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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Volume 5
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Page - 360 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Volume 5

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360 einer Art umgab Hals und Büste. Fern von aller Koketterie sprach etwas Ernstes, znr Schwermuth Geneigtes aus ihrem Wesen; niemals mit dem Publicum durch Mieneuspiel verkehrend, verlor sie sich, während sie sang, so sehr in den Aus- druck des Gegenstandes, daß sie auch im Concertgesange die höchste dramatische Wirkung hervorbrachte. Im Jahre 1836 vermalte sich Julia Grisi zu London mit Gerard de Melcy, der zwei Jahre später mit Lord Castlereagh in ein Duell gerieth, in welchem dieser Letztere verwundet wurde. Diese Ehe war nicht glücklich, schon nach wenigen Jahren (1847) wurde sie aufgelöst. Die Klausel im Scheidungsvertrag, wornach sich die Künstlerin verpflichtete, ihrem Gatten nach der Trennung jährlich, so lange sie bei der Bühne blieb, 10,000 Francs zu bezahlen, führte zu einem Proceß, wel- chen jedoch die Sängerin gegen ihren Mann verlor. Obwohl Frische und Glanz ihrer Stimme gänzlich geschwunden sind, singt sie noch immer in hochtragischen Rollen. Dem Vernehmen nach soll sie (seit 1856) mit dem berühmten Tenori- sten Mario vermalt sein. Kalorie äs« ^rtistes ärauiHtiyiies äo ?ari3 (Artikel von Coullilhac). — ^etis, Lio- Li-aptue umvo«. cls5 Husieiens. — Nonäs ärainatitiiie 28 oetobre 1838. — Vuo^oloipe- äie äes 6on8 äs Zloväs (Artikel von F a y ol). — IiwLtrateä I.0260Q Ns^ vg 1854 ^uii ^mit Porträt, nach dieser ist sie 1816 geboren). — Gaßner (F. S. vi.), Universal-Lerikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, F. Köhler, Lex. 6°.) S. 381 ftennt ihren Gatten irrig Meley statt Melcy j^. — Schilling (Guft. Vr.), Das musikalische Europa (Speyer 1842, Neidhard, gr. 8°.) S. 126 lnach diesem geb. 28. Juli 1811). — Iris (Grazer Muster- und Modeblatt) 18Z6, S. 92. — Humorist, herausgeg. von M. G. Saphir. 1856, Nr. 71. — Gmundner Wo- chenblatt 1856, Nr. 5. — Zeitung für die elegante Welt, redigirt von Heinrich L a u b e. 2844, S. 315: „Der Verliebte" leine Episode aus ihrem ober vielmehr aus dem Leben eines Phantasten, der aus Liebe zu ihr den Verstand verlor). — I/l2äöpeQä2.n 163, ?ol.) 1856, 17 levrier sin der Parise^ Correspondenz von Lecomte). — Dieselbe 9. März Ebenda; Briefe voll pikanter Einzel- heiten über ihren Erfolg und Vergleichen mit anderen berühmten Primadonnen). — Neues Universal-Lexikon der Tonkunst (be- gonnen von vr. Iul. Schladebach, fort- gesetzt) von Eduard Bernsdorf (Dresden 1856, Schafer, gr. 8°.) II. Bd. S. 249. — Porträte. 1) N. Caies litb. 4°. — 2) Nach Valentini lith. von Vogt (Paris, Bulla <!: Iouy, gr. Fol.). — 3) Lith. von Stadier (Wien, Neumann, kl. Fol.). — 4) Zugleich mit ihrer Schwester Judith. Oevsria, litn. (Paris, Goupil <b Comp. gr. Fol.). GrisUwlldi, Paolina, mit dem arka- dischen Namen Lesbill Cidonill (Dich- terin, geb. zu Bergamo 11. März 1746, gest. 8. März 1801). Eine Toch- ter des Edelmanns Secco So ardi, er- hielt sie den ersten Unterricht im elterli- chen Hause, wo ihr eigener Vater densel- ben leitete. In den schönen Wissenschaf- ten, in der classischen Literatur, in der engl. und französ. Sprache machte sie überraschende Fortschritte, und gab früh- zeitig Proben eines reichen dichterischen Talentes. Kaum 17 Jahre alt, vermalte sie sich mit dem oonte Luigi Grismondi. Der Tod ihres ersten Kindes, eines Kna- ben, ergriff so sehr das weibliche Gemüth, daß ihr Gemal, um sie zu zerstreuen, mit ihr nach Verona übersiedelte. Hier hebt nun jener geistige Verkehr an mit den hervorragendsten Persönlichkeiten ihrer Zeit, der sie einerseits zu Schaffen an- regte,- andererseits ihre literarische Stel- lung in der Gesellschaft begründete. Un- ter den Koryphäen des Kreises von Schön- geistern, der sie umgab, befanden sich GerolamoPompei, der berühmte Ueber- setzer der Biographien Plutarchs, und Hhppolit Pindemonte. Nach der Rück- kehr in ihre Baterstadt veröffentlichte sie über Zureden ihres Landsmannes Joseph Beltramelli (s.d.I.Bd.S. 249) ihre ersten Poesien, die bald die Runde in den schöngeistigen Kreisen Italiens mach- ten. Die Gesellschaft der Arkadier nahm
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Volume 5
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Füger-Gsellhofer
Volume
5
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1859
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
426
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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