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Haftn von Holländern besetzt waren, einen Weg
einschlagen, den vor ihm noch kein Europäer
gemacht. Er durchwanderte zu Fuß dieTartarei,
Hinboftanund Persien. Eine Beschreibung seiner
Reise durch die Tartarei und Mongolei, ferner
des
chinesischen
Reiches, meistens in Briefen
an seine Ordensbrüder enthalten Kirch ers:
„ObiliÄ iUnstrata"; — ferner Thevenots
,Nk1l>,ti<)N8 äss äivorssL vo^ases." lVergl.
über alle drei Johann Nep. S to eger am
angez. Orte S. 110 u. 111.)
Grueber, siehe
auch: Gruber.
Grübler, Florian (Bildhauer, geb.
zu Kolbnitz im MöllthaleKärntens 21.
März 1746, gest. zu Wien 2. April
1813). Da er schon frühzeitig Neigung
zur Kunst au den Tag legte, brachte ihn
sein Vater in jungen Jahren zu einem
Verwandten nach Burghausen in Baiern,
wo er die Bildhauerkunst erlernte. Nach
beendeter Lehrzeit machte er Reisen, ar-
beitete in den größeren deutschen Städ-
ten , und während er früher vornehmlich
in Holz schnitzte, wählte er nunmehr
Stein und Metall. In Mannheim, wo
er mit einer Arbeit einen akademischen
Preis errungen hatte, um den viele
Künstler mitgeworben, lenkte er zuerst
die Aufmerksamkeit der. Kunstwelt auf
sich. Nun einem Nufe nach München fol-
gend , arbeitete er an den Statuen des
kon. Hofgartens in Nymphenburg theils
mit, theils führte er die Leitung dieser
Kunstarbeiten. Von München ging er
1780 nach Wien und wurde da mit noch
zwei anderen Bildhauern vom kaiserlichen
Hofe nach Innsbruck beordert, um dort
an dem Monumente zu arbeiten, wel-
ches Maria Theresia ihrem Gemal
Franz I. errichten ließ. Nach beendetem
Werke kehrte er nach Wien zurück, er-
warb daselbst mit mehreren Werken aka-
demische Preise und wurde Mitglied der
Akademie. Als Fürst Kaunitz in Auster-
litz eine neue Kirche erbauen ließ, wurde
G. mit noch zwei anderen Bildhauern
mit der Ausführung der Bildhauer-
arbeiten für das Gotteshaus betraut. Die langen und blutigen Kriege zu Ende
des vorigen und Anfang dieses Jahrhun-
derts waren für die Kunst nicht günstig
und es gab für G. keine bedeutenderen
Arbeiten mehr. In den vorgerückten
Jahren beschäftigte er sich nur noch mit
Ausführung von Alabaster-Figuren. Von
seiuen Werken sind außer den bereits
erwähnten noch zu nennen: Das Brust-
bild des Erzherzogs Karl aus carrari-
schem Marmor für den kaiserl. Hof in
Wien, und ein zweites für den Münch-
ner Hof. In der Kirche zu Austerlitz die
12 Statuen der Apostel und alle Altar-
blätter in Basreliefs aus Oyp?. An der
von Zauner ausgeführten Statue des
Kaisers Io seph hatte G. nicht geringen
Antheil. Eine ansehnliche Summe in
Gold nebst dem Ausdrucke der kaiserl.
Zufriedenheit wurde ihm dafür zu Theil.
G. starb im Alter von 67 Jahren.
Nagler (K. K. Dr.), Neues allgeui. Künstler-
Lexikon (München 1835, 8°.) V. Bb. S. 402.
— Oestr. National-Encyllopädie (von Gräf-
fer und Czikann), (Wien 1837) VI. Bd.
u. Suppl. S. 464.
Grün, Anaftasius, siehe: Auersperg,
Anton Alexander Graf (I. Bd. S. 86).
Grün, Johann (Schauspieler,
geb. in Wien um dasI. 1820). Grüns
Laufbahn, wie die aller Talente, war
eine dornenvolle. Früh ging er zum
Theater und mußte sich jahrelang mit
untergeordneten Rollen begnügen. Erst
als er in der Rolle eines „Wachters" in
einem Volksstücke sehr beifällige Auf-
nahme fand, richtete sich die Aufmerk-
samkeit des Pnblicnms auf ihn. Bei dem
herrschenden Rollen-Monopol hatte aber
dieser Erfolg für G. kein anderes Er-
gebniß, als daß er nun dreiviertel Jahre
immer nur Wächterrollen spielte. Ein
anderes Mal ging es so mit dem Charak-
ter eines Bauerntölpels, den G. meister-
haft durchführte. Ein solcher Vorgang
konnte aber weder ermuthigend noch för-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon