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H»bslmrg — Aarl Habsburg — Aarl
von Frankreich geschloffen. Beide Fürsten
sollten Frankreich zugleich angreifen;
Heinrich von der Picardie aus, Kar l
von der spanischen Grenze mit 40.000
Mann, und um diesen Bund zu festigen,
sollte Kar l mit Marie, der einzigen
Tochter des englischen Königs, sich ver-
malen. Wolsey, welcher langst nach der
Tiara strebte, waren vom Kaiser Hoffnun»
gen gemacht worden, die sich jedoch nicht
erfüllen sollten. Während diese Bündnisse
für die Zukunft geschloffen wurden, ward
das Mailändische Schauplatz des Krieges.
Lautrec, welcher das französische Heer
commandirte, operirte mit aller Gewandt»
heit, konnte aber.nicht verhindern, daß
die kaiserlichen Truppen im Vereine mit
den päpstlichen Mailand besetzten, welches
ihnen die Partei der Ghibellinen übergeben
hatte. Parma und Piacenza erhielt der
Papst und zu Ende des Feldzugs besaßen
die Franzosen nur mehr Cremona, das
Mailänder Castell und einige unbedeu-
tende Forts. Obwohl der im folgenden
Jahre erfolgte Tod Leo's X. (2. Decem
ber 1322) die Liga auflöste, waren die
Erfolge der Franzosen nicht glücklicher',
Lautrec wurde bei Bicocca (22. April
1322) von C o l o nn a geschlagen und zog
sich nach Frankreich zurück, worauf unmit-
telbar nach seinem Abzug sich Alles,
Cremona ausgenommen, den Kaiserlichen
ergab. Die weiteren Erfolge der kaiser«
lichen siegreichen Waffen wurden durch
den Ausbruch neuer Bürgerkriege in
Spanien unterbrochen. Toledo und die
anderen castilischen Städte hatten sich
gegen den Adel erhoben und Juan de
Padi l la an die Spitze gestellt. Segovia,
Burgos, Zamora thaten ein Gleiches und
endlich auch Valladolid. Hadrianvon
Utrecht, der in des Kaisers Nbwesen-
heit die Regentschaft führte, war zu
schwach um den Aufstand zu bandigen, dessen einzelne Gemeinden sich ver«
bündeten und die santa Hunta. schloffen.
Kar l V., zu jener Zeit in den Nieder»
landen, gab den Admiral Fedrique
Enriquez und den Connetable von
Castilien, Iun igo de Velasca, mit
aller Machtvollkommenheit Hadrian an
die Seite. Aber erst mit P ad i l las Fall
nahm der Aufruhr ein Ende, der für
Spanien traurige Folgen hatte; denn die
Städte, welche daran Theil genommen,
verloren ihre Privilegien und mit diesen
ihren Handel und ihre einstige Blüthe,
und konnten nimmer wieder sich erholen.
Als bei der Rückkehr des Kaisers nach
Spanien (October 4522) der Aufruhr
überall gedämpft war, konnte jetzt erst
Kar l auf ein neues Bündniß gegen
Frankreich und die Fortsetzung des unter-
brochenen Krieges denken. Der Conne«
table, Kar l Herzog von Vourbon,
war von Franz I. beleidigt und von
Kaiser Kar l V. für seine Zwecke gewon«
nen worden. Der Krieg begann wieder
zuerst im Mailändischen, wo der unfähige
Höfling Gouffier, Admiral von Bon»
nivet, den Oberbefehl des französischen
Heeres führte. Bonnivet erlitt mehrere
Niederlagen, aber die von den Kaiser»
lichen gewonnenen Vortheile wurden
durch das Mißgeschick an anderen Puncten
beeinträchtiget, indem die englische Armee
von 3a Tremouille, die Spanier aus
La Guienne und die Reichstruppen aus
Burgund gedrängt wurden. Schon hatte
Gouffier Mailand verloren und der
Kaiser war entschlossen, in Frankreich ein-
zufallen. Bourbon drang auch (August
1324) bereits in der Provence ein, wurde
aber zurückgeschlagen. Franz I., von
diesem vorübergehenden Erfolge er»
muthiget und von der Idee gestachelt,
Mailand wieder zurück zu erobern, er»
öffnete im folgenden Jahre selbst den
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Volume 6
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Guadagni-Habsburg
- Volume
- 6
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1860
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 502
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon