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dernd auf G.'s Talent wirken. Endlich
gelang es dem wirklich originellen Ko-
miker , der keine der bekannten Größen
in diesem Fache nachahmt, sich Bahn zu
brechen und seit etwa 4 Jahren zählt G.
zu jcnen Specialitäten im Gebiete der
Bühnen-Komik Wiens, die gesehen zu
werden verdienen. Die unbedeutendste
Rolle wird in G.'s Händen zu einer ori-
ginellen Studie, die ächte Wiener Jovia-
lität, die wienerische ungefährliche Leicht-
fertigkeit, die humorvolle gemüthliche
Keabeit, die immer die jacher auf ihrer
Scite hat, finden in O. den vollendeten
Ausdruck, und mit einem zwerchfellerschüt-
ternden Mienenspiele, einer launigen
Sprachweise verbindet er, und das will
in der Wiener-Komik Etwas sagen, ein
maßvolles Benehmen in jeder Rolle. Nie
verletzend, nie gemein, drückt er auf seine
Gestalten Lichtblicke, deren künstlerische
Wirkung erst nachträglich recht hervor-
tritt, wenn man über die Auffassung des
einen oder andern seiner Charaktere
nachsinnt. Die Zahl seiner Rollen ist
sehr groß. I n seiner Maske des großen
Kaisers oder kleinen Corporals, mit den
rückwärts übereinander gekreisten Hän-
den, verdiente er durch das Bild verviel-
fältigt zu werden.
Tritsch-Tratsch (Wiener Caricaturcnblatt, 4°.)
1853, Nr. 24: „Wiener bekannte Persönlich-
keiten. VII. Johann Grün." — Dasselbe
1859, Nr. 6. lIn beiden Nummern sein gut
getroffenes Brustbild im Holzschnitts — Der
Telegraf (Wiener Journal, kl. Fol.) 1857
^IX. Jahrg.) Nr. 87: «Wiener Sühnen-Cha-
raktere" Imit G.'s Porträt in ganzer Figur).
Grün, Milo Johann Nepomuk (theo-
logischerSchriftsteller,geb. zuFlöhau
im Saazer - Kreise Böhmens 11. Nov.
1751, gest. zu Prag 20. Jänner 1816).
Besuchte die unteren Schulen in Saaz,
die philosophischen Jahrgänge in Prag,
wo er auch die Theologie studirte und
sowohl die Philosophische als theologische
Doctorswürde erhielt. 1769 trat er in den Orden der Prämonstratenser und
empfing 1776 die heil. Weihen. Durch
10 Jahre versah er das Amt eines Se-
cretärs seines Abtes, kam dann als De-
chant nach Iglau, wo er blieb, bis er
1804 zum Abte des Stiftes Strahow er-
wählt wurde. Anf diesem Posten wirkte
er für die Hebung des theologischen Stu-
diums im Stifte, u. z. führte er das theo-
logische häusliche Studium in demselben
ein und trug selbst als Abt durch 3 Jahre
die Moral- und Pastoral - Theologie im
Stifte vor. Auch hob sich unter ihm das
Gymnasium zu Saaz, das sein Orden
nnter sich hat, zu neuem Glänze. 1799
ernannte ihn Kaiser Franz zum Propst
im Stifte und 1809 zeichnete er ihn durch
den Leopold-Orden aus. G. bekleidete
mehrere akademische Würden, als d^
eines Directors des Philosoph. Studiums
an der Prager Hochschule, im I . 1812
die des Ii.ect0r Ag.FQiü<M8, auch war er
Beisitzer des landständischen Ausschusses
in Böhmen. Als theologischer Schrift-
steller gab er unter andern heraus: „Tan-
retanizche Titanen,. Snm Nutzen seiner Hrertie ans-
gelegt" (Iglau 1795); — „ /
?rg.A 1779); — „Sätze ans
der Maral- und Pastorat» Oheulugie" (Ebenda
1805, 1806 und 1807, 4".); — „Rnrz-
getaute pragmatische Geschichte des Nänigreichs
Rühmen nnter Josephs ll. Negiernng/' (Wien
1783, Trattner, 8°.); von dieser meldet
Graff er, er habe sie in Handschrift zu-
rückgelassen , sie ist aber, -wie es sich hier
zeigt, gedruckt erschienen; hingegen dlie-
ben seine > Anales Ft^a/lorienseF" in
Handschrift zurück. G. starb als Abt sei-
nes Ordens im Alier von 65 Jahren.
Neue Annalen der Literatur des östr. Kaifer-
thums. II. Jahrg. I. Bd. (Wien, Doll, 4°.)
1808. Intelligenz-Blatt April, Sp. 155. —
Erneuerte Vaterländische Blätter, herausgeg.
von Di>. Frz. S arto ri (Wien) 1816, S. 117.
— Oeftr. Nat.-Encyklopädie von (G raff er
u. Czilann), (Wien 1835) II. Bd. S. 435.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon