tennen lernte, mannigfach angeregt. Auf seiner Rückkehr über Mailand lernte er Joseph Emanuel Hilscher (s. d.) kennen, der, damals schon leidend, balv darauf starb, worauf F. seinen Nachlaß mit einer Biographie des Verblichenen 1837 herausgab. Nach Wien zurückge- kehrt, galt es für seine Zukunft sorgen, und F. nahm 1838 die ihm angebotene Stelle eines Secretärs der Wiener israe- litischen Gemeinde an, und lebte, dem ärztlichen Berufe ganz entsagend, fortan der Literatur und seinem Amte. In diese Zeit fällt die Uebernahme der Redaction des „Oefterr. Morgenblattes" nach Oe- sterleins Tode, und die Herausgabe seiner gesammelten Gedichte. 1842 begann er die Redaction und Herausgabe der „Sonntagsbl älter", eines vielfach anre- genden, mit Geist, Tact und Geschmack redigirten, noch jetzt in den Tagen der Preßfreiheit nicht ersetzten Blattes, mit welchem später ein Kunstblatt verbunden ward, worin bereits damals jene Refor- men beantragt und motivirt wurden, welche die Kunst im Kaiserstaate in der Gegenwart erfährt. Im Intere,,e seinrs Blattes unternahm er 1845 eine Reise nach ganz Deutschland, um init den Ko- ryphäen der Literatur Verbindungen anzuknüpfen. Im I . 1846 war sein Epos- „DoNt/uan.<i^n5t/'ia", das letzte größere Gedicht F.'s, so wie früher die „Hakel"> erschienen. Ueber solcher Beschäftigung traten die Märzereignifse 1848 ein. Das elegante, die Interessen der Kunst u. Literatur vertretende Salonblatt wurde nun die Chronik der denkwürdigen Er- eignisse jener Tage, in deren Aufzeichnung sich den Ansichten der demokratischen. Partei hinneigend. Im October dess. I . nahm das „Sonntagsblatt" nach nichr ganz vollendeter Iahreswoche ein Ende. Nach längerer Pause trat er theils mit ernsteren Arbeiten hervor, als mit einer Uebersetzung serbischer Gesänge, Beiträgen zur Geschichte der Juden, zur Biographie seines Freundes Nicolaus Leu au, theils betrat er ein neues Gebiet, nämlich jenes»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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