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Grigoletti, Michelangelo (Maler,
geb. zu Roi^i - Franäe äi Voräsnons
29. August 1301). Lebte bis zu seinem
achtzehnten Jahre im Elternhause, in den
Mußestunden im Zeichnen sich übend,
wofür er große Neigung zeigte. Als sein
Onkel von väterlicher Seite, Pfarrer zu
San-Giorgio in Pordenone, das Talent
des Jünglings gewahr wurde, schickte er
ihn uach Venedig in die Akademie der
schönen Künste, in welcher er schon im
ersten Jahre einen Preis erhielt. Aber
nun wurde er der Knnst entrissen, da er
als Rekrut in die Armee eintreten mußte.
Sein Onkel, um die hoffnungsvolle Lauf-
bahn seines Neffen in so trauriger Weise
nicht unterbrechen zu lassen, kaufte ibn los
und die östr. Regierung, als
sie das Ta-
lent des jungen Künstlers kennen gelernt,
wies ihm auf die Dauer von 5 Jahren
eine Unterstützung cm, welche ihn in die
Lage versetzte,
sich
ohne Sorgen der Kunst
zu widmen. Er trieb nun ernstlich seine
Studien, erhielt mehrere Preise und
malte im I . 1824 sein erstes größeres
Werk: „InMr liebknZt Gatt Amur"; das
Bild gefiel und der Fürst von Lucca
kaufte es. Sein zwcites Bild: „Erniinia
verbindet die Wunden CancreuZ", wurde Eigen-
thum des Herrn Pietro Sar tor io in
Trieft. Nun erhielt G. mehrere Aufträge,
sein Sild: „Orminia, den blutende? Eancrea
erblickend, stürzt uan: Pferde" wurde in der
Ausstellung der Akademie belobt, von
dem Hrn. Ant ivar i in Udine angekauft,
und G. mußte es für Hrn. Parente in
Trieft wiederholen. Ungeachtet so erfreu-
licher Anfänge gelang es Gr igolet t i
noch immer nicht, sich Bahn zu bre-
chen, und er war genöthigt, zu seinem
Lebensunterhalt in reichen Häusern
Zeichnenunterricht zu ertheilen und in
einem lithographischen Institut Copien
der classischen Gemälde der Venetianer-
Schule auszuführen. Als der Coneurs
für die Altarbilder der St. Antonskirche. in Trieft ausgeschrieben wurde, bethei-
ligte
sich G. auch an demselben. Er wählte
die „H. Anna mit Maria dem Ninde nnd andern
Miigen". Bevor er aber an die Ausfüh-
rung ging, begab er sich
nach Rom, Flo-
renz und den andern Städten Italiens,
um die Meisterwerke der Kunst kennen
zu lernen. Nach seiner Rückkehr vollen-
dete er das Bild und stellte die Auftrag-
geber so zufrieden, daß sie
zu dem Preise,
um den
sie übereingekommen waren, noch
eine Prämie hinzufügten. Nun erhielt
er von dem Erzbischof Ladislaus Pyrker
den Auftrag, zwei Altarblätter für die
Kathedrale von Erlau zu malen; Grigo-
lett i malte den „Grzengel Michael, wie rr
Aaciler geleitet" , und eine „Heilige Familie".
Nun wurde sein Name bekannt, und die
Bestellungen häuften sich seit dieser Zeit
ohne Unterbrechung. 1838 erhielt G.
von Sr. Maj. dem Kaiser Ferdinand
den Auftrag zu einem histor. Gemälde
im großen Maßstabe: „Frannsrü Füscari
schickt Zeinen Gia^ omli in'Z GelängnisZ", das-
selbe befindet sich in der Belvedere - Gal-
lerte in Wien, und G. mußte es für Lord
Fi l ipsin London wiederholen. Im Jahre
1839 wurde G. Professor an der Kunst-
akademie zu Venedig. Seinem Dienste
obliegend, setzte er demnach seine eigenen
Arbeiten fleißig fort, und fallen in diese
Epoche folgende Gemälde: „Nie heil. Maria
Mllgdalena", für Hrn. Peter Gas pari in
Latisana; — „Ve? heil. Francisco", für den
ErzPriester Ost ermann in Codroipo;
— „Nie heil. Matter Gattes" und der „Heil.
Alai5lN3 nunGllnzllgll", beide für das Semi-
nar in Portogruaro; — „Nie heil. Fila-
mena", im Auftrage der Stadt Porto-
gruaro ; — „Sngllimll im Nüüe. belauscht uvn
den Mi Zlten", für Herrn Sante Giaeo-
melli in Treviso; — „Franrrsrll üa Kimini",
für Hrn. Pet. Sartor io in Trieft und
wiederholt für Grafen Girol. Sugana
in Treviso; — „Ner uerlarne Zolin" , für
Herrn Caal in Trieft und wiederholt
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon