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Prinzen aus morganatischer Ehe zu er-
heben. Diese in alle deutschen Zeitungen
übergegangene Neuigkeit bedarf einer Be-
richtigung. U°?k- Gi rard in ist die
Tochter des im ehemaligen Geymüller-
fchen Bankiergeschäfte bedienstet gewe-
senen Comptoirbeamten Bruno ld, aus
dessen Ehe mit Fräulein Ritter v. Va-
limare, deren Vater Großfuhrmann,
fpäter Postmeister in Wien war uud durch
den Ankauf einer Herrschaft in Ungarn
ftch den ungar. Adel erwarb. Frau Br u-
nold vermalte sich nach langjähriger
Witweuschaft auf die linke Hand mit dem
Prinzen von Nassau, dem jüngsten Bru-
der der Erzherzogin Heuriette, Herzo-
gin von Nassau, Gemalin des Erzherzogs
Karl. N^-Brunold wurdeuachmals
zu einer Gräsin Tiefenbach erhoben.
Aus dieser Ehe ging ein Kwd, u. z. ein
Knabe hervor, der aber nur etliche Mo-
nate alt wurde. Die in Rede stehende
Gemalin Girardinsist aber eine Frucht
aus ihrer ersten Ehe mit Bruno ld, also
bürgerlicher Abkunft, uud nicht Tochter
eines hessischen (was auch unrichtig wäre,
denn es müßte dann heißen uas säui-
schen) Prinzen.
Theater-Zeitung, herausg. von Ad. Bäuerle
1859, Nr. 16: „Hofzeitung."
GirardZni, Bartolomeo (Malerund
Mechaniker, geb. in Südtyrol in der
zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts).
.Schon sein Vater war ein trefflicher Me-'
chaniker und ist der Erfinder der sehr
zweckmäßigen Aderlaß - Lanzettmaschine.
Der Waler Unterberger, ein Freund
des Hauses, erkannte G.'s Talent und
förderte dasselbe, indem er dem Jüng-
linge alle Behelfe, sich in der Mechanik
auszubilden, an die Hand gab. Barto-
lomeo brachte nunmehr eine Gravier-
maschine für Schabkünftler zu Staude,
welche so gut gelungen war, daß ihn die
kaiserl. Akademie der bildenden Künste
dafür mit 700 fl. belohnte. Nun trat er beim Theaterdirector Schikanederals
Maschinist in Dienste, und ging später in
gleicher Eigenschaft nach Vrünu. Als die
Direction daselbst
sich
auflöste, stellte
G.
ein optisches Cabinet zusammen, worin
seine, wie er sie nannte, „zoophysischen"
Darftellungen, welche Gegenden aus der
Natur mit seltener Treue und iu unge-
mein lieblicher fesselnder Form dem Be-
schauer zeigten, nicht geringes Aufsehen
erregten. G., so reich an Talenten, war
kein Liebling des Glückes. Seine über-
raschende Geschicklichkeit, berufen, Großes
zu leisten, zersplitterte sich in Kleinigkei-
ten und zuletzt war er verschollen. —
Sein Bruder Giovanni war gleichfalls
ein ausgezeichneter Mechaniker und hat
die treffliche Baumwollspinnmaschine in
der Fabrik des Freiherrn von Puthonin
Teesdorf construirt, iu welchem er dann
als Werkführer angestellt wurde. Wann
der Eine und der Andere gestorben, ist
nicht bekannl.
Oestr. National-Encyklopädie (von Gr äffer
u. Czitann), (Wien 1835) II. Bd. S. 374.
— Nagler «I. K. Dr.), Neues allgem.
Künstler-Lexikon (München 1835 u. f., 8".)
V. Bd. S. 214. — Der in Schwaldop-
lers „Historischem Taschenbuch für das Jahr
1802" (II. Jahrg.) S. 216 angeführte Tyroler
Girardami, ein Mechaniker, dürfte wohl der
Eine von den beiden Obigen sein.. Daselbst
geschieht Erwähnung von zweien seiner Er-
findungen: von sehr künstlichen hölzernen.
Tafchenuhren und von einer Art Windbüchse,
mit der man 50mal hintereinander schießen
tonnte, ohne erst nene Lnft einpumpen zu
müssen.
Girom, Nobustiauo (Bibliograph,
geb. zn Gorgonzola im Mailändischen
24.Ocr. 1769,gest.inMailand I.April
1838). Studirte am erzbischöfticheu Se-
minar zu Mailand, irat dann in die Con-
gregation der Oblaten des heil. Ambro-
sius und Carolus, wo der berühmte Car-
dinal Mai sein College war. Er wid-
metq sich
dem Lehrfache und trug am Col-
legium zu Gorla Rhetorik vor, bis er
1796 Unterbibliothekar an der Brera
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon