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Franz Grafen Cr enne ville, welcher an
seine Stelle als erster General-Adjutant
des Kaisers trat. Schon früher besaß der
Graf. das Commandeurkreuz des österr.
Leopold-Ordens, außerdem noch Deco-
rationen von Rußland, Preußen, Baiern,
Sachsen, Würtemberg und andern Staa-
ten. Der Graf ist (seit Ift. Mai 1831)
vermalt mit Karoline Gräsin Traut-
mannsdorff, aus welcher Ehe drei
Söhne und drei Töchter abstammen (siehe
unten die Genealogie).
I. Zur Biographie des Grafen v.Grünne. Wiener
Theaterzeitung. 1861, 4. August. — Oestr.
Militär - Konversations - Lexikon. Herausgeg.
vonHirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien
1851 u. f.) II. Bd. S. 806. — (Brockhaus)
Conversations-Lerikon (10. Aufl.) VII. Bd.
S. 230. — Berlinische Nachrichten von Staats-
und gelehrten Sachen. 1850, Nr. 189. —
Wiener (amtliche) Zeitung 1859, vom 24. Oct.
II. Genealogie der Grafen van Grü'nnc. Die
Grafen v. Grünne entstammen einem alten
niederländischen Geschlechte u. z. dem der
Herren von Hemricourt, welches schon im
12. Jahrhunderte in der damals sogenannten
N2.5d2?s, einem beträchtlichen am linken V^aas-
ufer gelegenen Theile des Lütticher Landes
blühte. Arnold II. wurde 1320 mit der Herr-
schaft Mozkt belehnt, Arnold III. war im
Jahre 1363 Hranä Lkilli (so viel etwa wie
Oberstburggraf) der Provinz Namur. Den
Namen Grünne nahm zuerst Anton, Herr
zu Mozet, an, der die Herrschaft Grünne
von seiner Mutter erbte und 1558 starb.
Nikolaus Franz Nemricourt äo 2lo2St,
Graf und Herr von Grünne (geb. 25. Dec.
1701, gest. lö. Febr. 1751), wirtl. geheimer
Rath, General-Feldzeugrneifter, ein Liebling
des Kaisers Franz I., folgte demselben nach
Wien und erhielt 1745 bei der Krönung des-
selben in Frankfurt für sich und seine sämmt-
lichen Geschwister die erbliche Reichsgrafen-
würde. Im Begriff mit Ankauf des Für-
ftenthums La Röche in Luxemburg die reichs-
fürftliche Würde in die Familie zu bringen
und das Gouvernement von Luxemburg
zu übernehmen, ereilte ihn der Tod. Von
seinem Bruder Graf Philipp Anton I. (geb.
26. Nov. 1702, gest. 17. Mai 1753) stammen
bie jetzigen Glieder der Familie ab. Graf
Philipp Anton I. war mit Anna Therese
Gräsin von Elllerhäzu (gest. 1752) vermalt;
aus dieser Ehe stammt Graf Milipp An-
ton II. (geb. 11. Febr. 1732, gest. 3. April 1797), kaif. Generalmajor, vermalt (feit176i>
mit Christiane Nagdalena Rayel v. Holstein. Aus
dieser Ehe stammen: Graf Philipp Ferdi-
nand Wilhelm (siehe den Folgenden), der
Stifter der österreichischen — und Graf
Joseph Maria Earlomann, der Stifter der
niederländischen Linie, welche beide noch
heute blühen. — I. Oesterreichifche Li-
nie: Philipp Ferdinand Wilhelm war
mit Rosaüe Freiin v. Felz vermalt. Aus dieser
Ehe stammt Graf Kart Ludwig (siehe den
Obigen), vermalt (seit 16. Mai 1831) mit
Varoline Prinzessin v. Trnulmannsdorss, Tochter
des Fürsten Johann von und zu Traut-
mannsdorff-Weinsberg, k. t. Oberst-
Stallmeister. Aus dieser Ehe stammen drei
Söhne und drei Töchter: Graf Philipp (geb.
zu Wien 4. Nov. 1833), Rittmeister im Ad-
jutantencorps; — Graf Ferdinand (geb.
zu Arao 2. Nov. 1836), kais. Oberlieutenant
bei Graf Civalart-Uhlanen Nr. i ; —
Graf Rudolph (geb. zu Wien 19. Sept. 1838),
Lieutenant ebenda; — Gräsin Karoline (geb.
zu Wien 5. Juli 1832), vermalt (seit 27. April
1852) mit Aaloman Grafen SMjönui; — Gräsin
Marie (geb. zu Wicn 8. Juli 1835); —
Gräfin THerese (geb. zu Saaz 1. Aug. 1840).
— II. Niederländische Linie: Von
Grafen Joseph Maria Carlomann, dem
Stifter derselben (geb. 20. Febr. 1763, gest.
?)
stammen
drei Söhne: Graf Alexander,
Graf Wilhelm und Graf Gugen. Von dem
ältesten, dem Grafen Alexander (geb. 11.
April '814, gest. 16. Dec. 1841), vermalt
(seit 10. Juli 1838) mit Varia Charlotte Vrlavie
Freiin von 5enzeik (geb. 7. Jänner 1817>
stammt das gegenwärtige Haupt der nieder-
ländischen Linie Graf Karl Arthur Philipp
Ernst (geb. zu Lüttich 15. März 1840). lBergl.:
Kneschke (Dr. Ernst Hemr.), Deutsche Gra-
fenhäuser der Gegenwart (Leipzig 1852, Wei-
gel, gr. 8".) I. Bd. S. 298. — Gothaisches-
genealogisches Taschenbuch der gräfl. Häuser
für das I. 1859. XXXII. Jahrg. S. 324. —
Histor. heraldisches Handbuch (Gotha 1856,
Perthes, 32°.) S. 283.1
III. Wappen der Grafen von Grünne. ^. der
österreichischen Linie: Im rothen Schilde
ein silberner rechter Schrägbalken. Ueber der
Grafenkrone ein gekrönter Helm, auf welchem
drei Straußfedern lroth, silbern,
roth) stehen.
Das Wappen erscheint auch mit folgender
Abänderung: auf dem gekrönten Helme ein
offener rother Adlerftug, dessen rechter Flügel
mit einem
silbernen
schräglinken, der linte mit
einem schrägrechten Ballen belegt ist. L. der
niederländischen Linie: Quergetheilter
Schild, oben in Roth ein silberner schräg-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon