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jene Ausdauer und jenes zähe Festhalten
an dem einmal als gut Erkannten verlei-
hend, die ihn allen Hindernissen trotzen
und die sich selbst gesteckten Ziele erreichen
ließen. H. wollte anfänglich, entschlossen,
Geistlicher zu werden, die lateinische
Schule besuchen, aber die Armuth seiner
Eltern vereitelte seine Absicht; als aber
sein Vater 5 823 starb, ließ sich H. nicht
mehr zurückhalten; kümmerlich vom Nn-
terrichtertheilen sein Dasein fristend, be-
suchte er von 1823—1827 die lateinische
Schule; im letztgenannten Jahre ging er
nach Olmütz, wo er bis 1833 die Huma-
nitätsclassen und die beiden philosophi-
schen Jahrgange beendete und das Stu-
dium der Rechte begann. Ununterbroche«
nes körperliches Leiden nöthigte ihn aber,
Olmütz zu verlassen. Er begab sich im
Herbste 1833 nach Wien, wo er unter
kümmerlichen Verhältnissen lebte und die
zwei letzten Jahre der Rechtsstudien been-
dete. Im Jahre 1833 trat er als Prak-
ticant in die Praxis ein und arbeitete in
verschiedenen Bureau's abwechselnd im
Verwaltungs- undIustizdienste. Wahrend
dieser Zeit verlegte er sich
auf das Selbst-
studium der Stenographie, zuerst nach
Tai lor , dann nach Nowak, dessen
System Heger später selbst umgearbeitet
hat. Ende 1838 wurde ihm bewilligt, in
der Stenographie Privatunterricht zu er-
theilen. Als er dann im März 1839 das
System Gabelsberger's kennen lernte,
war sein Entschluß bald gefaßt, sich der
Stenographie ausschließlich zu widmen
und öffentlich als Lehrer derselben in
Oesterreich aufzutreten^). Aber wie in
der Jugend seinem Dränge nach wissen-
schaftlicher Ausbildung sich Hindernisse
entgegenstellten, die H.'s Ausdauer alle
") Siehe hierüber das Nähere: Stenograf. Vlät-
ter, Jahrg. 5853, S. 17—19: „Beitrag zur
Geschichte der Stenographie in Oesterreich". besiegte, so fehlte es auch jetzt nicht an sol-
chen' H. hatte es mit offenen und heim>
lichen Gegnern seiner Absichten zu thun'
wahrend er aber alle diese Hindernisse zu
beseitigen hatte, arbeitete er sich nun immer
tiefer in den Geist und das Wesen der
Stenographie ein und trat mit G abels-
berger selbst in Korrespondenz. faud
gleich an ihm einen wohlwollenden Freund,
der ihm immer rathend, ermunternd und
tröstend zur Seite stand, und ihn gern
seinen „Apostel in Oesterreich" nannte.
Bis zu Gabelsberger's Tode standen
Beide in lebhaftem Ideenaustausche. So
gelang es seinen beharrlichen BcmühuN'
gen, die Erlaubniß zur Ertheilung öffent»
lichen Unterrichts in der Stenographie
zu erhalten. Im Jahre 1840 wurde er
nach Brunn berufen, zur stenographischen
Aufnahme der Verhandlungen der vierten
Versammlung der deutschen Land- und
Forstwirthe. Er stenographirte vom 20.
bis 27. September und legte dort die
erste öffentliche Probe seiner Thätigkeit
ab. Im Jahre 1841 veröffentlichte er
das Werk: „Bemerkenswerthes über die
Stenografie u. s. w.", worin er die ihrer
Einführung entgegengestellten Einwen-
dungen und Bedenken widerlegt und
ihren Nutzen in der Praxis durch ver-
schiedene geschichtliche und thatsächliche
Belege darthut. Am !>. Mai 1842 erhielt
er durch Allerh. Entschließung die Gestat-
tung, außerordentliche öffentliche Vortrage
über Stenographie im k.k. polytechnischen
Institute zuWien zu halten. 1844 erlaubte
ihm das k. k. böhmische Landespräsidium
einen Ferial-Lehrcurs an der Universität
Prag abzuhalten, in Wien aber erhielt er
im nämlichen Jahre die Gestattung zu
ordentlichen öffentlichen Vorlesungen an
der Universität über seinen Gegenstand,
in denen er das System Gabels.
berger's vortrug. Als er im Jahre
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Volume 8
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Hartmann-Heyser
- Volume
- 8
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1862
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 514
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon