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^ klein war, verlegte er sich auf die Musik
und ertheilte Unterricht in derselben; in
den Ferienmonaten zog er von Ort zu
Ort und gab kleine Concerte. 1736 kam
er nach Wien, wo damals ein Caldara
(s. d. II. Bd. S. 236), Ioh. Ios. Fux (s. d.
V. Bd. S.11),dwGebrüder Conti, Gius.
Porsile u.U. dieMusik würdig vertraten.
Als Fürst Melzi den jungen Künstler
einst im Lobkv'witz'fchen Hause spielen
gehört, ernannte er ihn zu feinem Kam
mermusikus, nahm ihn nach Mailand,
wo der berühmteSammartiniGlucks
musikalische Bildung vollendete. Schon
1741 trat G. mit einem größeren Ton-
werk, mit dor Oper: ^T-tase?-^ öffent-
lich auf; sie gefiel. Von 1741 bis 1744
schrieb er noch für Mailand: „Demo-
/oonts")- — „A/a«-' und^ i?«^»") für
Venedig: „Demetl-io" u. ,.Ip6?'»n
(vergl. die Chronologie seiner Arbeiten,
das nähere Detail und die Literatur über
dieselben in den Quellen S. 225), und
für Cremona: ^rtamene^ und^ ^o^ro".
Sein Ruf wuchs und gelangte bis Lon-
don, wo Lord Middlessexdie Oper diri-
girtt. 1745 begleitete G. seinen Gönner
Ferdinand Philipp Fürsten von Lobko-
witz auf einer Reise durch Italien, Frank-
reich und England, und brachte in Lon-
don 1746 seine neue O^er: ^I,a (/acluta
<ls^ 6igan.ti" zur Aufführung. Diese er-
lebte ihrer mangelhaften Darstellung we«
gen nur 5 Aufführungen, hingegen er-
hielt seine ältere Oper: ^T-tQmens"' rau-
schenden Beifall. Von London begab sich
G. über Hamburg nach Dresden, wo er
in der
churfürftlichen
Capelle diente, aber
bald in seine Heimat zurückkehrte, als der
Tod seines Vaters seine Anwesenheit nö-
thig gemacht hatte. Im I. 1748 nahm
G. seinen bleibenden Aufenthalt in Wien,
wo Karl VI. die Tonkunst gleich seinem
Vorgänger dem Kaiser Leopold begün-
stigte. Mitte Mai des gen. I . kam G.'s
dreiactige Oper: zur Aufführung. Um diese Zeit
lernte er seine zukünftige Gattin, die
Tochter eines reichen Wiener Kaufherrn,
Marianna Pergin kennen. Die Hoff-
nung der Liebenden zerstörte aber des
Baters Nein. G., nm sich
zu zerstreuen,
ging nach Rom, wo er seine Oper:;,^ sls-
macco" zur Aufführung brachte. Als
aber Pergin Anfang 1750 mit Tod ab-
ging, kehrte G. nach Wien zurück und
am 15. September d. I . vermalte er sich
mit'Marianna, mit welcher G. eine
glückliche Ehe führte. jMe überlebte ihren
Gatten um 13 Jahre und starb, 71 Jahre
alt, am 12. Wärz 1800. Ihre Grab-
inschrift theilt Gräffer mit in seinen
„Wiener Dosenstücken" (Wien 1852),
II. Th5 S. 241.) In Begleitung seiner
Gemalin kehrte G. nach Italien zurück,
ging nach Neapel, wo seine Oper: »I,a
Nenrsnsa cli !Nto" 1751 zur Aufführung
kam, deren Arie „<3e n^ai 5enti ^>i7-a?-ti
nbl volto" durch ihre eigenthümliche In-
strumentation die neapolitanischen Com-
ponisten in Aufregung brachte. Sie be-
haupteten, daß darin die Regeln des
Satzes verletzt seien, Durante aber,
der damals als das Orakel der Tonkunst
galt, entschied: daß
sich alle Componisten
rühmen könnten, die eine solche Stelle
dächten und schrieben. Im Dec. d. I .
kehrte G. nach Wien zurück, wo 1752
eben die Reformen der Schaubühne statt-
fanden und ein günstiges Feld G.'s Thä-
tigkeit eröffneten. Der Herzog von Sach-
en-Hildburghausen war ein großer
Freund der Musik und beauftragte G. für
den Empfang Ihrer Majestäten auf sei-
nem Lustschlosse Schloßhof (23—26. Sept.
1754) eine Oper zu schreiben. G. schrieb:
^e Onsn''^ die Musik zu einem älteren,
ereits von Reutt er gesetzten Text. Als
m Juni d. I . Graf Durazzo die Ober-
eitung des Hoftheaters übernahm, wurde
G< als Capellmeister der Oper mit 2000 fl.
Iahrgehalt angestellt, welchen Posten er
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon