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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 362 -
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362 Im Jahre 1774 wohnte F. den Zolleon- ferenzen in Brüssel bei, bei welchen der nene Zolltarif zwischen den deutschen und niederländ. Provinzen festgesetzt wurde und F. in den Niederlanden den besten Abnehmer für das ungarische Kupfer ge- funden hatte. 1777 war er der Erste, der auf der Donau auf eigene Kosten den Handelsweg bis Ruftschuk eröffnete nnd in Constantinopel ein Handlungshaus begründete, dadurch deutschen Producten den Weg in die Türkei nnd türkischen Rohstoffen den Eingang in die Monarchie bahnte. Früher schon hatte er unentgeltlich die Direction der k.k. Bergwerksprodncte übernommen, welche er nach 24jähriger Besorgung an das Bergwerks - Departe- ment wieder abgab. Zu den Auszeichnun- gen der Mutter fügte nun der Sohn Kaiser Joseph die Verleihung des Reichs- grafenstandes 5. April 1783 hinzu. Drei Jahre später fand man den Grafen eines Tages todt im Teiche des Schloßgartens zuVöslau liegen. Ans Melancholie, heißt es, wählte er dieses Ende. Er hatte dasAlter von 66 Iahreu erreicht. Der Graf war mit Anna geb. d' Escherny vermalt und stammt aus dieser Ehe sein Sohn Graf — Lltori? (geb. 6. Mai 1777, gest. 1325) der große Kunstfreund; er besaß eineB i- bliothek von 16,000 Bänden, meistens Cabinetstücte und Prachtwerke aus allen Sprachen; eine Gemälde-Sammlung, welche über 300 Meisterwerke aller Schu- len und von Künstlern wie Raphael, Ban Dyk, Nembrandt, Guido Reni, Poussin, Dürer u. A. ent- hielt; eine Sammlung von Handz eich- nungen und Kupferstichen, über 100,000Blätter, darunter die kostbarsten Suiten; als Fügers Entwürfe zur Mesfiade, die Sammlung der Porträte, welche Lavater zu seiner Physiognomik benützt hatte; eine Mineralien- Sammlung, reich an den schönsten Erzen aller Art; eine Sammlung Münzen und Sculpturen alter und neuer Zeit, unter letzteren die lebensgroße Gruppe „Thefeus auf dem erschlagenen Mino- taurus " von Canov a. Der Graf war in Folge seines Kunstsinnes 1801 znm Ehrenmitglied der Akademie der bilden- den Künste und zum außerordentlichen Rathe derselben ernannt worden. Auch bekleidete er als Chef des Großhandlungs» Hauses Fries ck Comp. die Stelle eines Bankdirectors. Nach dem Falle des Hau- ses wurden die vorbenannten Sammlun- gen theils unter der Hand, theils öffent- lich in Wien und Amsterdam in mehreren Licitationen (1823—1828) versteigert. Ritterftands-Diplom vom 24. Nov. 1757 ^das mit demselben verliehene Wappen bildet das Herzschild des späteren reichsfreiherrlichen und gräflichen Wappens). — Freiherrnftands-Di- plom vom 15. Dec. 1762 ldie Erhebung in den Freiherrnftand erfolgte durch nachfolgen- den eigenhändigen Erlaß der Kaiserin Mar ia Theresia vom 1. Dec. 1762: „Dem Fris mögte die gnad thun, ihm zum Baron zu machen ohne das er es selbst begert als ein 2,tt6utiou vor seine gutte Dienst die er mir leystet doch mit Bezahlung der Taxen"). — Grafenstands-Diplom vom 5. April 1783. — Oeftr. National-Elicyklopädie (von G r äff er u. Czitann), (Wien 1835) I I . Bd. S. 225. — ^Kneschle, Ernst Heinr. Dr.) Deutsche Grafcnhäuser der Gegenwart (Leipzig 1854, Weigel, gr. 8".) I. Bd. S. 244.— Johanns Bruder Philipp Jakob erhielt für seine Verdienste als Industrieller am 31. Jänner 1775 den östr. Ritterstand und am 18. Mai 1791 das Baronat. — Diese Familie der Grafen Fries ist nicht zu verwechseln mit der grast, von Frietz, in der Heinrich, kais. Feldmarschall - Lieutenant, Commandant der Festung Landau, am 25. Sept. 1702 in den Grafenstand erhoben worden; — noch mit der Nittcrfamilie Frietz, in der Konrad Marian, oberrheinischer Kreisgesandter, mit Diplom Frankfurt 16. October 1743 den erblichen Ritterstand erhielt. — Ueber die Sammlungen des Grafen Mor iz siehe: Böckh (Franz Heinrich), Wiens lebende Schriftsteller und Künstler . . . dann Bücher-, Kunst- u.Naturschätze. . . (Wien 1821, Bauer) S. 95 über die Bibliothek; — S. 129 über die Mineralien-Sammlung; — S. 301 über die Gemälde-Sammlung; — S. 303 über die Kupferftich-Sai:.:nlung. — Stand der Familie.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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