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Habsdurg — Karl 388 Habsburg — Karl
(Fol.);— 18) Stahlstich vonWeger (Leipzig,
4°.), Kniestück; — t9) Seele x., F. Wrenk8o.
(Noyal-Fol.), KniestĂĽck, Schwarzk., 4 Thlr.
(Drugulin); — 20) ohne Angabe des Stechers
(Kininger?) (Imp. Fol.), ganze Figur, die
mit einem LorbeerkranZe umwundene Fahne
haltend, Schwarzk., 4 Thlr. (Drugulin).
VIII. Gedichte. GroĂź ist die Zahl der Gedichte,
in welchen der Erzherzog Kar l , vornehmlich
als Held von Aspern, ist besungen worden.
Hiergeschieht nur einigerderselben Erwähnung.
I n den „Spatziergängen eines Wiener Poeten"
befindet sich unter der Neberschrift: „Aspern"
eine der begeistertsten Hymnen dieses Sängers
der Freiheit. — Theodor Körner singt von
ihm:
„Was die Tage auch zerschmettert haben,
Kar l und Aspern ist in's Herz gegraben,
Karl und Aspern donnert's im Gesang",
und an anderer St?lle:
„Aspern klingt's und Kar l klingt's sie«
gestrunken,
Wo nur deutsch die Lippe lallen kann". —
Nikolaus Lenau widmet in seinem Gedichte
auf das Jubelfest des Erzherzogs Kar l im
Jahre 1843 demselben begeisterte Strophen,
in einer derselben heiĂźt eS:
„Die Donner Asperns Haben's ausge-
sprochen:
Er ist besiegbar, unvergeĂźlich Allen,
Und Leipzig wird die Donner widerhallen,
Napoleon's Waffenzauber war gebrochen.
O Karl! es war Dein schönster Heldentag,
O Oesterreich, dein höchster Herzensschlag!"—
Freiherr von Zedlitz in seinen „Todtenkrän-
zen" gedenkt in den an Napoleon gerichteten
„Canzonen" (Karl weilte damals noch glück-
licherweise unter den Lebenden, sonst hätte des
Sängers Muse an seinem Grabe mehrere der
herrlichsten Canzonen dichten mĂĽssen) des Heb
den von Aspern in der herrlichen Canzone:
— Dick) — grüß' ich, Sproße der Cäsare;
Der Du voran flogst in des Kampfes Wetter,
Du, zweimal Deutschlands Hort und sein
Erretter;
Daß sieghaft Du gescheucht die fränk'schen
Aare
Dem Kränze reich die Heldenstirn umgaben,
Als, trau'n! der Ruhm nicht wohlfeil war
zu haben,
Und wenn auf andern Feldern tapf're
Schaaren
Um Kronenrecht, um alte Grenze stritten,
Um künft'ges Glück, um schöner Hoffnung
BlĂĽthen,
v. WĂĽrzb ach, biogr. Lexikon, V l . Du stritt'st, um lange Schmach, die wir
erlitten,
Zu rächen und den deutschen Ruhm zu
wahren;
Und, keinen Bessern gab es, ihn zu hĂĽten!
Aus rauher StĂĽrme WĂĽthen
Hast Du ihn rein und unversehrt getragen. —
Hammer-Purastal l verewigt das Natur-
ereigniĂź, das sich bei Karl 's Leichenzuge den
Blicken der angegriffenen Menge darbot. Wäh-
rend ein Doppelregenbogen den Himmel mit
der Erde zu verbinden schien, krachte in die
Salven der GeschĂĽtze der Donner des Stur-
mes, und Hammer singt aus diesem Anlasse:
„Der Himmel stimmt zum Leichenzug hie«
nieden,
Der Doppeldonner gilt dem Feldherrnstab,
Den Sieger Asperns senken
sie in's Grab!
Der Doppelregenbogen kĂĽndet Frieden,
Und doppelt Heil als Trost dem Haus be-
schieden,
Das Deutschen ihrenHelden-Retter gab." —
Heinrich von Kleist nennt in seiner Dichtung
an den Erzherzog denselben: „Ueberwinder
des Unüberwindlichen". — Der königliche
Sänger Ludwig von Bayern verherrlicht
den Helden mit den Worten:
„Mag auch Alles anders sich gestalten,
Solche Namen werden nie veralten,
Leben fort in der Erinnerung;
Deutschland werden mächtig sie begeistern,
DaĂź kein Feind sich seiner kann bemeistern,
Mächtig ziehet nach derThaten Schwung."
— Außer den bisher angeführten sind aus der
großen Zahl heimischer und fremder Dichtun»
gen zu nennen: Wi lhelmine Maisch' „Ge-
sang, dem Erzherzoge Kar l gesungen". — I .
M. v. G.'s „Todtenfeier Carl 's.— A. Ber-
ger: „Zur Enthüllungsfeier des CarlMonu«
mentes". — Auch hat außer der von I . G.
Seid l gedichteten Festcantate (siehe oben:
VI . Monumente) der Nestor der österreichi-
schen Poeten, „Castelli", eine Cantate geschrie-
ben, welche ihres geharnischten zeitgemäßen
Tones wegen bei der Feierlichkeit nicht abge«
sungen wurde. — Ferner enthält die „Militär-
Zeitung",herausg. vonI . Hirtenfeld,1860,
Beilage zu Nr. 41: „1324 ein Gedicht von
Joseph Ferdinand Weigl". M s Erzherzog
Kar l im Jahre 1824 die Festung Peterwardein
besuchte und um Mittagszeit die höchste Stelle
der Festung bestiegen hatte, kreiste um sein
Haupt ein Adler, so daß von diescm schönen
Zufalle die Umgebung ergriffen die Häupter
entblößte und sich vor dem Helden verneigte.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Guadagni-Habsburg, Volume 6
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Guadagni-Habsburg
- Volume
- 6
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1860
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 502
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon