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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 339 -
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Seite - 339 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5

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339 seines 50. Geburtstages, deren Gedächt- niß durch eine zur Feier dieses Tages geprägte Medaille der Zukunft erhalten bleibt, und die Nachfeier dieses Tages an . seinem 53. Geburtstage, welche von einem Kreise edler Wiener Dichter am 15. Iän. 1844 veranstaltet und auf die erhebendste Weise begangen ward. Reicher als diese spärlichen Momente seines äußeren Le- bens gestalten sich aber die seines geisti- gen Schaffens, welches in das I . 1816 zurückreicht. Der Dichter zählte damals 26 Jahre und hatte seine „Ahnlran" voll- endet. Der treffliche Dramaturg der Wiener Hofbühne Joseph Schreyvogel (Pseudonym Thom. und C. A. West) erfuhr von dem Stücke, welches der schüchterne Poet im Pulte verschlossen hielt und bewog denselben, ihm es zur Durchsicht zu überlassen. Der Drama- turg erkannte den poetischen Juwel, wurde seither und blieb bis an seinen Tod G.'s liebevoller Lehrer, Freund und Uäcen im reinsten Sinne des Wortes. Ende Jänner 1817 ftie genauen Daten über die ersten Aufführungen der Gri l l- parzer'schen Stücke, über die Kritik u. dergl. m., siehe unten in den Quellen II. d: „Zur Kritik und Geschichte seiner einzelnen Dramen") kam das Stück zur Aufführung und erlebte einen beispiel- losen Erfolg. Als später über die litera- rische Tendenz seines Stückes die man- nigfachsten Ansichten auftauchte:: und man dem Dichter sogar Schuld gab, ein neues System des Fatalismus dargestellt zu haben und dergleichen Unsinn mehr, trat G. in der Vorrede zur ersten Aus- gabe seiner Dichtung gegen dieses Ver- fahren der Kritik energisch auf, alle die Anmuthungen und Absichten, die man ihm bei Wahl und Bearbeitung des Stof- fes unterstellte, abwehrend. Nicht lange ließ er mit der zweiten Arbeit „Zapphu" warten, mit welcher er den griechischen Hoden, also den Heimatboden des Fatums, das in der „Nhulcan" eine so große Rolle spielt, betrat. Und eben in diesem Stücks welches im April 1818 zur Darstellung kam, findet sich auch nicht die leiseste Spur von diesem gefürchteten Zwange. Der Enthusiasmus, mit welchem dieses Stück aufgenommen wurde, war nicht geringer, als beim ersten. Mit dieser Schöpfung unseres Dichters hatte sich der Name der großen Tragödin Sophie Schröder dauernd verbunden. Nach seiner Rückkehr aus dem classischen Lande, welches er zuerst 1319 besucht hatte, schuf er die gewaltige Trilogie: „Na5 goldene Dliess", welche an zwei aufeinanderfolgenden Abeuden des März 1821 zur Aufführung kam, aber nicht jene überwältigende Wirkung her- vorbrachte, die nach Lesung dieses Mei- sterwerkes von Jedermann erwartet wer- den mochte. Die kühle Stimmung, mit welcher das an Schönheiten überreiche Werk, theils aus Mangel an Verständniß, theils aus Scheelsucht und dem in der deutschen Kritik wie ein verheerendes Kryptogam wuchernden Bestreben der Nation, ihre hervorragenden Talente hinwegzubeweisen, aufgenommen wurde, mochten vielleicht den Dichter bewogen haben, vor der Hand den classischen Bo- den zu verlassen, und das ihm neue Ge- biet der heimatlichen Geschichte zu be- treten. Unmittelbar auf einander folgten jetzt zwei historische Stücke, im Februar 1825: „König Ottukars Gluck und Onde", und 1828: „Gin wner Nieaer Zeines Herrn". Hatte man bisher an der poetischen Kraft des Dichters gemäkelt und dieselbe den großen Stoffen der alten Mythe und Ge- schichte als nicht gewachsen erklärt, so führte man nun ein anderes Maneuver durch, und roch aus den beiden Bearbei- tungen von Episoden der böhmischen und ungarischen Geschichte mit der kritischen. Nase den Servilismus heraus. So hat die deutsche Kritik viel an dem österrei- chischen Dichter verschuldet und fast lcckt 22*
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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