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bracht. Wer G. näher zu kennen Gele-
genheit hat, überzeugt sich vom Gegen-
theile. Eine seiner hervorragendsten Ei-
genschaften ist die Liebe und Anerkennung
jedes Talentes, das er durch freund-
liches Urtheil fördert und ermuntert.
Bekannt sind die geistreichen schlagferti-
gen Antworten, Urtheile, Aussprüche,
die in der Conversation aus seinem Munde
kommen und deren Sammlung einen
großen Reiz für Jedermann böten, weil
sie ebenso oft die täglichen Verhältnisse
des Lebens, als Kunst- und Literatur»
Gegenstände berühren. So z. B. sagte
er von derRistori: „Wie groß muß
diese Künstlerin gewesen sein, bevor sie
berühmt geworden"; — von einem Ar-
chäologen, der über jeden verwitterten
Stein und jedes Stück bemalter Lein-
wand in Extase gerieth, sagte er treffend:
„Er ist einer jener Menschen, die sich
glücklich fühlen, wenn sie eine Mutter
Gottes finden, die wie ein alter Rech-
nungsrath aussieht"; — die sinnreiche
Definition der Eifersucht: „Eifersucht ist
eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was
Leiden schafft" wird ihm zugeschrieben;
— über Mozart bei Aufführung der
6-moii-Symphonie: „Die hat Mozart
sicher vor der Erbsünde componirt"; —
über den Styl des Thoas in Goethe's
„Iphigcnie": „Der Thoas spricht wie
ein taurifcher Hofrath"; — die Bezeich-
nung des kühlen nordischen Wesens der
Jenny Lind, die er als Sängerin hoch-
stellte, mit dem Ausdrucke: „Zugeknöpft
bis an die Zähne" u. d. m.; seine Defi-
nition der Dichtkunst bei Gelegenheit, als
die Richtung der modernen Dramatiker,
in Prosa zu schreiben, zur Sprache kam:
„ In Versen denken ist Dichten! Mit dem
Verse entstand die Dichtkunst" u. d. m.
I. Biographien und Biographisches. — Ueber
Gr i l lparzers Namen. — Einzelne Lebens-
momente, Charakteristiken und Silhouetten
seiner Persönlichkeit. Album der östr. Dichter
(Wien, Pfautsch, 8°.) I. Serie, S. 97. Bio- graphie G.'s von Otto Prechtler lnach
dieser geb. 15. Iänn. 1791). — Familienbuch
des österr. Lloyd (Trieft, gr. 4",) I I I . Bd.
(18S3) S. 370 — 380: „Franz Grillparzer"
von Heinrich Laube leine geistvolle literarisch-
kritische Lebensstizze des österreichischen Dich-
ters, ihn gegen das ungereimte Ignoriren der
norddeutschen Literar- und Literaturgcschichtler,
deren jeder spätere den früheren ab- und nach-
schreibt, energisch in Schutz nehmend, und die-
ser duftvollen Blüte die hervorragende Stelle .
wahrend, welche ihr im deutschen Dichtergarten
gebührt). — Wiener Theaterzeitung, herausg.
von Adolph Bäucrle. 1857, Nr. 25: „Vor
Vierzig Jahren" von A. S i las leine treff-
liche, kurze aber Alles umfassende Lebensskizze.
Nach dieser ist G. am 15. Iän. 1786 geboren.
Diese Angabe ist unrichtig; das im „Album
östr. Dichter" mit 15. Jan. 1791 angegebene
das einzig richtige und durch die 1841 seinem
50. Geburtstage zu Ehren geprägte Erinne-
rungsmedaille bestätigte Datum). — Oesterr.
illustrirte Zeitung (Wien, 4°.) 1852, Nr. 39,
S. 307. Biographie mit Porträt im Holz-
schnitt. — Frank l (L. A. Dr.), Sonntags-
blätter (Wi2N, gr. 8°.) VI . Jahrg. (1847)
Nr. 1 : „Franz Grillparzer" von I . S. Tau-
ber seine kurze literarische Skizze, in welcher
zu Ende eines in einem deutschen Journale
erschienenen Aufsatzes von G. erwähnt wird,
worin neben der Anerkennung des Dichters
mit unzarter Faust in das innerste Leben des
Menschen gegriffen wird). — (Leipziger) I l lu-
strirte Zeitung, hcrausg. von I . I . Weber
1846, Nr. 132, S. 30 »aselbst feine Lebens-
slizze mit Porträt in einem Tableau, zugleich
mit den Porträts von Bauernfeld, Castelli,
Deinhardstein, Ebert, Feuchtersleben, Frankl,
Grün, Halm, Lenau, Pyrker, Seidl, Stelz-
hammer, Vogl u. ZedliA. — Iris. Original-
Pariser-Moden-Magazin für Damen (Graz)
1. Dec. 1850 (II . Jahrg.) IV. Bd. Lfrg. 9:
„Franz Grillparzer. Eine flüchtige Skizze."
Wahrhaftig nicht mehr!j — Oestr. National-
Encyklopädie (von Gr äffer u. Czikann),
(Wien 1835) II. Bd. S. 423. — Graf f er
(Franz), Historisch-bibliographisches Bunterlei
(Vrünn 1824, kl. 8°.) S. 221. — (Brockhaus)
Conversations-Lexikon (10. Auflage) VII. Bd.
S. 181. — XouvsUü Ni03?2.pkio ßönsrais
. . . pnbliäs sous 1Z. äireation äs Nr. 1e
.Dr. Noeksr (?ar!8 1853) XXII . Lä. 8p. 62
fteidc mit der unrichtigen Angabe des Geburts-
jahres 15. Jänner 1790. Wenn dieses Werk
sagt: »82 vie 82 iä8unis priQcixaluaent äg.Q3
1e« oeuvres rsrua rynabies, gu'U a äun-
2,6s5> ä, Ik 5oeno alleuiailä" und Querard
in seinem „1.5 ^i-aueo Uttsrüire« 1olU..III.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon