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Auftreten als Schriftstellerin. Sie schrieb
während eines Landaufenthaltes in der
Nähe Wiens das Werk: „1,65
Ku.?5SF'^ worin
sie ihre Wallfahrt iu's heil.
Land erzählt. Das Werk, welches Aufsehen
erregte, erschien anonym. Fallmerayer
berichtete darüber in dcr Allgemeinen
Zeitnng. Noch schrieb sie: „
— den Roman:
sn. l//c,-ains" ^ — einen Band
Briefe über Kiew, ein Tranersyiel, das
Pugatschew zum Helden hat und meh
rere größere und kleinere Erzählungen,
von denen die Wiener Zeitnng im Feuil-
leton des Abendblattes 1357 die eine:
.,)F>oK?-itka^ d. i. Die Verstoßene, und
aus ihrem Nachlasse: „Nie Me und ih
Aube", eine Erinnerung aus der Kinder-
zeit, ferner der „Krippen-Kalender für
das I . 1858" (Wien, VI. Ihrg. S. 100)
die Erzählung: ,Mn die Muth am grölten,
dort i«t dir Mke um nächsten" brachten. Frau
Froloff-Bagräeff versammelte seit
ihrem Aufenthalt in Wien einen Kreis
geistig bedeutender Menschen um sich.
Der Verkehr mit Künstlern und Schrift-
stellern war ihr Bedürfniß. Gril lpar-
zer war ein oft und gerngesehener Gast
in ihrem Salon. Ein unvorgesehenes
Leiden überfiel
sie nnd raffte sie nach vier
Tagen dahin. Si.e wurde auf dem St.
Marxer Friedhofe bestattet. Ihr Tod
ließ in den sparsam gesäten Kreisen der
socialen nnd geistigen Aristokratie Wiens
eine bisher nnersetzte Lücke zurück. Einer
ihrer Biographen sagt: „Güte, Geist, Ta-
lent sind so edle Gaben, daß, wer auch
nur Eine davon besitzt, als ein Begna-
deter betrachtet werden muß. Elisabeth
F.-B. besaß sie vereint. Mit ihr ging
ein edles Menschenbild zn Grabe." Es
blieb ein nicht unbedeutender literarischer
Nachlaß zurück; was aus demselben ge-
worden, ist dem Herausgeber dieses Lexi-
kons nicht bekannt.
Allgem. (Augsburger) Zeitung 1857, Beilage zu Nr. 103, S. 1644. - Nevus äs äsnx nionäsg
1857 April, in den Artikeln über ihren Bater,
den Grafen Speransky, von St. Nen 6
Taillandier. — Oestr. Zeitung (vormals
Wiener Lloyd) 1857 im April. — Theater-
Zeitung, herausg. von Ad. Bäuerle 1857,
Nr. 83. — Wiener Zeitung 1857 (9. April)
Nr. 81, S. 1012.
Fromm, Marcellinus 2.6t2>.
212 (Priester des Ordens der frommen
Schulen n.Mal er, geb. zu Prag 1746,
gest. zuHayde 1. April 1799). Trat
(1766), 20 Jahre alt, in den Orden der
frommen Schulen, wo er nach beendeten
Studien
sich den Obliegenheiten desselben
widmete und in mehreren Collegien der
Jugend Unterricht ertheilte. Insbeson-
dere wirkte er 27 Jahre als Director der
Normalschule zu Hayde in Böhmen, wo
starker Verkehr von Handelsleuten aus
verschiedenen Ländern stattfand. Das
Bedürfniß der dortigen Jugend, in Hand-
lungsgegenständen gebildet zu werden,
lag am Tage. F. unterzog sich diefer
Aufgabe und bildete tüchtige Zöglinge
für das Handelsgeschäft. Auch unterwies
er jene Jünglinge, welche Talent zur
Kunst zeigten, in derselben. F. war ein
berühmter Kalligraph und Nagler nennt
hn „im Zeichnen und Malen wohl er-
ahren", nnd berichtet, daß „das Colle-
gium in Hayde viele zierliche Arbeiten
einer Hand anfbewahre." Er wurde,
53 Jahre alt, zu früh seiner Schule und
»er Knnst entrissen.
Schaller (Iaroslalu), Kurze Lebensbeschrei-
bungen jener verstorb. gel. Männer aus dem
Orden der frommen Schulen, die sich durch
ihr Talent ausgezeichnet haben (Prag
1799, 8".) S. 173. — Nagler (G. K. vr.),
Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München
1835 u. f., 8°.) IV. Nd. S. 509.
Fromond, Johann Claudius (Natu r-
orscher, geb. zu Cremona 4. Febr.
1703, gest. zu Pisa 29. April 1795).
Entstammt einer franz. Familie; trat in
den Orden der Camaldnlenser, worauf
er seinen Taufnamen Julius Cäsar
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon