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meiuori^e proäitnni
Gorani, Johann Graf General-
major, geb. zu Mailand zu Anfang
bes vorigen Jahrhunderts, gefallen auf
dem Schlachtfelde bei Ventim iglia
10.Oct. 1747). Entstammt einer adeligen
Mailänder Familie und war zu Anfang
t>es öfterr. Erbfolgekrieges Oberstlieute-
nant nnd Generaladjutant des FM. Khe-
venhüller. Im Jänner 1742 forderte
er den französ. General Segur, Com-
mandanten von Linz, zur Uebergabe auf.
Im I . 1743 kämpfte er in der Schlacht
von Campo Santo, wurde 1744Oberst
im Inf.-Reg. Diebbach Nr. 20, und
im Feldzuge gegen Neapel unterwarf er
bie Städte Terano, Altri, Civits. diPenna,
Mulia nuova und Taglia Cozza. 1745
that er sich
in deni Arriere - Gefechte an
der über die Magra beiSarzano führen-
den Brücke (10. Mai) besonders hervor.
Nach derSchlacht bei Piacenza (1746),
wo er auch mit Auszeichnung gekämpft,
wurde er Generalmajor und erhielt eine
Brigade bei der Armee in Italien: noch
kämpfte er bei Roddofreddo, und
wurde dem König von Sardinien bei
dessen Zuge in die Provence mit 1) östr.
Bataillons zugetheilt. Bei B entimiglia
an der Turbia, wo er die Borhut befeh-
ligte, vertrieb er den Feind von den An-
Höhen und war eben im Begriffe, die letzte
zu ersteigen, als ihn ein feindl. Musketen-
schuß im schönsten Mannesalter tödtete.
Oeftr. Militär-Konversat.-Lexilon. Herausgeg.
von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien
1851 u. f.) II. Bd. S. 760.
Garant, Joseph Graf von (Publi-
zist, geb. zu Mailand 1744, gest. zu
Genf 12. Dec. 1819). Einer alten Fa-
milie angehörig, erhielt er eine sorgfältige
Erziehung in seiner Vaterstadt. Mit
Verri,Beccaria,Frifi,Lamber.
tieghi u. A. bildete er einen Berein,
betitelt Obttz, der eine gleichnamige Zei, tung herausgab, worin politische und phi-
losophische Fragen verhandelt wurden.
Als Gegner dieses Vereins und seines
Blattes trat Joseph Baretti mit seinem
Journal: ^?ru.t.tg> lettOr^rig." auf. Eine
mächtige Stütze hingegen fand der Ber-
ein an den Encyklopädisten in Frankreich.
Gorani machte sich alsbald durch seine
Angriffe gegen die Regierungen bemerk-
bar, vor Allem aber durch seine Abhand-
lung gegen den Despotismus, die er ano-
nym 1770 veröffentlichte. Als die fran-
zösische Revolution ausbrach, übernahm
der Clubb ihre Vertheidigung in seiner
Zeitschrift, und für Gorani, der mit
den Häuptern der Revolution in Verbin-
dung
stand, verlangte und erhieltBailly
von der Nationalversammlung das franz.
Bürgerrecht. 1792 kam G. nach Paris
und verkehrte mit den Revolutionären
der äußersten Richtung. Er betheiligte
sich an der periodischen Presse und im
„Nonittzur" erschienen seine Briefe an
die Fürsten, gerichtet gegen Ludwig XVI.
und zu Gunsten der Revolution; auch
gab er eine heftige Flugschrift gegen die
italienischen Höfe heraus. Alles dies be-
stimmte den Erzh. Ferdinand, damal.
Gouverneur von Mailand, Gorani aus
seinem Vaterlande zu verbannen und
seine Güter zu confisciren. Nichtsdesto-
weniger übernahm G. von Seite des
Wohlfahrtsausschusses eine geheime Mis-
sion für Italien und begab sich an die
Schweizer Gränze, aber dem österr. Ge-
sandten Freih. v. Buol gelang es, das
Verbot seines Aufenthaltes an derselben
zu erwirken. Robespierre's Sturz
machte auch seinen Umtrieben ein Ende;
G. begab sich nach Genf u.lebte nun daselbst
inftillerZurückgezogenheit.G.'sSchriften
sind: „!?>aite ^u ÖeHpot«ms^ 2 Läs.
(1770); —
s") 2 Lä6
1793, 8".), die Briefe sind an den Her-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon