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Im Jahre 1774 wohnte F. den Zolleon-
ferenzen in Brüssel bei, bei welchen der
nene Zolltarif zwischen den deutschen und
niederländ. Provinzen festgesetzt wurde
und F. in den Niederlanden den besten
Abnehmer für das ungarische Kupfer ge-
funden hatte. 1777 war er der Erste, der
auf der Donau auf eigene Kosten den
Handelsweg bis Ruftschuk eröffnete nnd
in Constantinopel ein Handlungshaus
begründete, dadurch deutschen Producten
den Weg in die Türkei nnd türkischen
Rohstoffen den Eingang in die Monarchie
bahnte. Früher schon hatte er unentgeltlich
die Direction der k.k. Bergwerksprodncte
übernommen, welche er nach 24jähriger
Besorgung an das Bergwerks - Departe-
ment wieder abgab. Zu den Auszeichnun-
gen der Mutter fügte nun der Sohn Kaiser
Joseph die Verleihung des Reichs-
grafenstandes 5. April 1783 hinzu. Drei
Jahre später fand man den Grafen eines
Tages todt im Teiche des Schloßgartens
zuVöslau liegen. Ans Melancholie, heißt
es, wählte er dieses Ende. Er hatte dasAlter
von 66 Iahreu erreicht. Der Graf war mit
Anna geb. d' Escherny vermalt und
stammt aus dieser Ehe sein Sohn Graf
— Lltori? (geb. 6. Mai 1777, gest. 1325)
der große Kunstfreund; er besaß eineB i-
bliothek von 16,000 Bänden, meistens
Cabinetstücte und Prachtwerke aus allen
Sprachen; eine Gemälde-Sammlung,
welche über 300 Meisterwerke aller Schu-
len und von Künstlern wie Raphael,
Ban Dyk, Nembrandt, Guido
Reni, Poussin, Dürer u. A. ent-
hielt; eine Sammlung von Handz eich-
nungen und Kupferstichen, über
100,000Blätter, darunter die kostbarsten
Suiten; als Fügers Entwürfe zur
Mesfiade, die Sammlung der Porträte,
welche Lavater zu seiner Physiognomik
benützt hatte; eine Mineralien-
Sammlung, reich an den schönsten Erzen
aller Art; eine Sammlung Münzen und Sculpturen alter und neuer Zeit,
unter letzteren die lebensgroße Gruppe
„Thefeus auf dem erschlagenen Mino-
taurus " von Canov a. Der Graf war
in Folge seines Kunstsinnes 1801 znm
Ehrenmitglied der Akademie der bilden-
den Künste und zum außerordentlichen
Rathe derselben ernannt worden. Auch
bekleidete er als Chef des Großhandlungs»
Hauses Fries ck Comp. die Stelle eines
Bankdirectors. Nach dem Falle des Hau-
ses wurden die vorbenannten Sammlun-
gen theils unter der Hand, theils öffent-
lich in Wien und Amsterdam in mehreren
Licitationen (1823—1828) versteigert.
Ritterftands-Diplom vom 24. Nov. 1757 ^das
mit demselben verliehene Wappen bildet das
Herzschild des späteren reichsfreiherrlichen und
gräflichen Wappens). — Freiherrnftands-Di-
plom vom 15. Dec. 1762 ldie Erhebung in
den Freiherrnftand erfolgte durch nachfolgen-
den eigenhändigen Erlaß der Kaiserin Mar ia
Theresia vom 1. Dec. 1762: „Dem Fris
mögte die gnad thun, ihm zum Baron zu
machen ohne das er es selbst begert als ein
2,tt6utiou vor seine gutte Dienst die er mir
leystet doch mit Bezahlung der Taxen"). —
Grafenstands-Diplom vom 5. April 1783. —
Oeftr. National-Elicyklopädie (von G r äff er
u. Czitann), (Wien 1835) I I . Bd. S. 225.
— ^Kneschle, Ernst Heinr. Dr.) Deutsche
Grafcnhäuser der Gegenwart (Leipzig 1854,
Weigel, gr. 8".) I. Bd. S. 244.— Johanns
Bruder Philipp Jakob erhielt für seine
Verdienste als Industrieller am 31. Jänner
1775 den östr. Ritterstand und am 18. Mai
1791 das Baronat. — Diese Familie der
Grafen Fries ist nicht zu verwechseln mit
der grast, von Frietz, in der Heinrich, kais.
Feldmarschall - Lieutenant, Commandant der
Festung Landau, am 25. Sept. 1702 in den
Grafenstand erhoben worden; — noch mit
der Nittcrfamilie Frietz, in der Konrad
Marian, oberrheinischer Kreisgesandter, mit
Diplom Frankfurt 16. October 1743 den
erblichen Ritterstand erhielt. — Ueber die
Sammlungen des Grafen Mor iz siehe:
Böckh (Franz Heinrich), Wiens lebende
Schriftsteller und Künstler . . . dann Bücher-,
Kunst- u.Naturschätze. . . (Wien 1821, Bauer)
S. 95 über die Bibliothek; — S. 129 über
die Mineralien-Sammlung; — S. 301 über
die Gemälde-Sammlung; — S. 303 über die
Kupferftich-Sai:.:nlung. — Stand der Familie.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon