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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Volume 7
Page - 305 -
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Page - 305 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Habsburg-Hartlieb, Volume 7

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305 299; ferner 310 und 312 abgedruckten Aufsähe: „Handschriftliche Lügen und paläographische Wahrheiten" und „Her Palacky und der kategorische Imperativ seiner paläographischen Moral", für deren Verfasser, wenn es überhaupt gestatte ist, ein Gerücht nachzusprechen, Her, Legis - Glückselig vermuthet wird Vornehmlich traten DobrowSky und Kopitar gegen die Echtheit der Funde auf, während Hanka auf seiner Seite auch zwei Autoritäten im Gebiete der Slavistik in den Kampf führte, nämlich SafakikundPalacky. Dobrowsky, Hanka's Gönner, sprach schonungslos das Wort „Literarischer Betrug" aus, und nach seiner Ansicht waren Hanka der Verfasser der Interlinearversion, Hanka und Iungmann die Dichter des Libus« smischen Fragmentes und Linda, ein mittelmäßiger Poet, hatte die Abschriften geliefert. Kopitar aber ging noch weiter und bestritt sogar die Echtheit der Königinhofer Handschrift. In seinem „V68)'a1iii Hpißlo85itlr ru33u»" steht ein eigenes Capitel „Ueber die unver- hoffte Auffindung alter böhmischer Hand' schriften, welche einigermaßen verdächtig sind". Kopitar weist darin vorerst die Unechtheit mehrerer Handschriften nach und bemerkt an einer Stelle: „Wie nun, wenn derselbe Verdacht auch gerechtfertigt wäre gegen gewisse Glossen (altböhmische Glossen der Natsr vsrboruna vom Jahre 1202), ja sogar gegen die Königinhofer Lieder, die eine außerordentliche Aehnlich« keit haben mit früher veröffentlichten ser« bischen Liedern, so daß man nicht ohne Grund glaubt, sie seien eine Nachahmung eines jetzt lebenden (rsosntis) böhmischen Dichters?" Und in der That, wer die ser» bischen Volkslieder und bald darnach die Lieder der Königinhofer Handschrift gele- sen hat, sich anbei der von Hanka aus. v. Würzbach, biogr. Lexikon. VII. geführten glücklichen Uebersetzung der Ges- ner'schen Idyllen erinnert, der kann sich des Gedankens nicht erwehren, daß die Königinhoferlieder Nachahmungen der ser. bischen, durch die Zartheit derGesner'schen Idylle gemilderten Dichtungen sein könn- ten. Angrisse, wie die Dobrowsky's und Kopitar's, konnten nicht uner- widert bleiben; von den Gegnern wurde nun Kopitar als Fälscher, seine hesy- chischen Epiglossen als in einen Wiener Codex von ihm hineingeschrieben erklart, ein Vorgang, der im Vergeltungsrechte seine Erklärung, aber in der Wissenschaft, die nach Wahrheit strebt, kein Echo und keinen Beweis fand. Safai-ik und Pa» lacky edirten einen starken Quartband: „Die ältesten Denkmäler der böhmischen Sprache mit Facsimiles", worin sie die alten Handschriften vertheidigten und ins« besondere die Echtheit der Königinhofer Handschrift in Schutz nahmen. Alle diese Kämpfe hatten aber eine andere nachhaltige und bedeutsame Folge: Die Realisirung der seit Jahren, jedoch immer vergeblich angestrebten Gründung eines Nationalmuseums in Böhmen, welcher die Errichtung ähnlicher Kunstsammlungen in den anderen Provinzen des Kaiser- staateS in kleinen Zeiträumen folgte. Im Jahre 1818 wurde die Unterzeichnung für diesen Plan eröffnet, der hohe böhmische Adel nahm lebhaften Antheil daran und in Kürze warm über 6l).00l) fl. beisam» men; außerdem wurden höchst werthvolle Geschenke, ganze Bibliotheken und Natu» raliencabinete gespendet. Dobrowsky und Graf Sternberg stellten sich an die Spitze der Angelegenheit und Hanka wurde zum Vorsteher der literarischen Sammlung des Museums ernannt. Bald nach der Gründung deS Museums, dessen Allerhöchste Sanction 1822 erfolgte, egann die Herausgabe der öechischen 20
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Habsburg-Hartlieb, Volume 7
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Habsburg-Hartlieb
Volume
7
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1861
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
472
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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