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seines 50. Geburtstages, deren Gedächt-
niß durch eine zur Feier dieses Tages
geprägte Medaille der Zukunft erhalten
bleibt, und die Nachfeier dieses Tages an
. seinem 53. Geburtstage, welche von einem
Kreise edler Wiener Dichter am 15. Iän.
1844 veranstaltet und auf die erhebendste
Weise begangen ward. Reicher als diese
spärlichen Momente seines äußeren Le-
bens gestalten sich aber die seines geisti-
gen Schaffens, welches in das I . 1816
zurückreicht. Der Dichter zählte damals
26 Jahre und hatte seine „Ahnlran" voll-
endet. Der treffliche Dramaturg der
Wiener Hofbühne Joseph Schreyvogel
(Pseudonym Thom. und C. A. West)
erfuhr von dem Stücke, welches der
schüchterne Poet im Pulte verschlossen
hielt und bewog denselben, ihm es zur
Durchsicht zu überlassen. Der Drama-
turg erkannte den poetischen Juwel,
wurde seither und blieb bis an seinen
Tod G.'s liebevoller Lehrer, Freund und
Uäcen im reinsten Sinne des Wortes.
Ende Jänner 1817 ftie genauen Daten
über die ersten Aufführungen der Gri l l-
parzer'schen Stücke, über die Kritik
u. dergl. m., siehe unten in den Quellen
II. d: „Zur Kritik und Geschichte seiner
einzelnen Dramen") kam das Stück zur
Aufführung und erlebte einen beispiel-
losen Erfolg. Als später über die litera-
rische Tendenz seines Stückes die man-
nigfachsten Ansichten auftauchte:: und man
dem Dichter sogar Schuld gab, ein neues
System des Fatalismus dargestellt
zu haben und dergleichen Unsinn mehr,
trat G. in der Vorrede zur ersten Aus-
gabe seiner Dichtung gegen dieses Ver-
fahren der Kritik energisch auf, alle die
Anmuthungen und Absichten, die man
ihm bei Wahl und Bearbeitung des Stof-
fes unterstellte, abwehrend. Nicht lange
ließ er mit der zweiten Arbeit „Zapphu"
warten, mit welcher er den griechischen
Hoden, also den Heimatboden des Fatums, das in der „Nhulcan" eine so große Rolle
spielt, betrat. Und eben in diesem Stücks
welches im April 1818 zur Darstellung
kam, findet sich auch nicht die leiseste Spur
von diesem gefürchteten Zwange. Der
Enthusiasmus, mit welchem dieses Stück
aufgenommen wurde, war nicht geringer,
als beim ersten. Mit dieser Schöpfung
unseres Dichters hatte sich der Name der
großen Tragödin Sophie Schröder
dauernd verbunden. Nach seiner Rückkehr
aus dem classischen Lande, welches er zuerst
1319 besucht hatte, schuf er die gewaltige
Trilogie: „Na5 goldene Dliess", welche an
zwei aufeinanderfolgenden Abeuden des
März 1821 zur Aufführung kam, aber
nicht jene überwältigende Wirkung her-
vorbrachte, die nach Lesung dieses Mei-
sterwerkes von Jedermann erwartet wer-
den mochte. Die kühle Stimmung, mit
welcher das an Schönheiten überreiche
Werk, theils aus Mangel an Verständniß,
theils aus Scheelsucht und dem in der
deutschen Kritik wie ein verheerendes
Kryptogam wuchernden Bestreben der
Nation, ihre hervorragenden Talente
hinwegzubeweisen, aufgenommen wurde,
mochten vielleicht den Dichter bewogen
haben, vor der Hand den classischen Bo-
den zu verlassen, und das ihm neue Ge-
biet der heimatlichen Geschichte zu be-
treten. Unmittelbar auf einander folgten
jetzt zwei historische Stücke, im Februar
1825: „König Ottukars Gluck und Onde",
und 1828: „Gin wner Nieaer Zeines Herrn".
Hatte man bisher an der poetischen Kraft
des Dichters gemäkelt und dieselbe den
großen Stoffen der alten Mythe und Ge-
schichte als nicht gewachsen erklärt, so
führte man nun ein anderes Maneuver
durch, und roch aus den beiden Bearbei-
tungen von Episoden der böhmischen und
ungarischen Geschichte mit der kritischen.
Nase den Servilismus heraus. So hat
die deutsche Kritik viel an dem österrei-
chischen Dichter verschuldet und fast lcckt
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon