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Arbeiten begegnet man öfter auf den
Schlössern des niederösterreichischen Adels.
Sein Todesjahr, welches Nagler nichi
angeben kann. setzt Tschischka S. 363
um das Jahr 1730 an. — Johann
Georg oder öfter auch John Georg
(geb. zu Brüssel 1666, nach Anderen
1672, gest. zu Wien um 1733). Zwei-
ter Sohn Jacob's und Bruder Fer-
dinand Phil ipp's und Kar l Wil-
Helm's; erhielt den Unterricht in der
Kunst von seinem Vater; er malte
Blumen, Früchte, Insecten mit großer
Meisterschaft, vornehmlich berühmt ist er
als Pferdemaler und verstand er als
solcher insbesondere das Charakteristische
der verschiedenen Racen zum Ausdrucke
zu bringen. Er malte viele Jahre in
Brüssel, begab sich aber dann nach Wien
zu seinem Bruder. Von Wien folgte er
einem Rufe an den Hof nach Berlin,
wo er bis zum Tode Friedrich's I.
verblieb, dann aber wieder nach Wien
zurückkehrte und daselbst als Cabinets»
maler des Fürsten von Schwarzen-
berg starb. Doch lauten über ihn die
Angaben verschieden; nach Fr. Müller's
und nach dessen Tod von Klunzing er
fortgesetztem Werke: „Die Künstler aller
Zeiten und Volker", Bd. I I , S. 339,
wäre er aus preußischen in Dienste des
Churfürsten von Bayern getreten und
1733 in München, nach Nagler und
Tschischka im genannten Jahre zu
Wien, nach Kr äfft und Engert zu
Wien, bei beiden im Inder 1737, im Texte
1740, gestorben. Von seinen Arbeiten
befinden sich
zu Wien in der kais. Gemälde»
gallerie im Belveoere: „Mrr Merde nnd
M i Füllen in einer Iand5chatt Neidend"; —
„Funk Pterde ant der Mide"; — „Nn5 Kai5.
Gestüte jn Aipiczll in Arain mit einer Menge
(72) nach der Natnr gemalter Pterde" (gem.
1727, 3'8"H., 8'10"Br.);-„W nnd zwei Nrhe in riner Vandschatr"; — „Auf
der Grde liegender Gberkaut, daneben allerlei
Iligdger'äthe" (gem. 1718); mehrere seiner
Pferdestücke befinden sich im kais. Lust-
schloffe zu Schönbrunn, in der Bilder-
sammlung des Stiftes Kremsmünster
und an anderen Orten. Er unterzeichnete
sich auf mehreren Bildern: ^ean (36or^
ä'Nainiitoii?6intr6 äs Oadinet äs 8.
U. ^. 6t 0atko1itiu6. — Kar l Wil-
helm (nach Tschischka S. 363 geb.
zu Wien 1668, gest. zu Augsburg
1734), Sohn Jacob's und Bruder
Ferdinand Philipp's und Johann
Georg's. Nagler's Angabe, daß er
1670 (nach Anderen 1668) in Brüssel
geboren sei, erscheint uns wahrscheinlicher,
da sein Vater Jacob in Brüssel sich
seßhaft niedergelassen und es nicht bekannt
ist, daß derselbe in Wien gemalt habe.
Die Kunst erlernte er bei seinem Vater.
Karl Wilhelm trat in Dienste des
Bischofs Alexander Sigmund von
Augsburg. Mit der Kammerdienerstelle,
die er bei diesem Kirchenfürsten bekleidete,
ist nicht der untergeordnete Posten ge<
meint, den man heut' zu Tage unter diesem
Titel versteht; dieß war zu jener Zeit
ein Ehrenamt, welches Künstlern und
Musikern öfter als Auszeichnung und um
ihnen volle Muße zur Arbeit zu geben,
verliehen wurde. Kar l Wilhelm malte
für den Bischof viele Bilder, u. z.
Porträte, Vögel, Amphibien, Insecten,
Schwane, Pflanzen, vornehmlich Disteln
und für den bischöflichen Marftall große
Pferdestücke. Seine Arbeiten sind mit
großem Fleiße u,nd seltener Kunstfertigkeit
ausgeführt; er malte auf Leinwand, aber
auch auf Holz und Metall, und haben die
auf den zwei letztgenannten Stoffen aus«
geführten Bilder oft und zwar eine den
Eindruck störende Spiegelglätte. Seine
Porträte sind werthlos. Seine Arbeiten,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Volume 7
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Habsburg-Hartlieb
- Volume
- 7
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1861
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 472
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon